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Lido Core Upgrade: Curated Module v2 und CSM v3 stärken Ethereum-Dezentralisierung

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 27. Juli 2026

Lido Core Upgrade: Curated Module v2 und CSM v3 stärken Ethereum-Dezentralisierung

Das Ethereum-Staking-Protokoll Lido hat am 27. Juli 2026 Details zu einem umfangreichen technischen Upgrade veröffentlicht: Der neue Curated Module v2 und das Community Staking Module v3 sollen die Art und Weise grundlegend verändern, wie Validatoren — also die Rechner, die Transaktionen auf Ethereum bestätigen — organisiert und abgesichert werden. Für die rund 770.000 bereits gestakten ETH im Community-Modul und die deutlich größere Masse im Curated Module ändert sich dabei auf Nutzerseite nichts: Wer heute stETH hält, muss nichts tun.

Weniger Validatoren, mehr Sicherheit: Was das Upgrade konkret verändert

Den größten Eingriff beschreibt Lido im Upgrade-Blogbeitrag (Lido) für den Curated Module v2 (CMv2): Er sichert laut Lido derzeit rund 90 Prozent aller im Lido-Core-Protokoll gestakten ETH und besteht seit Protokollstart 2020. CMv2 führt nun native Unterstützung für sogenannte 0x02 Withdrawal Credentials ein — ein technisches Format, das es erlaubt, mehrere Validatoren unter einer einzigen Adresse zusammenzufassen. Lido zufolge könnten dadurch mehr als 265.000 bestehende Validatoren von einem älteren Format migriert werden, was die Gesamtzahl der Ethereum-Validatoren von rund 880.000 auf etwa 628.000 senken würde — allerdings ohne bereits neu eintretende Validatoren einzurechnen. Die Zahl der Bestätigungsnachrichten pro Zeiteinheit im Netzwerk soll Lido zufolge um rund 29 Prozent sinken.

Zusätzlich führt CMv2 laut Lido ein Bond- und Penalty-Framework ein: Statt allein auf die Reputation von Node-Betreibern zu vertrauen, müssen diese künftig ETH als Sicherheit hinterlegen — bei Ausfällen oder Regelverstößen greift das Protokoll automatisch darauf zu.

Im Community Staking Module v3 (CSM v3) kommt ein neuer Betreiber-Typ hinzu, den Lido als „Identified DVT Cluster" (IDVTC) bezeichnet: Dabei handelt es sich um kleine Gruppen, die gemeinsam einen Validator betreiben — mit einer gesenkten Bond-Anforderung von 1,5 bis 0,5 ETH pro Key und einer laut Lido bis zu 3,1-fach höheren Kapitaleffizienz gegenüber Solo-Staking.

Was die Validator-Schrumpfkur wirklich für Ethereum bedeutet

Das auffälligste Versprechen des Upgrades ist die Prognose, die Gesamtzahl der Ethereum-Validatoren um rund ein Drittel zu senken — von etwa 880.000 auf 628.000. Das klingt nach einem Rückschritt, ist aber technisch ein Effizienzgewinn: Weniger Validatoren bedeuten weniger Abstimmungsnachrichten im Netzwerk pro Zeiteinheit, was die Belastung für alle Ethereum-Nodes verringert. Lido allein kann diesen Effekt anstoßen, weil das Protokoll schlicht einen sehr großen Anteil am gesamten Netzwerk-Stake hält.

Hier liegt allerdings auch die wichtigste Einschränkung: Die genannte Zahl gilt nur, solange keine neuen Validatoren hinzukommen — das hat Lido selbst explizit so formuliert. In der Praxis dürften Neueintritte die Reduktion teilweise ausgleichen.

Kritisch zu beachten ist auch, dass Lido als eigeninteressierte Partei über sich selbst berichtet. Das Bond-and-Penalty-Framework — also das Sicherheitssystem, bei dem Betreiber Kapital als Pfand hinterlegen müssen — klingt nach einem echten Fortschritt gegenüber reiner Reputationskontrolle. Ob es in Stresssituationen hält, was es verspricht, lässt sich erst im Ernstfall beurteilen.

Für deutsche stETH-Halter ist das Upgrade vor allem eine Bestätigung, dass die Infrastruktur hinter ihrem Token aktiv weiterentwickelt wird — ohne dass sie selbst eingreifen müssen. Wer Fragen zur steuerlichen Behandlung von Staking-Erträgen hat, sollte dafür einen Steuerberater mit Krypto-Erfahrung hinzuziehen; das ist keine Frage, die ein Protokoll-Upgrade beantwortet.

Warum Lido im Ethereum-Netzwerk so viel Gewicht hat

Lido ist das größte Liquid-Staking-Protokoll auf Ethereum — ein Dienst, der es ermöglicht, ETH am Netzwerk zu beteiligen und dafür handelbare stETH-Token zurückzubekommen, ohne selbst die technische Infrastruktur eines Validators betreiben zu müssen. Weil das für viele Nutzer praktischer ist als die Alternative, hat Lido über die Jahre einen erheblichen Teil des gesamten Ethereum-Stakes auf sich vereint.

Genau das macht technische Entscheidungen bei Lido für das gesamte Netzwerk relevant: Wenn ein einzelnes Protokoll so viel Gewicht hat, betrifft seine innere Struktur — wie viele Validatoren es betreibt, wer diese sind und wie sie abgesichert werden — die Stabilität und Dezentralisierung von Ethereum insgesamt. Das Upgrade greift an diesen Stellschrauben an und setzt dabei auf ein Modell, das weniger auf Vertrauen und mehr auf technische und finanzielle Absicherung baut.

Häufige Fragen

Müssen stETH-Halter jetzt aktiv werden?

Nein. Das Upgrade findet vollständig auf Protokollebene statt. Wer stETH — den Liquid Staking Token (LST) von Lido, der gestaktes ETH repräsentiert — in seiner Wallet hält, muss nichts unternehmen. Belohnungen laufen wie gewohnt weiter. Handlungsbedarf besteht ausschließlich für Node-Operatoren, also die Betreiber der Validatoren selbst.

Was bedeutet die geringere Validatoren-Anzahl für Ethereum?

Durch die Migration auf neue Withdrawal Credentials könnten mehrere hunderttausend bestehende Validatoren zusammengefasst werden. Lido zufolge würde das die Gesamtzahl der Ethereum-Validatoren voraussichtlich deutlich senken. Weniger Validatoren bedeuten weniger Bestätigungsnachrichten pro Zeiteinheit — was das Netzwerk schlanker und effizienter machen soll. Diese Zahl gilt jedoch nur als Schätzung, da neue Validatoren, die künftig hinzukommen, nicht eingerechnet sind.

Was ist ein Bond-Framework und wozu dient es?

Ein Bond ist eine Sicherheitsleistung in ETH, die ein Validator-Betreiber hinterlegt. Läuft ein Validator schlecht oder verletzt er Regeln, kann aus diesem Puffer automatisch ein Abzug erfolgen. Das Prinzip ähnelt einer Kaution: Statt allein auf Reputation zu vertrauen, sichert ein finanzieller Anreiz korrektes Verhalten ab.

Quellen