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US-Sanktionen gegen Babak-Zanjani-Netzwerk ausgeweitet: OFAC zielt auf kommerzielles Ökosystem hinter Krypto-Börse Zedcex

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 24. Juli 2026

US-Sanktionen gegen Babak-Zanjani-Netzwerk ausgeweitet: OFAC zielt auf kommerzielles Ökosystem hinter Krypto-Börse Zedcex

Am 24. Juli 2026 hat das US-Finanzministerium — genauer: sein Sanktionsbüro OFAC — die Strafmaßnahmen gegen das Netzwerk des iranischen Geschäftsmanns Babak Zanjani deutlich ausgeweitet. Neu auf der Sanktionsliste stehen neben Kryptounternehmen auch ein Edelmetallhändler, ein Zahlungsdienstleister und mehrere Logistikfirmen in Dubai und der Türkei — darunter der Zahlungsdienst ZedPay und das Diamantenunternehmen BZ Diamond DMCC. Für deutsche Unternehmen und Compliance-Teams zeigt das: Sanktionsrisiken im Kryptobereich enden längst nicht an der Börsenplattform.

Neun Branchen, eine Dachstruktur: So funktionierte das Zanjani-Netzwerk laut OFAC

Kern der Maßnahmen vom 24. Juli 2026 ist laut OFAC das sogenannte Dot-One-Netzwerk — ein Geflecht aus Firmen, das Zanjani über Jahre in mehreren Ländern aufgebaut haben soll. Neu auf der Sanktionsliste stehen unter anderem ZEDX DMCC (Dubai), ZedPay, BZ Diamond DMCC sowie mehrere Dot-One-Gesellschaften mit Sitz in der Türkei und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wie Treasury Expands Sanctions Against Babak Zanjani's Network (TRM Labs) dokumentiert. Neben den Unternehmen traf die Sanktionierung auch Mehdi Rezazadeh persönlich — als CEO von ZedPay zeigt dieser Schritt, dass OFAC gezielt Führungspersonal ins Visier nimmt, nicht allein Firmenhüllen.

Laut TRM Labs erstreckte sich das Netzwerk über insgesamt neun Branchen: digitale Vermögenswerte, Zahlungsabwicklung, Rohstoffhandel, Edelmetalle, Logistik, Luftfahrt, Schienenverkehr, Reisedienstleistungen und internationaler Handel. Besonders relevant für Compliance-Fachleute: TRM Labs ermittelte, dass das Netzwerk bei Unternehmensauflösungen operativ weiterarbeitete — durch gemeinsame Führungspersonen, sogenannte Corporate Rotation (das systematische Auflösen und Neugründen von Firmen unter wechselnden Namen) sowie persistente digitale Infrastruktur wie geteilte Domains und E-Mail-Adressen.

Wenn die Kryptobörse nur die Fassade ist: Was die OFAC-Aktion für Compliance-Teams bedeutet

Bislang galt im Krypto-Compliance-Alltag eine einfache Faustregel: Prüfe, ob eine Gegenpartei auf einer Sanktionsliste steht. Die OFAC-Aktion vom 24. Juli 2026 zeigt, warum das nicht mehr reicht.

Das Zanjani-Netzwerk war kein reines Kryptoprojekt, das zufällig auch Goldhandel betrieb. Es war laut OFAC ein absichtlich verschachteltes Geflecht aus über neun Branchen — von Edelmetallen über Logistik bis hin zu Reisedienstleistungen. Wer nur die Börsenadressen prüfte, sah nie das Ganze.

Besonders aufschlussreich ist, was TRM Labs in seiner Analyse beschreibt: Das Netzwerk habe demnach auf Corporate Rotation gesetzt — also darauf, aufgelöste Firmen durch neue zu ersetzen, während dieselben Führungspersonen, Domains und E-Mail-Adressen im Hintergrund weitergenutzt wurden. Wer heute mit einem sauber wirkenden Zahlungsdienstleister in Dubai handelt, könnte morgen mit dem Nachfolger einer sanktionierten Struktur in Kontakt sein, ohne es zu wissen.

Für deutsche Unternehmen — etwa Fintech-Firmen, die internationale Überweisungen oder KYC-Prüfungen anbieten — bedeutet das konkret: Die Prüfung von Transaktionspartnern muss auch deren kommerzielle Umgebung erfassen. Wer zahlt? Über welchen Dienstleister? Welche Firmen teilen dieselbe Führungsebene?

Einschränkend gilt: TRM Labs ist selbst Anbieter von Blockchain-Analyse-Software und hat ein wirtschaftliches Interesse daran, Sanktionskomplexität als lösungsbedürftiges Problem darzustellen. Die OFAC-Designierungsliste selbst bleibt die verbindliche Rechtsgrundlage — TRM-Analysen liefern Kontext, kein Urteil.

Warum OFAC Kryptobörsen und Goldhandel gemeinsam sanktioniert

Um die Reichweite dieser Aktion zu verstehen, hilft ein Blick auf das Grundprinzip: Sanktionen wie die des OFAC — des US-Büros für die Kontrolle von Auslandsvermögenswerten — sollen verhindern, dass bestimmte Personen oder Staaten das internationale Finanzsystem nutzen können. Kryptobörsen sind dabei ein besonders attraktives Ziel, weil sie Geldflüsse oft grenzübergreifend und schwer nachverfolgbar ermöglichen.

Damit solche Börsen nicht unkontrolliert für Sanktionsumgehungen genutzt werden, sind regulierte Anbieter weltweit verpflichtet, ihre Kunden zu kennen — Stichwort KYC — und verdächtige Transaktionen zu melden (AML, also Maßnahmen zur Geldwäschebekämpfung). Das Zanjani-Netzwerk zeigt exemplarisch, warum das allein nicht ausreicht: Wer Krypto mit Gold, Logistik und Zahlungsdiensten verknüpft, kann Gelder über viele Branchen hinweg verschleiern — und macht klassische Compliance-Prüfungen damit deutlich schwieriger.

Häufige Fragen

Was bedeutet eine OFAC-Sanktion für Unternehmen außerhalb der USA?

OFAC ist das Sanktionsbüro des US-Finanzministeriums. Seine Listen entfalten eine globale Wirkung, weil nahezu jede internationale Transaktion irgendwann US-Dollar berührt oder über US-Finanzinfrastruktur läuft. Wer wissentlich Geschäfte mit sanktionierten Personen oder Firmen macht, riskiert selbst ins Visier US-amerikanischer Behörden zu geraten — unabhängig davon, ob das eigene Unternehmen in Deutschland, Dubai oder der Türkei sitzt.

Warum wurden Zedcex und Zedxion als historischer Präzedenzfall eingestuft?

Laut OFAC waren Zedcex Exchange Ltd und Zedxion Exchange Ltd die ersten digitalen Vermögensbörsen überhaupt, die wegen finanzieller Unterstützung der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) — der iranischen Elitetruppe, die die USA als Terrororganisation einstufen — sanktioniert wurden. Diese Erstdesignierung im Januar 2026 bildete die Grundlage für die nun erweiterten Maßnahmen vom 24. Juli 2026, die das gesamte kommerzielle Umfeld des Netzwerks erfassen.

Quellen