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Russlands Staatsduma verabschiedet erstes umfassendes Krypto-Marktgesetz – Inkrafttreten ab 1. September 2026

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 21. Juli 2026

Russlands Staatsduma verabschiedet erstes umfassendes Krypto-Marktgesetz – Inkrafttreten ab 1. September 2026

Russlands Staatsduma hat am 21. Juli 2026 das erste umfassende Krypto-Marktgesetz des Landes verabschiedet – laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph ein historischer Schritt für einen Markt, der bislang in einer regulatorischen Grauzone operierte. Das Gesetz trägt die Nummer 1194918-8 und soll nach Zustimmung des Föderationsrats und der Unterschrift von Präsident Putin größtenteils ab dem 1. September 2026 gelten. Für deutsche Anleger und Unternehmen mit Russland-Bezug dürfte das neue Regelwerk die Frage aufwerfen, wie sich der russische Kryptomarkt künftig zum europäischen Sanktionsrahmen verhält.

Investitionslimits, fünf Marktkategorien und ein bleibendes Zahlungsverbot

Das Gesetz legt klare Grenzen fest, wer wie viel in Kryptowährungen anlegen darf. Laut Russlands Parlament verabschiedet Krypto-Marktgesetz (Cointelegraph) dürfen nicht-qualifizierte Privatanleger — also Kleinanleger ohne besonderen Nachweis — maximal 300.000 Rubel (umgerechnet etwa 3.800 US-Dollar) pro Jahr bei jedem einzelnen lizenzierten Anbieter investieren sowie maximal 100.000 Rubel ins Ausland transferieren. Qualifizierte Investoren, die ihre Erfahrung und ihr Vermögen nachweisen können, unterliegen einem Jahreslimit von 3 Millionen Rubel für Käufe — sind also ebenfalls nicht vollständig unbegrenzt.

Auf Anbieterseite definiert das Regelwerk fünf regulierte Marktkategorien: Kryptobörsen, Broker, Asset Manager, Verwahrer und Wechseldienstleister. Nur Organisationen, die in einem speziellen staatlichen Register eingetragen sind, dürfen als Kryptobörse operieren.

Ein zentraler Punkt, den Russlands Parlament verabschiedet Krypto-Gesetz (CoinDesk) ausdrücklich festhält: Das bestehende Verbot, Krypto als Zahlungsmittel im Inland zu nutzen, bleibt vollständig in Kraft. Erlaubt ist der Einsatz digitaler Vermögenswerte hingegen für Abrechnungen im grenzüberschreitenden Außenhandel. Bestehende Marktteilnehmer haben bis zum 1. Juli 2027 Zeit, sich an die neuen Anforderungen anzupassen.

Regulierung mit Schranken: Was das Gesetz wirklich verändert – und was nicht

Auf den ersten Blick klingt das russische Krypto-Gesetz nach einem großen Befreiungsschlag für den Markt. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch ein nüchterneres Bild: Der Staat öffnet eine kontrollierte Tür – und behält den Schlüssel fest in der Hand.

Das Inlandsverbot für Krypto-Zahlungen bleibt vollständig bestehen. Wer in Russland Waren oder Dienstleistungen kaufen will, kommt an Rubel nicht vorbei. Erlaubt ist der Einsatz digitaler Assets hingegen für Abrechnungen im Außenhandel – ein Bereich, der angesichts internationaler Sanktionen ohnehin im Fokus steht. Das Gesetz beschreibt hier einen klar abgegrenzten Kanal, keine allgemeine Liberalisierung.

Für deutsche Leser und Unternehmen mit Russland-Bezug ist ein weiterer Punkt entscheidend: Die EU hat im April 2026 Sanktionen eingeführt, die russische Krypto-Anbieter und -Plattformen vollständig ausschließen. Das neue russische Gesetz ändert daran nichts. Europäische Nutzer oder Firmen, die mit russischen Kryptobörsen oder Intermediären interagieren, bewegen sich weiterhin in einem rechtlich riskanten Bereich – unabhängig davon, ob diese Plattformen in Moskau nun lizenziert sind oder nicht.

Praktisch bedeutet das: Ein formal geregelter russischer Kryptomarkt und ein für europäische Akteure gesperrter russischer Kryptomarkt schließen sich nicht aus – sie existieren parallel. Das Gesetz schafft Ordnung nach innen, löst aber keine der außenpolitischen Spannungen, die den Zugang von außen blockieren.

Vom Graumarkt zur Lizenzpflicht: Wie Russland Krypto bisher behandelt hat

Russland hat Kryptowährungen lange geduldet, aber nie wirklich geregelt. Zwar wurde der Besitz digitaler Vermögenswerte nicht verboten, doch fehlte ein klarer Rechtsrahmen – weder für Verbraucher noch für Unternehmen. Was Krypto-Regulierung grundsätzlich bedeutet und warum sie überhaupt nötig ist, erklärt unser Artikel Was ist Krypto-Regulierung?.

Eine wichtige Rolle in dem nun geschaffenen Rahmen spielen sogenannte Verwahrer – Dienstleister, die Kryptowerte im Auftrag von Kunden sichern, vergleichbar mit einer Bank, die Wertpapiere aufbewahrt. Das neue Gesetz zählt sie zu den fünf regulierten Kategorien; mehr dazu in unserem Beitrag Krypto-Verwahrung verstehen.

Parallel dazu lief in Russland jahrelang eine Debatte darüber, ob Krypto als Zahlungsmittel erlaubt sein sollte. Das klare Ergebnis: nein – zumindest im Inland. Dieser Grundsatz bleibt im neuen Gesetz vollständig erhalten.

Häufige Fragen

Gilt das Gesetz schon jetzt?

Nein. Die Staatsduma hat das Gesetz am 21. Juli 2026 verabschiedet, doch es braucht noch die Zustimmung des Föderationsrats und die Unterschrift von Präsident Putin. Erst danach tritt es formal in Kraft – und selbst dann gelten die meisten Regelungen erst ab dem 1. September 2026. Bestehende Marktteilnehmer haben zudem eine Übergangsfrist bis zum 1. Juli 2027, um sich anzupassen.

Kann ich mit Krypto jetzt in Russland bezahlen?

Nein. Das Verbot, Kryptowährungen als Zahlungsmittel für Waren und Dienstleistungen innerhalb Russlands einzusetzen, bleibt durch das neue Gesetz ausdrücklich bestehen. Erlaubt ist der Einsatz von Krypto lediglich für bestimmte Abrechnungen im internationalen Handel – also im Außenhandel, nicht im Alltag.

Ist der Rahmen mit dem Gesetz komplett?

Noch nicht. Die russische Zentralbank soll bis Ende 2026 rund 80 ergänzende Regulierungsakte erarbeiten, die das Gesetz mit konkreten Umsetzungsregeln füllen. Das Gesetz selbst legt den Rahmen fest – die Details folgen schrittweise.

Quellen