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Malone Lam bekennt sich schuldig: 245-Millionen-Dollar-Kryptoraub per Social Engineering und Einbruch
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 09. September 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt hat sich der 22-jährige Singapurer Malone Lam vor einem US-Bundesgericht in Washington schuldig bekannt, an einem kriminellen Netzwerk beteiligt gewesen zu sein, das mehr als 245 Millionen US-Dollar in Kryptowährung erbeutete. Die Täter kombinierten dabei gefälschte Support-Anrufe mit physischen Einbrüchen — eine Methode, die zeigt, dass selbst gut gesicherte Krypto-Bestände angreifbar sind, wenn Kriminelle gezielt Vertrauen erschleichen. Der Fall ist für deutsche Krypto-Nutzer ein deutliches Warnsignal.
Gefälschte Support-Anrufe, echte Einbrüche: So funktionierte der Raub
Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt begann der Angriff mit einem simplen Trick: Mitglieder der Gruppe riefen Opfer an und gaben sich als Mitarbeiter von Google oder der Krypto-Börse Gemini aus. Sie überzeugten ihre Zielpersonen, Software zur Fernsteuerung des eigenen Computers zu installieren und Sicherheitscodes herauszugeben — danach war der Zugriff auf die digitalen Geldbörsen offen. Beim zentralen Diebstahl am 18. August 2024 verschwanden so über 4.100 Bitcoin aus dem Wallet eines einzelnen Investors aus Washington D.C.
Wenn Opfer ihre Bestände auf einer Hardware-Wallet — einem physischen USB-ähnlichen Gerät, das Kryptowerte offline sichert — verwahrten, wechselte die Gruppe zur Direktaktion: Mitglieder brachen laut Decrypt tatsächlich in Wohnhäuser ein. Das kriminelle Netzwerk hatte sich über Online-Gaming-Plattformen zusammengefunden und war mindestens von Oktober 2023 bis Mai 2025 aktiv.
Die Erlöse wurden über Monero — eine Kryptowährung, die Transaktionen gezielt verschleiert — sowie über Börsen ohne Identitätsprüfung gewaschen. Bargeld wurde laut Decrypt sogar in Kuscheltieren quer durch die USA verschickt. Lam selbst soll allein in einem Monat vier Millionen US-Dollar in Nachtclubs ausgegeben haben.
Wenn die Hardware-Wallet keine Rettung ist: Was dieser Fall über echte Sicherheit lehrt
Der Fall Lam erschüttert eine weit verbreitete Annahme: Wer seine Kryptowerte auf einer Hardware-Wallet — einem physischen Gerät, das private Schlüssel offline speichert — verwahrt, sei auf der sicheren Seite. Das stimmt nur so lange, wie der Mensch dahinter nicht manipulierbar ist.
Genau das haben Lam und sein Netzwerk ausgenutzt. Erst wurde per gefälschtem Support-Anruf Vertrauen erschlichen, dann wurden Sicherheitscodes abgegriffen. Und wenn das nicht reichte, brach die Gruppe physisch in Häuser ein. Die Technik war dabei das kleinste Problem — entscheidend war die menschliche Schwachstelle.
Das ist die eigentliche Lehre für jeden, der Kryptowerte hält: Kein Sicherheitsmittel schützt allein. Eine Hardware-Wallet hilft nicht, wenn man Angreifern freiwillig Zugang gewährt. Und ein starkes Passwort nützt wenig, wenn jemand vor der Haustür steht.
Für deutsche Nutzer gilt dasselbe wie überall: Kein seriöser Anbieter — weder eine Börse noch ein Wallet-Hersteller — ruft ungefragt an und fragt nach Zugangsdaten oder Wiederherstellungsphrasen. Wer einen solchen Anruf erhält, sollte auflegen und den offiziellen Support-Kanal selbst aufsuchen.
Der Fall zeigt außerdem, wie Phishing und Social Engineering im Krypto-Bereich längst keine digitale Fingerarbeit mehr sind — sondern koordinierte, arbeitsteilige Operationen mit echter krimineller Energie.
Wenn der "Support" zum Einbrecher wird: So funktionieren diese Angriffe
Der Fall Lam steht stellvertretend für eine wachsende Kategorie von Krypto-Kriminalität, die Technik und menschliche Manipulation kombiniert. Phishing & Social Engineering — also das gezielte Erschleichen von Vertrauen, um Opfer zu einer schädlichen Handlung zu bewegen — ist keine neue Methode, aber im Krypto-Bereich besonders wirkungsvoll: Wer einmal seinen Sicherheitscode preisgibt oder Fernzugriff auf seinen Rechner erlaubt, hat oft keine zweite Chance.
Besonders bemerkenswert ist, dass die Gruppe auch vor physischen Einbrüchen nicht zurückschreckte — gezielt dann, wenn Opfer ihre Bestände auf einer Hardware-Wallet aufbewahrten, also auf einem Gerät, das normalerweise vom Internet getrennt und damit als besonders sicher gilt.
Das kriminelle Netzwerk, dem insgesamt 18 Personen angehören und das seine Wurzeln in Online-Gaming-Communities hat, zeigt: Organisierte Krypto-Kriminalität funktioniert heute arbeitsteilig — mit klaren Rollen für Anrufer, Einbrecher und Geldwäscher.
Häufige Fragen
Schützt eine Hardware-Wallet vor solchen Angriffen?
Eine Hardware-Wallet — ein physisches Gerät, das private Schlüssel offline speichert — ist gegen reine Telefon- oder Fernzugriff-Angriffe tatsächlich deutlich widerstandsfähiger. Im vorliegenden Fall trennten die Täter deshalb bewusst zwischen zwei Methoden: Wer Krypto auf Exchange-Konten oder Software-Wallets hielt, wurde per gefälschtem Support-Anruf und Remote-Desktop-Software ausgespäht. Wer auf Hardware-Wallets setzte, wurde laut den Berichten Opfer physischer Einbrüche. Eine Hardware-Wallet schützt also vor digitalen Angriffen — aber nicht vor dem Kriminellen, der an die Tür klopft.
Was bedeutet ein Schuldbekenntnis — ist das schon das Urteil?
Nein. Ein Schuldbekenntnis (englisch: guilty plea) bedeutet, dass ein Angeklagter die Vorwürfe offiziell anerkennt. Das Strafmaß legt das Gericht erst in einem separaten Urteilstermin fest, der im Fall Lam noch nicht angesetzt wurde. Die Richterin hat lediglich eine Statusanhörung für Dezember terminiert, um den Stand des Gesamtverfahrens zu prüfen.