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Revolut-Datenleck: Hacker fordern 3 Millionen Dollar in Monero und drohen mit Verkauf von Kundendaten
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 17. September 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hat eine Gruppe namens „IAmNotAVillain" öffentlich 6.000 Monero (XMR) — rund 3 Millionen US-Dollar — als Lösegeld gefordert und droht andernfalls damit, gestohlene Kundendaten von Revolut an kriminelle Dritte zu verkaufen. Revolut selbst erklärte gegenüber beiden Redaktionen, keinerlei direkten Kontakt oder eine direkte Forderung von dieser Gruppe erhalten zu haben — ob es sich dabei wirklich um die tatsächlichen Täter handelt, bleibt damit offen. Für Nutzer von Krypto-freundlichen Neobanken zeigt der Fall, wie heikel es sein kann, sensible Ausweisdokumente und Finanzdaten bei digitalen Diensten zu hinterlegen.
Gefälschte Behördenanfragen, Reisepässe und eine zweite Tätergruppe: Was bisher bekannt ist
Die Besonderheit dieses Falls liegt in der Methode: Revolut wurde laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk nicht durch einen klassischen Systemeinbruch kompromittiert. Stattdessen gaben sich die Angreifer als Regierungsbeamte aus und stellten gefälschte Informationsanfragen, die Revoluts interne Prüfmechanismen zunächst passierten — bevor der Betrug aufflog. Erbeutete Daten sollen Reisepässe, Führerscheine, sogenannte KYC-Fotos (Aufnahmen zur Identitätsprüfung bei der Kontoeröffnung) sowie Transaktionshistorien umfassen. Mindestens 680 Kundenkonten sind laut CoinDesk betroffen.
Die Forderung nach Monero (XMR) ist dabei kein Zufall: Die Gruppe erklärte gegenüber der Financial Times, sie habe per Blockchain-Analyse gezielt Konten mit hohen Krypto-Guthaben identifiziert — und wählte Monero bewusst wegen seiner verschleierten Transaktionen.
Laut Cointelegraph beansprucht außerdem eine zweite Gruppe namens „Revolut Smilik" die Verantwortung — und forderte zuvor astronomische 10.000 Bitcoin, damals rund 780 Millionen US-Dollar. Italiens Nationale Anti-Mafia- und Anti-Terrorismus-Direktion hat die Ermittlungen inzwischen ausgeweitet, da ein staatliches E-Mail-Konto mutmaßlich zur Datenbeschaffung missbraucht wurde.
Wenn KYC-Daten zur Einladung für Kriminelle werden
Dieser Fall dreht das übliche Narrativ um: Nicht das Blockchain-Netzwerk war das Einfallstor, sondern der klassische, regulierte Finanzprozess. KYC — die gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung, bei der Reisepass, Führerschein und Selfie eingereicht werden müssen — sollte eigentlich Geldwäsche und Betrug verhindern. Hier wurden genau diese Daten zur Beute.
Besonders aufschlussreich ist die Methode der Täter: Sie nutzten laut Berichten Blockchain-Analysen, um gezielt Revolut-Nutzer mit größeren Krypto-Guthaben herauszufiltern — und wählten dann diese Personen als bevorzugte Ziele. Das ist kein zufälliger Massen-Phishing-Angriff, sondern eine selektive, datengestützte Beutezuordnung. Wer viel Krypto hält, rückt damit automatisch in den Fokus.
Für Nutzer in Deutschland und der EU kommt hinzu: Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) schreibt eigentlich strenge Aufbewahrungs- und Schutzpflichten für solche sensiblen Daten vor. Dass Italiens Datenschutzbehörde nun andere Banken auffordert, ihre Zugangssysteme zu überprüfen, zeigt, dass das Problem über Revolut hinausgeht — es betrifft das gesamte Modell digitaler Finanzdienstleister, die auf behördliche Anfragen reagieren müssen, diese aber nicht immer zuverlässig verifizieren können.
Die Wahl von Monero (XMR) als Erpressungswährung ist kein Zufall: Anders als Bitcoin verschleiert Monero Sender, Empfänger und Betrag — was eine Rückverfolgung durch Ermittler erheblich erschwert. Der Fall ist damit auch ein Lehrstück darüber, welche Daten man bei digitalen Diensten wirklich hinterlegen muss — und welche nicht.
Wenn der Angriff im Postfach beginnt – und nicht im System
Um an die Kundendaten zu gelangen, brauchten die Angreifer keine Schadsoftware und keine technische Lücke in Revoluts Infrastruktur. Stattdessen nutzten sie Social Engineering — auf Deutsch: gezielte Täuschung durch menschliche Interaktion. Konkret gaben sie sich als Regierungsbeamte aus und stellten formale Informationsanfragen, die Revoluts interne Prüfmechanismen zunächst passierten. Erst später flog der Betrug auf. Dass ein staatliches E-Mail-Konto in Italien dabei mutmaßlich missbraucht wurde, macht die Täuschung besonders glaubwürdig — und die Abwehr schwieriger.
Was dabei in fremde Hände geriet, ist besonders heikel: Reisepässe, Führerscheine, sogenannte KYC-Fotos — also Identitätsnachweise, die Finanzdienstleister gesetzlich verpflichtet erheben müssen — sowie Transaktionshistorien. Solche Daten lassen sich nicht wie ein Passwort einfach ändern. Wer sie einmal verloren hat, trägt das Risiko dauerhaft.
Häufige Fragen
Wurden die Daten wirklich bei Revolut gestohlen — oder woanders?
Nicht durch einen klassischen Systemeinbruch: Laut Berichten gaben sich die Angreifer als Regierungsbeamte aus und stellten gefälschte Informationsanfragen, die Revoluts interne Prüfmechanismen zunächst passierten. Die Daten gelangten also über einen getäuschten Prozess nach außen, nicht über eine Sicherheitslücke in Revoluts Software. Das ist ein wichtiger Unterschied — zeigt aber zugleich, wie angreifbar auch formale Kontrollverfahren sein können.
Warum fordern die Täter ausgerechnet Monero statt Bitcoin?
Monero (XMR) ist ein sogenannter Privacy-Coin — eine Kryptowährung, die Transaktionen so verschleiert, dass Sender, Empfänger und Betrag für Außenstehende nicht nachvollziehbar sind. Bitcoin-Transaktionen sind hingegen öffentlich einsehbar und lassen sich rückverfolgen. Für Erpresser ist Monero deshalb attraktiver, weil es Strafverfolgungsbehörden die Analyse erheblich erschwert.
Sind wirklich nur 680 Konten betroffen?
Das ist die Mindestzahl, die laut CoinDesk aktuell aus den Berichten hervorgeht. Ob tatsächlich mehr Konten kompromittiert wurden, ist nach aktuellem Stand unklar — Revolut hat die genaue Reichweite des Vorfalls öffentlich nicht bestätigt.