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Strategy erhöht Cash-Reserve auf 3,75 Milliarden Dollar und kauft erstmals STRC-Aktien zurück

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 27. Juli 2026

Strategy erhöht Cash-Reserve auf 3,75 Milliarden Dollar und kauft erstmals STRC-Aktien zurück

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt hat das US-Unternehmen Strategy seine Barreserve in der Woche vom 20. bis 26. Juli 2026 auf 3,75 Milliarden Dollar aufgestockt — und das zum ersten Mal seit der Genehmigung eines Milliarden-Rückkaufprogramms eigene Vorzugsaktien zurückgekauft. Bemerkenswert: Einen einzigen Bitcoin kaufte das Unternehmen dabei nicht — die Kaufpause dauert inzwischen fünf Wochen und ist die längste seit zwei Jahren. Für deutsche Anleger zeigt dieser Fall, wie ein börsennotiertes Unternehmen seine Krypto-Strategie mit klassischen Finanzinstrumenten verknüpft.

Aktien verkauft, Vorzugspapiere zurückgekauft — die Zahlen hinter der Woche

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt floss das neue Kapital ausschließlich aus dem Verkauf von Stammaktien: Über ein sogenanntes At-the-Market-Programm — ein Mechanismus, bei dem Unternehmen fortlaufend neue Aktien direkt an der Börse platzieren, ohne eine klassische Kapitalerhöhung anzukündigen — wurden zwischen dem 20. und 26. Juli rund 5,43 Millionen MSTR-Aktien verkauft. Die Nettoerlöse: 544,5 Millionen Dollar.

Executive Chairman Michael Saylor rechnet die aufgebaute Reserve in eine konkrete Sicherheitsmarge um: Die 3,75 Milliarden Dollar decken laut beiden Medien 2,1 Jahre der laufenden Verpflichtungen — Dividenden auf Vorzugsaktien und Schuldzinsen summieren sich auf rund 1,76 Milliarden Dollar jährlich.

Ebenfalls neu: Strategy griff erstmals zum STRC-Rückkaufprogramm, das Aktionäre erst am 29. Juni 2026 genehmigt hatten. Für 25 Millionen Dollar wurden 288.930 Anteile der Vorzugsaktie STRC zurückgekauft — ein Papier, das laut Decrypt derzeit unter seinem Nennwert von 100 Dollar notiert, zuletzt bei rund 88,61 Dollar. Vom genehmigten Gesamtrahmen von einer Milliarde Dollar sind damit noch 975 Millionen Dollar ungenutzt.

Wenn Cash wichtiger wird als Bitcoin: Was Strategys Kurswechsel verrät

Die aktuelle Strategie von Strategy lässt sich mit einem einfachen Bild beschreiben: Das Unternehmen füllt gerade seinen Puffer auf, bevor es wieder einkauft — oder auch nicht. Die 3,75 Milliarden Dollar in der Kasse reichen laut Executive Chairman Michael Saylor für 2,1 Jahre laufende Kosten: Zinsen und Vorzugsdividenden, die sich auf rund 1,76 Milliarden Dollar jährlich summieren. Diese Reserve ist also kein Selbstzweck, sondern ein Sicherheitsnetz für das komplexe Finanzierungsgerüst, das das Unternehmen rund um seine Bitcoin-Bestände aufgebaut hat.

Zwei Instrumente, die man kennen sollte

At-the-Market-Programme — kurz ATM — erlauben es börsennotierten Unternehmen, neue Aktien laufend und in kleinen Tranchen über die Börse zu verkaufen, ohne eine aufwendige Kapitalerhöhung ankündigen zu müssen. Das ist für das Unternehmen flexibel, bedeutet für bestehende Aktionäre aber eine schleichende Verwässerung ihres Anteils.

Vorzugsaktien wie STRC sind keine gewöhnlichen Aktien: Sie versprechen feste Ausschüttungen und haben im Insolvenzfall Vorrang. Dass STRC derzeit unter seinem Nennwert von 100 Dollar notiert, macht den Rückkauf für Strategy rechnerisch günstig — das Unternehmen bekommt eigene Verbindlichkeiten mit einem Abschlag zurück.

Was dieser Moment nicht bedeutet

Die Kaufpause bei Bitcoin sagt nichts darüber aus, ob das Unternehmen seine Gesamtstrategie aufgibt. Strategy hält unverändert 843.775 BTC — und hat bislang weder eine einzige Münze davon verkauft. </s>

Wie Strategy seine Bitcoin-Wette finanziert — und was das für Aktionäre bedeutet

Strategy verfolgt seit Jahren eine ungewöhnliche Unternehmensstrategie: Statt klassischem Kerngeschäft steht Bitcoin im Mittelpunkt der Bilanz. Um immer mehr davon zu kaufen, greift das Unternehmen auf verschiedene Finanzinstrumente zurück.

Eines davon ist das sogenannte At-the-Market-Programm (ATM): Dabei gibt das Unternehmen schrittweise neue Aktien aus und verkauft sie direkt über die Börse — ohne die aufwendige Roadshow einer klassischen Kapitalerhöhung, aber mit demselben Grundprinzip: Neue Anteile entstehen, was bestehende Aktionäre verwässert, also ihren prozentualen Anteil am Unternehmen verringert.

Zusätzlich hat Strategy Vorzugsaktien wie STRC ausgegeben — Wertpapiere, die ihren Inhabern feste Dividenden versprechen, ähnlich einem Anleihe-Kupon. Diese Zahlungsverpflichtungen summieren sich laut Decrypt auf rund 1,76 Milliarden Dollar jährlich. Die wachsende Barreserve dient als Puffer, um diese Verbindlichkeiten auch in schwachen Marktphasen bedienen zu können.

Häufige Fragen

Warum kauft Strategy gerade keine Bitcoin mehr?

Strategy hat seit dem 22. Juni 2026 keinen Bitcoin mehr erworben — die bislang längste Kaufpause des Unternehmens seit zwei Jahren. Stattdessen baut das Unternehmen seine Barreserve auf. Executive Chairman Michael Saylor erklärte, die Reserve von 3,75 Milliarden Dollar decke nun rund 2,1 Jahre der laufenden Fixkosten — also Dividenden auf Vorzugsaktien und Schuldzinsen.

Was bedeutet ein „At-the-Market-Programm" für Stammaktionäre?

Bei einem sogenannten At-the-Market-Programm verkauft ein Unternehmen neue Aktien laufend über die Börse — zum jeweils aktuellen Marktpreis, ohne klassisches Großemissions-Verfahren. Für bestehende Aktionäre bedeutet das: Ihr Anteil am Unternehmen verwässert sich schrittweise, weil mehr Aktien im Umlauf sind. Strategy nutzte dieses Instrument, um in einer Woche rund 544,5 Millionen Dollar einzunehmen.

Was ist STRC, und warum handelt es unter 100 Dollar?

STRC ist ein Vorzugspapier von Strategy mit einem Nennwert von 100 Dollar — ähnlich einer Anleihe mit festem Nennbetrag. Notiert ein solches Papier darunter, signalisiert das, dass der Markt es geringer bewertet als ursprünglich ausgegeben. Strategy nutzte diese Situation erstmals, um eigene STRC-Anteile günstiger zurückzukaufen.

Quellen