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EU plant MiCA-Revision 2027: Nicht-EU-Stablecoin-Emittenten sollen reguliert werden
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 09. Juli 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt planen EU-Beamte, die bestehende Krypto-Regulierung MiCA — das seit dem 1. Juli 2025 vollständig geltende europäische Regelwerk für Kryptowerte — voraussichtlich 2027 grundlegend zu überarbeiten. Im Fokus steht dabei vor allem eine Lücke: Unternehmen außerhalb der EU, die Stablecoins in Europa anbieten, sollen künftig denselben Anforderungen unterliegen wie europäische Anbieter. Für deutsche Nutzer und Anleger bedeutet das: Welche Stablecoins hierzulande legal zugänglich bleiben, könnte sich in den nächsten Jahren noch einmal deutlich verändern.
Dollar-Dominanz als Auslöser: Was die EU an MiCA ändern will
Konkreter Anlass für die geplante Revision ist laut EU-Beamte planen MiCA-Überarbeitung (Cointelegraph) der sogenannte GENIUS Act — ein von US-Präsident Trump unterzeichnetes Bundesgesetz, das erstmals einen einheitlichen Rechtsrahmen für Dollar-Stablecoins in den USA schafft. Dieser Schritt hat EU-Behörden unter Druck gesetzt, nachzuziehen.
Die Dimension des Problems verdeutlicht eine Zahl: Laut EU set to revise MiCA (Decrypt) sind etwa 97 % aller weltweit umlaufenden Stablecoins — digitale Wertmarken, die an einen stabilen Referenzwert wie den Dollar gekoppelt sind — an die US-Währung gebunden. Das Gesamtvolumen wuchs 2025 um mehr als 50 % auf rund 317 Milliarden US-Dollar (Stand April 2025).
Die geplante Überarbeitung, die in der Branche informell als „MiCA 2.0" bezeichnet wird, soll laut beiden Berichten nicht nur ausländische Stablecoin-Emittenten erfassen, sondern auch tokenisierte Zahlungen und Einlagen — also digitale Abbilder von Bankguthaben — in den Geltungsbereich einbeziehen. Ein EU-Diplomat erklärte gegenüber dem europäischen Nachrichtenportal Euronews, die Wiedereröffnung der Akte sei „in diesem Stadium unvermeidlich". Konkrete Gesetzgebungsvorschläge sind jedoch frühestens 2028 zu erwarten, wie Anwalt Miroslav Durić von der Kanzlei Taylor Wessing gegenüber Cointelegraph einschätzte.
Was die geplante Revision wirklich bedeutet — und was sie (noch) nicht ist
Zunächst zur wichtigsten Einschränkung: Es gibt bislang weder einen offiziellen Gesetzesvorschlag noch eine EU-Pressemitteilung. Die Berichte stützen sich auf anonyme Diplomaten, die gegenüber Euronews gesprochen haben. Laut dem Anwalt Miroslav Durić von Taylor Wessing sind konkrete Legislativvorschläge vor 2028 unwahrscheinlich. Was derzeit diskutiert wird, ist eine politische Absichtserklärung — kein bindendes Recht.
Der eigentliche Antrieb hinter der Revision ist geopolitischer Natur: Der in den USA verabschiedete GENIUS Act schafft erstmals einen bundesweiten Rahmen für Dollar-Stablecoins und verleiht US-Anbietern damit eine regulatorische Planungssicherheit, die sie bislang nicht hatten. Rund 97 Prozent aller weltweit umlaufenden Stablecoins sind dollar-gebunden — das Gewicht amerikanischer Anbieter auf dem globalen Markt ist also enorm. EU-Regulatoren sehen darin offenbar einen Wettbewerbsvorteil für US-Unternehmen, der ohne Gegenzug bestehen bliebe.
Die aktuelle MiCA-Fassung wurde primär mit Blick auf europäische Marktteilnehmer konzipiert. Ob und wie ausländische Anbieter bereits heute vollständig erfasst werden, ist rechtlich nicht abschließend geklärt — genau das soll die Revision beheben.
Für den deutschen Markt bedeutet das: Wer heute Krypto-Dienste nutzt, die auf ausländischen Stablecoins basieren, bewegt sich in einem Umfeld, das sich regulatorisch noch im Wandel befindet. Welche Angebote unter einem überarbeiteten Rahmen weiterhin zugelassen wären, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht verlässlich einschätzen. Das informelle Label „MiCA 2.0" beschreibt treffend, was es ist: eine Absicht, kein fertiges Regelwerk.
Warum Dollar-Stablecoins den europäischen Markt dominieren
Ein Stablecoin — eine Kryptowährung, die ihren Wert an einen stabilen Referenzwert wie den US-Dollar koppelt — klingt nach einer Randerscheinung. Die Zahlen zeigen ein anderes Bild: Laut übereinstimmenden Medienberichten, die sich auf Daten der US-Notenbank Federal Reserve stützen, sind rund 97 Prozent aller weltweit umlaufenden Stablecoins an den Dollar gebunden. Das Gesamtangebot wuchs demnach im Jahr 2025 um mehr als 50 Prozent und erreichte zum Stichtag April 2025 einen Stand von rund 317 Milliarden US-Dollar.
Hinter diesen Zahlen steckt das eigentliche Problem für die EU: Die größten Stablecoin-Emittenten sitzen in den USA, nicht in Europa. MiCA — das europäische Regelwerk für Kryptowerte — stellt bislang vor allem Anforderungen an Anbieter, die ihren Sitz in der EU haben. Wer von außerhalb operiert, konnte diese Pflichten bislang umgehen. Genau diese Lücke soll die geplante Überarbeitung schließen. </s>
Häufige Fragen
Was ist MiCA überhaupt — und warum reicht das aktuelle Regelwerk nicht aus?
MiCA (Markets in Crypto-Assets) ist das europäische Gesetz, das seit dem 1. Juli 2025 vollständig gilt und einheitliche Regeln für Kryptowerte — darunter auch Stablecoins — in der EU schafft. Die aktuelle Fassung richtet sich jedoch vor allem an Anbieter mit Sitz in der EU. Unternehmen aus den USA oder anderen Drittstaaten, die ihre Stablecoins europäischen Nutzern zugänglich machen, fallen derzeit nur eingeschränkt darunter — genau diese Lücke soll die geplante Revision schließen.
Müssen sich Nutzer jetzt sofort auf Änderungen einstellen?
Nein. Es gibt bislang keinen verabschiedeten Gesetzesvorschlag. Laut dem Rechtsexperten Miroslav Durić von Taylor Wessing sind konkrete Legislativvorschläge vor 2028 unwahrscheinlich. Die Überarbeitung befindet sich noch in einer frühen Konsultationsphase. Bis ein neues Regelwerk tatsächlich gilt, dürften also noch mehrere Jahre vergehen.