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Open USD (OUSD): Neuer Stablecoin von Coinbase, Mastercard, Stripe, Shopify und Visa startet nativ auf Solana
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 30. September 2026

Seit dem 30. September 2026 ist Open USD (OUSD) nativ auf Solana live — das meldet Solana auf seinem offiziellen Nachrichtenportal. Hinter dem neuen Stablecoin — einer digitalen Münze, deren Wert fest an den US-Dollar gekoppelt ist — stehen fünf gleichberechtigte Gründungspartner: Coinbase, Mastercard, Shopify, Stripe und Visa. Für deutsche Leser ist das Projekt bemerkenswert, weil es zeigt, wie etablierte Zahlungsriesen Blockchain-Infrastruktur für den globalen Zahlungsverkehr und Unternehmens-Treasury nutzen wollen.
Wer prägt OUSD, wer verwahrt das Geld — und wie funktioniert das technisch?
Ausgegeben wird OUSD nicht von den Gründungspartnern selbst, sondern vom Fintech-Unternehmen Bridge. Unternehmen können OUSD direkt 1:1 gegen US-Dollar tauschen — sowohl das Prägen neuer Token als auch das Einlösen gegen Dollar ist laut Open USD is live on Solana (Solana) gebührenfrei. Die hinterlegten Dollar-Reserven liegen bei drei Institutionen: BlackRock, Lead Bank und BNY. Monatliche Attestierungen — unabhängige Prüfberichte, die bestätigen, dass tatsächlich genug Dollar vorhanden sind — werden regelmäßig veröffentlicht.
Technisch ist OUSD direkt auf Solana beheimatet, nicht als Umweg über einen anderen Token. Es nutzt den Token-2022-Standard — eine neuere Variante des Solana-Token-Formats, die unter anderem erweiterte Compliance-Funktionen ermöglicht, aber eine Kompatibilitätsprüfung bei Wallets und Anwendungen erfordert.
Die fünf Gründungspartner haben gemeinsam mehr als eine Milliarde US-Dollar zugesagt, um OUSD mit ausreichend Liquidität — also mit genügend handelbarem Volumen — auszustatten. Mehr als 200 Unternehmen planen bereits die Integration; darunter nennt Solana UBS, SBI Holdings und Jeeves.
Was OUSD von bisherigen Stablecoins unterscheidet — und was das Konsortium-Modell leisten kann
Technisch entscheidend ist die native Ausgabe auf Solana: OUSD existiert als eigenständiger Token auf der Blockchain, nicht als sogenannte Wrapped-Version — also kein Stellvertreter-Token, der einen anderen Vermögenswert nur abbildet. Das reduziert eine Fehlerquelle, die bei Wrapped-Tokens immer vorhanden ist: das Risiko, dass der Mechanismus zwischen Original und Abbild versagt.
Das Konsortium-Modell ist in dieser Form neu. Bisherige Stablecoins wie USDC (Circle) oder USDT (Tether) wurden von einzelnen Unternehmen mit eigenen Interessen herausgegeben. Beim OUSD-Modell sitzen Zahlungsnetzwerke wie Visa und Mastercard, die E-Commerce-Plattform Shopify sowie Zahlungsdienstleister wie Stripe und Coinbase als gleichberechtigte Gründungspartner zusammen — mit unterschiedlichen Rollen in der globalen Wirtschaft, aber einem gemeinsamen Liquiditätsversprechen von über einer Milliarde Dollar. Ob dieses Modell die Koordination im Alltag vereinfacht oder kompliziert, bleibt abzuwarten.
Für deutsche Unternehmen und Anleger gilt dennoch Vorsicht bei der Einordnung: Emittent von OUSD ist nicht das Konsortium selbst, sondern Bridge — ein US-amerikanisches Unternehmen. Die Reserven liegen bei US-Institutionen (BlackRock, BNY, Lead Bank), monatliche Attestierungen sollen Transparenz schaffen. Europäische Regulierung, insbesondere die MiCA-Verordnung, macht für in der EU tätige Unternehmen eine separate Prüfung notwendig, ob und unter welchen Bedingungen OUSD rechtlich einsetzbar ist. Außerdem nutzt OUSD den neueren Token-2022-Standard auf Solana, der nicht von allen Wallets und Anwendungen bereits vollständig unterstützt wird — ein praktischer Punkt für alle, die eine Integration planen.
Warum Unternehmen zwischen nativem Token und Wrapped-Version unterscheiden sollten
Damit OUSD in der Praxis funktioniert, kommen zwei technische Konzepte zusammen, die für Nicht-Entwickler oft verschwommen wirken.
Erstens: Native Ausgabe bedeutet, dass OUSD direkt auf Solana existiert — wie eine Münze, die in einer bestimmten Fabrik geprägt wurde, statt eine Kopie davon zu sein. Eine sogenannte Wrapped-Version wäre dagegen ein Stellvertreter-Token — eine Art Quittung für ein Original, das auf einer anderen Blockchain liegt. Solche Umwege erhöhen die Komplexität und können in Ausnahmesituationen eigene Risiken mitbringen.
Zweitens: OUSD nutzt den Token-2022-Standard auf Solana — den neueren der beiden gängigen Token-Standards auf dieser Blockchain. Er erlaubt erweiterte Funktionen wie Überweisungsgebühren oder Zugangsbeschränkungen, die Unternehmen für Compliance-Anforderungen benötigen. Ältere Wallets und Anwendungen, die nur den Vorgänger-Standard unterstützen, sind damit möglicherweise nicht sofort kompatibel.
Häufige Fragen
Wer gibt OUSD tatsächlich aus – und wer haftet für die Deckung?
Emittent von OUSD ist Bridge, nicht die fünf Gründungspartner. Coinbase, Mastercard, Shopify, Stripe und Visa sind als Konsortiumsmitglieder beteiligt, tragen aber nicht die rechtliche Verantwortung für die Ausgabe. Die Dollar-Reserven hinter jedem OUSD-Token werden bei BlackRock, Lead Bank und BNY gehalten. Monatliche Attestierungen — unabhängige Bestätigungen, dass die Reserven tatsächlich vorhanden sind — werden öffentlich veröffentlicht.
Was bedeutet "nativ auf Solana" im Vergleich zu anderen Stablecoins?
Ein nativ ausgegebener Stablecoin existiert direkt auf der jeweiligen Blockchain, ohne Umweg über einen Proxy-Token. Eine sogenannte Wrapped-Version hingegen ist nur eine Hülle: Sie bildet einen Wert von einer anderen Kette ab und bringt zusätzliche Abhängigkeiten mit sich. OUSD ist von Anfang an direkt auf Solana beheimatet — das vereinfacht Integrationen und reduziert eine mögliche Fehlerquelle im Vergleich zu nachträglich "verpackten" Token.