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Solana Foundation ernennt Rachel Conlan zur Chief Strategy Officer und Jamal Raees zum General Manager Payments
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 24. September 2026

Die Solana Foundation hat am 24. September 2026 zwei erfahrene Krypto-Manager in Schlüsselpositionen berufen: Rachel Conlan, zuletzt drei Jahre als Global Chief Marketing Officer bei Binance tätig, übernimmt den neu geschaffenen Posten der Chief Strategy Officer; Jamal Raees, der von Polygon Labs kommt, wird General Manager of Payments. Die Doppelbesetzung zeigt, wohin die Stiftung steuert: weg vom reinen Technologie-Netzwerk, hin zu einem ernsthaften Akteur im globalen Zahlungsverkehr und institutionellen Finanzmarkt.
Zwei Karrierewege, eine strategische Stoßrichtung
Conlan bringt neben ihrer Zeit bei Binance Erfahrungen von der Krypto-Börse OKX sowie aus dem Sportmarketing — bei CAA Sports und der Werbeagentur Havas — mit. Raees wiederum war vor seiner Tätigkeit bei Polygon Labs beim Zahlungsdienstleister Bridge und dem Krypto-Zahlungsunternehmen Wyre tätig; beides sind Adressen, die eng mit dem Transfer von Geld über Blockchain-Infrastruktur verbunden sind.
Laut der Solana Foundation Appoints 2026 (solana.com) hat das Netzwerk im bisherigen Verlauf von 2026 mehr als fünf Billionen US-Dollar an Stablecoin-Volumen — also Transaktionen mit preisgebundenen digitalen Dollar-Tokens — abgewickelt. Getrennt davon gibt die Stiftung an, dass sogenannte Real-World Assets — tokenisierte Abbilder realer Vermögenswerte wie Anleihen oder Immobilien — auf dem Netzwerk die Marke von 4,5 Milliarden US-Dollar überschritten haben; tokenisierte Aktien stehen demnach bei über 620 Millionen US-Dollar.
Foundation-Präsidentin Lily Liu bezeichnet die aktuelle Phase laut Mitteilung als „Token Supercycle" — womit sie die schrittweise Verlagerung von Geld, Vermögenswerten und Eigentumsrechten auf internetbasierte Infrastruktur meint. Bereits früher in 2026 holte die Foundation mit Michael Coates, der Sicherheitserfahrung von Mozilla und Twitter mitbringt, einen Chief Information Security Officer an Bord.
Wenn Krypto-Infrastruktur anfängt, wie eine Bank zu denken
Die Personalentscheidungen folgen einer erkennbaren Logik: Wer im globalen Zahlungsverkehr mitspielen will, braucht Menschen, die Banken, Regulierer und Konzerne als Gesprächspartner kennen – nicht nur Entwickler, die Protokolle schreiben. Rachel Conlan bringt Erfahrung aus dem Aufbau globaler Markenstrategien mit, Jamal Raees kommt aus einem Umfeld, das sich schon länger mit Zahlungsinfrastruktur beschäftigt. Das ist kein Zufall.
Für deutsche Leser lohnt ein nüchterner Blick auf die Zahlen, die die Stiftung selbst nennt: 5 Billionen US-Dollar Stablecoin-Volumen im laufenden Jahr klingt gigantisch – ist aber zunächst eine Selbstauskunft einer eigeninteressierten Organisation. Unabhängige Prüfung dieser Kennzahlen ist schwierig; sie sollten als Orientierungsgröße, nicht als geprüfte Bilanzziffer verstanden werden.
Wichtiger für die Einordnung ist der strukturelle Wandel dahinter: Stablecoins – digitale Münzen, deren Wert an eine Währung wie den US-Dollar gekoppelt ist – und tokenisierte Vermögenswerte rücken zunehmend in regulierte Finanzprozesse vor. In Deutschland und der EU wird dieser Bereich durch die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) seit 2024 stärker reguliert. Wer mit tokenisierten Aktien oder Stablecoins hantiert, bewegt sich also nicht mehr im rechtsfreien Raum – was institutionelle Akteure eher anzieht als abschreckt.
Was die Ernennungen nicht bedeuten: Sie sind kein Beleg dafür, dass Solana als Netzwerk technisch reifer oder sicherer geworden ist. Führungspersonal ändert die Infrastruktur nicht – es verändert die Richtung, in die investiert und kommuniziert wird.
Wenn Krypto-Netzwerke zu Finanzinfrastruktur werden
Hinter den Personalentscheidungen steckt ein größerer Wandel: Solana begann als Hochgeschwindigkeits-Blockchain — ein dezentrales Netzwerk, auf dem Entwickler Anwendungen ohne zentrale Mittelsmänner betreiben können. Lange war das vor allem ein Thema für Technik-Enthusiasten und Spekulanten.
Inzwischen rückt ein anderes Einsatzgebiet in den Vordergrund: Stablecoins — digitale Münzen, deren Wert an eine stabile Währung wie den US-Dollar gekoppelt ist — und sogenannte tokenisierte Vermögenswerte, also Aktien, Anleihen oder Immobilien, die als digitale Einheiten auf einer Blockchain abgebildet werden. Beides gilt zunehmend als Brücke zwischen dem klassischen Finanzwesen und der Krypto-Welt.
Genau auf diesen Feldern sollen Conlan und Raees nun liefern. Ihre Lebensläufe — Großbörse, Zahlungsdienstleister, globale Sportpartnerschaften — passen eher zu einem Fintech-Unternehmen als zu einem Open-Source-Projekt. Das ist kein Zufall, sondern Programm.
Häufige Fragen
Was macht die Solana Foundation – und wer steckt dahinter?
Die Solana Foundation ist eine gemeinnützige Organisation, die sich der Dezentralisierung, dem Wachstum und der Sicherheit des Solana-Netzwerks widmet. Sie ist nicht identisch mit Solana Labs, dem ursprünglichen Entwicklerstudio hinter der Blockchain. Die Foundation fördert das Ökosystem durch Partnerschaften, Förderungen und strategische Initiativen – sie ist sozusagen die institutionelle Dachorganisation, die das Netzwerk langfristig aufstellt.
Was sind Real-World Assets auf einer Blockchain?
Real-World Assets – kurz: reale Vermögenswerte – bezeichnet Güter wie Immobilien, Anleihen oder Aktien, die als digitale Token auf einer Blockchain abgebildet werden. Laut Solana Foundation haben solche tokenisierten Vermögenswerte auf dem Netzwerk bereits 4,5 Milliarden US-Dollar überschritten. Damit werden klassische Finanzprodukte in die Welt der Kryptografie überführt – was neue Handelsmöglichkeiten schafft, aber auch regulatorische Fragen aufwirft, die je nach Land unterschiedlich beantwortet werden.