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Strategy kauft 4.603 Bitcoin für 370 Mio. USD – erste Akquisition seit zwei Monaten

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 31. August 2026

Strategy kauft 4.603 Bitcoin für 370 Mio. USD – erste Akquisition seit zwei Monaten

Nach einer rund zweimonatigen Kaufpause ist das US-Unternehmen Strategy wieder am Bitcoin-Markt aktiv geworden: Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt erwarb der weltgrößte börsennotierte Unternehmens-Bitcoin-Halter zwischen dem 24. und 30. August 2026 insgesamt 4.603 Bitcoin für rund 370 Millionen US-Dollar. Für deutsche Anleger und Marktbeobachter ist der Vorgang interessant, weil er zeigt, wie ein börsennotiertes Unternehmen systematisch Aktien verkauft, um damit digitale Vermögenswerte in die eigene Bilanz aufzunehmen.

Wie Strategy 370 Millionen Dollar mobilisierte — und woher das Geld wirklich kam

Der Durchschnittspreis für die zwischen dem 24. und 30. August erworbenen 4.603 Bitcoin lag bei 80.318 USD pro BTC. Finanziert wurde der Kauf nicht aus laufenden Unternehmensgewinnen, sondern über das sogenannte At-the-Market-Programm: Dabei platziert Strategy neue Aktien (MSTR) fortlaufend über die Börse, ohne klassische Kapitalerhöhungsrunden. Laut Strategy buys $370M of Bitcoin in first purchase since June (Decrypt) wurden auf diesem Weg 4.531.421 Aktien verkauft, was netto rund 602,8 Millionen US-Dollar einbrachte — deutlich mehr als die reinen Bitcoin-Kosten.

Den Überschuss verwendete das Unternehmen laut Decrypt für mehrere Zwecke gleichzeitig: 151,8 Millionen Dollar flossen in den Rückkauf von STRC-Vorzugsaktien — das sind Anteilsklassen mit festen Ausschüttungsrechten, ähnlich einer Anleihe —, weitere 50,7 Millionen Dollar in fällige STRC-Dividenden und 30 Millionen Dollar in die Dollar-Kassenreserve.

Laut übereinstimmenden Berichten von Strategy buys $370M Bitcoin, first acquisition since June (Cointelegraph) und Decrypt hält Strategy nach der Transaktion nun insgesamt 845.050 BTC, erworben zu einem kumulierten Durchschnittspreis von rund 75.412 USD — Gesamtkosten: etwa 63,7 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert: Das sogenannte Net Leverage lag laut Decrypt zum 30. August bei 0,0 Prozent, gestützt auf liquide Assets von 6,71 Milliarden USD. Das Unternehmen ist damit trotz seiner enormen Bitcoin-Position derzeit nicht fremdfinanziert.

Aktien gegen Bitcoin: Was Strategys Finanzierungsmodell wirklich bedeutet

Das Bemerkenswerteste an diesem Kauf ist nicht die schiere Summe, sondern die Mechanik dahinter — und ihre Schattenseiten.

Strategy hat die 370 Millionen Dollar nicht aus laufenden Unternehmensgewinnen aufgebracht. Stattdessen wurden knapp 4,5 Millionen eigene Aktien am Markt verkauft. Das verwässert den Anteil bestehender Aktionäre — jede neue Aktie verteilt den Kuchen auf mehr Stücke. Gleichzeitig floss ein Teil der Erlöse nicht in Bitcoin, sondern in den Rückkauf von Vorzugsaktien (Preferred Shares — eine besondere Aktiengattung mit festem Ausschüttungsanspruch, ähnlich einer Anleihe) und in Dividendenzahlungen. Der tatsächliche Bitcoin-Anteil am Gesamterlös war also geringer, als die Schlagzeile vermuten lässt.

Besonders pikant: Strategy hatte zwischen Mai und August 2026 selbst rund 6.948 Bitcoin verkauft — zu einem Durchschnittspreis von etwa 62.250 Dollar. Der jetzige Rückkauf kostete rund 29 Prozent mehr pro Coin. Ob das eine bewusste Strategie oder schlicht schlechtes Timing war, lässt sich von außen nicht beurteilen.

Positiv zu vermerken ist, dass das sogenannte Net Leverage — also der Anteil der Schulden im Verhältnis zu den gehaltenen Assets — laut Decrypt zum 30. August bei 0,0 Prozent lag. Strategy ist damit aktuell nicht fremdfinanziert, was das Risiko eines Zwangsverkaufs bei fallenden Kursen deutlich reduziert.

Für deutsche Beobachter gilt: Das Modell ist legal und börsenrechtlich transparent — aber es ist kein risikofreies Sparmodell, sondern eine hochkonzentrierte Unternehmenswette auf einen einzigen Vermögenswert.

Wer ist Strategy – und warum kauft eine Softwarefirma massenhaft Bitcoin?

Strategy — früher bekannt als MicroStrategy — begann ursprünglich als Business-Intelligence-Softwareanbieter. Seit 2020 hat das Unternehmen unter CEO Michael Saylor jedoch eine radikale Strategie eingeschlagen: Bitcoin als primären Reservewert auf der Unternehmens-Bilanz zu halten. Wer noch nie von diesem Konzept gehört hat, dem hilft ein Blick auf unsere Bitcoin-Grundlagenseite.

Der Ansatz ähnelt im Prinzip dem Dollar-Cost-Averaging — also dem regelmäßigen Kauf zu unterschiedlichen Preisen, um den Einstandskurs zu glätten — nur dass Strategy dabei nicht eigene Ersparnisse einsetzt, sondern gezielt Unternehmensanteile (Aktien) sowie spezielle Vorzugsaktien ausgibt und die Erlöse direkt in Bitcoin umschichtet. Das macht das Unternehmen zur Schnittstelle zwischen klassischem Börsenhandel und dem Krypto-Markt: Wer MSTR-Aktien kauft, erhält indirekt ein Bitcoin-Engagement — ohne selbst eine einzige Münze zu verwahren.

Quellen