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Open USD: Stripe, Coinbase und BlackRock starten Stablecoin-Konsortium – Circle-Aktie bricht ein
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 30. Juni 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt haben mehr als 140 Unternehmen am 30. Juni 2026 ein neues Stablecoin-Konsortium namens Open USD enthüllt — mit Schwergewichten wie Stripe, Coinbase, BlackRock, Visa und Mastercard als Gründungspartnern. Die Ankündigung schlug unmittelbar auf die Börse durch: Die Aktie von Circle, dem Herausgeber des etablierten Dollar-Stablecoins USDC, verlor je nach Quelle zwischen zwölf und sechzehn Prozent an einem einzigen Tag. Für alle, die digitale Dollar-Zahlungen nutzen oder planen, könnte sich der Markt damit grundlegend verändern.
Reservegewinne für alle: Was Open USD von bisherigen Stablecoins unterscheidet
Hinter dem Konsortium steht eine unabhängige Gesellschaft namens Open Standard, die von Zach Abrams geleitet wird — dem Mitgründer von Bridge, einem Stablecoin-Infrastrukturanbieter, den Stripe 2024 übernommen hat. Neben den prominenten Fintech- und Krypto-Namen gehören laut Circle Slides 8% as Stripe, Coinbase and BlackRock Back Rival Stablecoin Network (CoinDesk) auch Banken wie BNY, Standard Chartered und DBS sowie Technologiekonzerne wie Google und Shopify zu den Gründungspartnern.
Das entscheidende Merkmal von Open USD ist sein Ertragsmodell: Wer den Stablecoin ausgibt oder zurückgibt, zahlt laut Circle Stock Dives as Coinbase, BlackRock, Visa Back Open USD Stablecoin (Decrypt) keine Gebühren — und Partnerfirmen erhalten einen Anteil der Erträge aus den hinterlegten US-Staatsanleihen, die als Reserve dienen. Bei bestehenden Stablecoins wie USDC verbleiben diese Zinserträge bislang beim Emittenten. Die Steuerung des Netzwerks übernimmt ein Gremium aus den beteiligten Unternehmen. Der Launch ist für später in diesem Jahr geplant; ein fester Starttermin wurde noch nicht genannt.
Wer die Gewinne behält – und warum das alles verändert
Der entscheidende Unterschied von Open USD liegt nicht in der Technologie, sondern im Geschäftsmodell. Bisherige Stablecoins wie USDC funktionieren nach einem simplen Prinzip: Der Herausgeber — also Circle — verwahrt die hinterlegten Dollar in sicheren Staatsanleihen und streicht die Zinserträge daraus selbst ein. Das war lange ein einträgliches, aber stilles Geschäft. Open USD bricht damit: Die Zinserträge sollen künftig an die Partnerunternehmen weitergegeben werden — also an Stripe, Shopify, Google und Co. —, nicht an einen zentralen Emittenten.
Das ist keine kleine Optimierung, sondern ein struktureller Angriff auf das Kerngeschäft von Circle.
Bemerkenswert ist dabei, wer gleichzeitig auf beiden Seiten steht: Coinbase ist langjähriger Vertriebspartner von Circle für USDC — und gleichzeitig Gründungspartner von Open USD. Dieser offensichtliche Interessenkonflikt dürfte die Beziehung zwischen beiden Unternehmen erheblich belasten.
Für Unternehmen in Deutschland, die Stablecoins für internationale Zahlungen oder als Liquiditätspuffer einsetzen, lohnt Aufmerksamkeit: Wenn sich das Modell durchsetzt, könnten Zahlungsdienstleister künftig aktiv Anreize haben, Open USD gegenüber USDC zu bevorzugen — weil sie daran verdienen. Das verändert nicht nur Preisstrukturen, sondern auch, welche Infrastruktur sich mittelfristig als Standard etabliert. Noch ist Open USD nicht live — die konkrete Bewährungsprobe steht aus.
Warum Stablecoin-Emittenten so viel zu verlieren haben
Stablecoins sind digitale Token, die im Wert an eine stabile Währung — meist den US-Dollar — gekoppelt sind. Um diese Bindung zu gewährleisten, hinterlegen Emittenten für jeden ausgegebenen Token reale Dollar, die typischerweise in US-Staatsanleihen angelegt werden. Die Zinserträge aus diesen Reserven fließen bislang vollständig an den Emittenten — Nutzer und Partnerunternehmen, die den Stablecoin für Zahlungen einsetzen, gehen leer aus.
Genau dieses Verteilungsprinzip stellt Open USD in Frage. Statt die Reserveerträge einzubehalten, sollen Partnerunternehmen daran beteiligt werden — ein handfester wirtschaftlicher Anreiz, der erklärt, warum sich mehr als 140 Firmen dem Konsortium angeschlossen haben.
USDC, der von Circle ausgegebene Dollar-Stablecoin, funktioniert nach dem klassischen Emittenten-Modell: Circle behält die Reserveerträge. Je stärker Open USD Marktanteile gewinnt, desto direkter schrumpft diese Einnahmequelle — weshalb die Börsenmärkte die Ankündigung sofort als Bedrohung für Circles Geschäftsmodell gewertet haben.
Häufige Fragen
Ist Open USD dasselbe wie ein klassischer Stablecoin?
Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Wert an einen stabilen Referenzwert — meist den US-Dollar — gekoppelt ist. Open USD funktioniert nach diesem Grundprinzip, unterscheidet sich aber in einem wichtigen Punkt: Die Erträge aus den hinterlegten Reserven (US-Staatsanleihen) fließen nicht allein an den Herausgeber, sondern werden anteilig an die Partnerunternehmen weitergegeben. Das ist ein bewusster Bruch mit dem Modell, das Circle mit USDC etabliert hat.
Was bedeutet es, dass Coinbase gleichzeitig USDC-Partner und Open-USD-Gründer ist?
Coinbase ist seit Jahren enger Partner von Circle beim bestehenden Dollar-Stablecoin USDC — und gehört gleichzeitig zu den Gründungspartnern von Open USD. Dieser Interessenkonflikt ist offen sichtbar. Was das konkret für die künftige USDC-Partnerschaft bedeutet, haben weder Coinbase noch Circle bislang öffentlich klargestellt.
Wann soll Open USD verfügbar sein?
Laut Decrypt soll Open USD noch im Jahr 2026 live gehen. Zum jetzigen Zeitpunkt handelt es sich um eine Ankündigung — der Stablecoin ist noch nicht im Umlauf.