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Kraken listet OUSD: Open USD Stablecoin für Unternehmen ab 30. September 2026 handelbar
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 02. Oktober 2026

Seit dem 30. September 2026 ist OUSD (Open USD) auf der Kryptobörse Kraken handelbar. Dabei handelt es sich laut Kraken um einen Stablecoin — eine digitale Währung mit festem Wechselkurs zum US-Dollar —, der speziell für Unternehmen wie Banken, Zahlungsdienstleister und Fintechs konzipiert ist, die Geld über Blockchains bewegen wollen. Für deutsche Anleger stellt sich damit die Frage, was dieses ungewöhnliche Geschäftsmodell von bekannten Stablecoins wie USDC oder USDT unterscheidet.
Reserveerträge für Partner statt für den Herausgeber — so funktioniert OUSD
Hinter OUSD steht Open Standard, ein unabhängiges Unternehmen, das den Stablecoin verwaltet und betreibt. Laut OUSD is available for trading (Kraken) können Unternehmen — also etwa Banken, Zahlungsanbieter oder Marktplätze — den Token gebührenfrei prägen (also neu erzeugen) und wieder einlösen. Das Besondere: Der Großteil der Erträge, die aus den hinterlegten Reserven erwirtschaftet werden, fließt nicht an Open Standard selbst, sondern an die Unternehmen, die OUSD in ihre Dienste einbinden und weitergeben.
Die Reserven selbst werden bei Finanzinstituten verwahrt — in Übereinstimmung mit US-amerikanischen Regulierungsanforderungen, wie Kraken mitteilt.
Wichtig für alle, die OUSD über Kraken handeln möchten: Zum Start ist der Token ausschließlich über das reguläre Handels-Interface der Plattform zugänglich. Die Kraken-App sowie die Funktion "Instant Buy" stehen erst dann zur Verfügung, wenn ausreichende Liquiditätsbedingungen erfüllt sind. Zudem können geografische Einschränkungen gelten — was für Nutzer in Deutschland praktische Bedeutung haben kann.
Wenn die Reservezinsen nicht beim Emittenten landen: Was OUSD anders macht
Das Besondere an Open USD ist sein Erlösmodell — und das verdient einen genauen Blick. Bei klassischen Stablecoins wie USDT oder USDC kassiert der Herausgeber die Zinsen, die auf den hinterlegten Dollar-Reserven anfallen. Das ist ein einträgliches Geschäft: Milliarden in Staatsanleihen parken, Erträge einstreichen, Nutzer gehen leer aus. Open USD dreht dieses Prinzip teilweise um: Laut Kraken fließt der Großteil der Reserveerträge an die Unternehmen, die OUSD in ihren eigenen Diensten einsetzen und verteilen — also etwa Banken oder Zahlungsanbieter, nicht an Endnutzer.
Das klingt attraktiv, hat aber eine klare Zielgruppe: Privatanleger sind hier nicht gemeint. OUSD ist ein Werkzeug für Unternehmen im Zahlungsverkehr, kein Sparprodukt für Einzelpersonen.
Für deutsche Nutzer kommt ein weiterer Vorbehalt hinzu: Die Reserven werden gemäß US-amerikanischer Regulierungsanforderungen gehalten — nicht nach europäischen Maßstäben. Die EU-Verordnung MiCA, die seit 2024 schrittweise für Stablecoin-Emittenten in Europa gilt, schreibt eigene Anforderungen an Reservehaltung und Zulassung vor. Ob und wann Open Standard eine MiCA-Zulassung anstrebt, ist derzeit offen.
Hinzu kommt: Auf Kraken ist OUSD zunächst nur über das reguläre Trading-Interface zugänglich — die App und der vereinfachte "Instant Buy"-Bereich bleiben vorerst außen vor. Wer OUSD handeln will, braucht also etwas mehr technische Vertrautheit mit der Plattform.
Stablecoins für Firmen: Ein Markt, den Verbraucher kaum kennen
Stablecoins existieren in zwei sehr unterschiedlichen Welten. Die bekanntesten — etwa USDT (Tether) oder USDC — richten sich an Einzelpersonen und Händler. Es gibt jedoch auch Stablecoins, die primär im Hintergrund des Finanzsystems arbeiten: als Werkzeug für Unternehmen, die große Geldmengen schnell und günstig über Landesgrenzen bewegen müssen. In dieses Segment ordnet Open Standard sein Produkt OUSD ein.
Zentral für das Verständnis ist der Vorgang des Mintings — also das Ausgeben neuer Token gegen hinterlegte Dollar. Laut Open Standard soll dieser Prozess für teilnehmende Unternehmen gebührenfrei sein; außerdem sollen diese Firmen einen Großteil der Erträge erhalten, die die hinterlegten Reserven erwirtschaften. Das ist ungewöhnlich: Bei klassischen Stablecoins behält üblicherweise der Herausgeber selbst diese Zinserträge.
Ob dieses Modell in der Praxis hält, was Open Standard verspricht, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht unabhängig überprüfen.
Häufige Fragen
Kann ich OUSD sofort über die Kraken-App kaufen?
Nicht zwangsläufig. Laut Kraken steht der Handel über die Kraken-App und die Funktion „Instant Buy" erst zur Verfügung, wenn bestimmte Liquiditätsbedingungen erfüllt sind. Zum Start am 30. September 2026 war OUSD zunächst nur über das reguläre Trading-Interface der Börse handelbar. Zusätzlich können geografische Einschränkungen gelten — ob und wann der Token für Nutzer in Deutschland vollständig zugänglich ist, hängt von diesen Bedingungen ab.
Was passiert mit den Zinsen aus den OUSD-Reserven?
Bei klassischen Stablecoins wie USDT behält der Herausgeber die Erträge aus den hinterlegten Reserven in der Regel selbst. OUSD funktioniert laut Kraken anders: Der Großteil der Reserveerträge fließt an die Unternehmen zurück, die OUSD in ihre Dienste integrieren und verteilen. Betrieben wird das Modell von Open Standard, einem unabhängigen Unternehmen, das die Reserven gemäß US-amerikanischen Regulierungsanforderungen bei Finanzinstituten hält.