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MoneyGram bringt Krypto-Bargeld-Service auf Solana: Zugang in über 170 Ländern
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 11. August 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hat MoneyGram seinen Ramps-Service — einen Dienst, der Kryptowährungen mit klassischen Bargeldnetzwerken verbindet — auf die Solana-Blockchain ausgeweitet: Nutzer können damit Auszahlungen in mehr als 170 Ländern und Einzahlungen in mehr als 25 Ländern vornehmen. Bislang lief der Dienst ausschließlich über das Stellar-Netzwerk. Für Menschen, die Krypto-Wallets nutzen und Geld in lokale Währung auszahlen möchten, bedeutet das einen deutlich breiteren globalen Zugang — ohne dass App-Anbieter eigene Bankverbindungen aufbauen müssen.
Eine API für 500.000 Standorte: So funktioniert der neue Solana-Anschluss
Der technische Kern des Angebots ist eine einzige API — eine Programmierschnittstelle, über die Wallets, Krypto-Börsen und Entwickler direkt auf MoneyGrams weltweites Bargeldnetz zugreifen können. Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph müssen App-Entwickler dafür keine eigenen Bank-Integrationen aufbauen — MoneyGrams bestehendes Netz übernimmt diese Rolle. Dieses Netz umfasst laut Cointelegraph knapp 500.000 Einzelhandelsstandorte weltweit; MoneyGram selbst bedient rund 60 Millionen aktive Kunden.
Als erste Wallet hat Rift den neuen Solana-Anschluss bereits integriert — der Dienst steht aber grundsätzlich allen Entwicklern auf Solana offen.
Ebenfalls berichtet CoinDesk, dass MoneyGram bereits im Juni Solana-Validator wurde — also aktiv an der Verarbeitung von Transaktionen im Netzwerk teilnimmt. Das ist eine separate Entwicklung vom Ramps-Launch, zeigt aber, wie tief das Unternehmen inzwischen in die Solana-Infrastruktur eingebunden ist.
Wenn Bargeld und Blockchain zusammenwachsen — was das Modell wirklich bedeutet
Was MoneyGram hier aufbaut, lässt sich am besten als Infrastruktur-Schicht beschreiben: Krypto-Wallets und Börsen bekommen über eine einzige Programmierschnittstelle Zugang zu einem Netzwerk, dessen Aufbau Jahrzehnte gedauert hat. Das ist der entscheidende Punkt — nicht die Blockchain-Technologie dahinter, sondern die Reichweite, die damit plötzlich für Entwickler erreichbar wird.
Für den deutschen Kontext ist das vor allem in eine Richtung interessant: Remittances, also grenzüberschreitende Geldtransfers in Länder mit schwachem Bankensystem. Wer etwa Familie in Teilen Lateinamerikas oder Afrikas unterstützt, könnte künftig über eine Krypto-Wallet Stablecoins — also an den Dollar oder Euro gekoppelte digitale Wertmarken — senden, die der Empfänger am lokalen MoneyGram-Schalter in Bargeld abholt. Das Modell ist nicht neu, aber die Ausweitung auf Solana vergrößert die technische Basis.
Gleichzeitig lohnt ein nüchterner Blick: Die Einzahlungsoption ist mit mehr als 25 Ländern deutlich schmaler als die Auszahlungsseite. Und der Dienst ist zunächst auf eine einzige Wallet — Rift — live gegangen; die breite Nutzung hängt davon ab, wie viele App-Anbieter die Anbindung tatsächlich umsetzen.
Was das Modell jedenfalls verdeutlicht: Stablecoins wachsen nicht mehr nur als Spekulationsinstrument, sondern als Alltagswerkzeug für grenzüberschreitende Zahlungen in reale Infrastruktur hinein.
MoneyGram auf der Blockchain: Wie aus Geldtransfer und Krypto eine Brücke wird
Den ersten Schritt in Richtung Blockchain wagte MoneyGram bereits 2022: Damals startete das Unternehmen gemeinsam mit der Stellar Development Foundation einen Dienst, über den Bargeld in USDC — einen an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin, also eine digitale Währung mit stabilem Wert — umgetauscht werden konnte. Stellar war damit das erste Blockchain-Netzwerk, das MoneyGram in seine Infrastruktur einband.
Das Grundprinzip dahinter nennt sich On- und Off-Ramp: eine Brücke, über die Nutzer zwischen digitalem Geld und klassischem Bargeld wechseln können — ähnlich wie eine Auffahrt und Ausfahrt auf einer Autobahn zwischen zwei verschiedenen Verkehrssystemen. Statt diese Infrastruktur selbst aufzubauen, können Wallet-Anbieter und Entwickler MoneyGrams bestehendes globales Netz über eine einheitliche Programmierschnittstelle (API) nutzen.
Solana ist nun das zweite Netzwerk, das auf diesem Weg angebunden wird — und erweitert damit den Kreis der Plattformen, die MoneyGrams fast 500.000 Einzelhandelsstandorte weltweit als Auszahlungspunkt nutzen können.