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Kraken Wallet erhält größtes Update: DeFi-Earn-Vaults direkt in Self-Custody-Wallet integriert
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 16. September 2026

Kraken hat am 16. September 2026 das nach eigenen Angaben bislang größte Update seiner Krypto-Wallet veröffentlicht: Die Kraken Wallet integriert ab sofort sogenannte DeFi-Earn-Vaults — also Renditeprogramme direkt über dezentrale Finanzprotokolle — nativ in die App, ohne dass Nutzer die Kontrolle über ihre Coins abgeben müssen. Für deutsche Anleger ist das relevant, weil es zeigt, wohin sich Wallets entwickeln: weg vom reinen Aufbewahrungsort, hin zum Finanzwerkzeug — mit allen Chancen, aber auch neuen Risiken.
Zwei Wege zur Selbstverwahrung, ein integrierter Marktplatz für Rendite
Laut dem Produktblog von Kraken können Nutzer beim Einrichten der Wallet zwischen zwei Modellen wählen: dem klassischen Seed-Phrase-Wallet — bei dem eine geheime Wortfolge als einziger Schlüssel zum Guthaben dient — oder einem sogenannten Embedded Wallet, das sich per E-Mail, Apple- oder Google-Konto anlegen lässt. Beide Varianten sind laut Kraken vollständig selbstverwahrend; das Unternehmen betont ausdrücklich, keinen Zugriff auf das Guthaben der Nutzer zu haben.
Die nun integrierten DeFi-Earn-Vaults — Renditeprogramme, die auf dezentralen Finanzprotokollen basieren und bislang nur über die Kraken-Börse zugänglich waren — lassen sich künftig direkt aus der Wallet heraus befüllen und verwalten. Ergänzend sind weitere DeFi-Protokolle direkt erreichbar.
Für den Tausch zwischen verschiedenen Kryptowährungen wertet die App Angebote von sieben eingebundenen Anbietern aus und wählt automatisch die günstigste Route — über die Blockchain-Netzwerke Ethereum und Solana sowie kettenübergreifende Verbindungen hinweg.
Sicherheitsseitig soll jede Transaktion vor der Bestätigung eine dreistufige Prüfung durchlaufen: Simulation des Vorgangs, Blockierung schädlicher Interaktionen und Verifizierung der Herkunft der aufgerufenen Anwendung. Eine Watch-only-Funktion — mit der sich fremde Wallets beobachten lassen, ohne eigene Mittel zu bewegen — ist bereits im Web verfügbar; die mobile Version soll laut Ankündigung folgen.
Komfort gegen Kontrolle: Was dieses Update wirklich verspricht — und was es verschweigt
Das Update adressiert ein echtes Nutzerproblem: Wer bisher DeFi-Erträge erzielen wollte, musste sich durch verschiedene Anwendungen, Netzwerke und Protokolle klicken — eine Hürde, die viele abgeschreckt hat. Kraken baut diese Hürde ab, ohne die Selbstverwahrung formal aufzugeben. Das klingt komfortabel, bringt aber eine Verschiebung mit sich, die man verstehen sollte.
Selbstverwahrung bedeutet hier: Kraken haftet nicht. Wer seine Coins in einen DeFi-Earn-Vault einzahlt, interagiert direkt mit Drittanbieter-Protokollen, die Kraken nach eigenen Angaben nicht kontrolliert. Fehler in einem dieser Protokolle — sogenannte Smart-Contract-Bugs, also Programmierfehler in den automatisierten Verträgen — können zum Verlust der eingesetzten Mittel führen. Eine Einlagensicherung, wie sie bei deutschen Banken bis 100.000 Euro gilt, existiert im DeFi-Bereich nicht.
Hinzu kommt: Die angebotenen Renditen sind variabel, nicht garantiert — Marktbedingungen können sich rasch ändern.
Das Embedded Wallet, das sich per E-Mail, Apple oder Google-Konto anlegen lässt, senkt die Einstiegshürde erheblich. Wer keine Seed-Phrase — also die Sicherheits-Wortliste, die Zugang zur Wallet gewährt — verwalten möchte, kann trotzdem selbstverwahren. Das ist technisch ein Fortschritt, ändert aber nichts daran, dass bei Verlust der Zugangsdaten keine zentrale Stelle hilft.
Für deutsche Nutzer gilt zudem: DeFi-Erträge sind grundsätzlich steuerpflichtig. Die genaue Behandlung — Kapitalertrag oder sonstige Einkunft — hängt vom Einzelfall ab und sollte mit einem Steuerberater geklärt werden.
Wallet trifft DeFi: Was hinter den zwei Kernkonzepten steckt
Wer das Update einordnen will, braucht zwei Grundbegriffe. Erstens: Self-Custody — also die vollständige Selbstverwahrung eigener Coins. Das bedeutet: Kein Dritter, keine Börse, kein Unternehmen hält die Gelder. Der Nutzer verwahrt seinen privaten Schlüssel selbst — und trägt damit die alleinige Verantwortung. Geht der Schlüssel verloren, sind die Coins weg.
Zweitens: DeFi — kurz für Decentralized Finance, auf Deutsch dezentrales Finanzwesen. Dabei laufen Finanzdienstleistungen wie Kreditvergabe oder Renditeprogramme nicht über Banken, sondern über Software-Verträge auf einer Blockchain, sogenannte Smart Contracts — also selbstausführende Programme, die ohne Mittelmann funktionieren.
Bisher lebten diese beiden Welten oft getrennt: Self-Custody-Wallets dienten der sicheren Aufbewahrung, DeFi-Plattformen boten Ertragsoptionen — aber auf getrennten Oberflächen. Laut Kraken soll das Update beides in einer einzigen App zusammenführen.
Häufige Fragen
Was bedeutet „Self-Custody" — verliere ich die Kontrolle, wenn ich die E-Mail-Anmeldung nutze?
Nein. Laut Kraken sind beide Wallet-Varianten vollständig selbstverwahrend: Wer sich per E-Mail, Apple oder Google anmeldet, nutzt ein sogenanntes Embedded Wallet — aber auch dabei liegen die privaten Schlüssel ausschließlich beim Nutzer. Kraken kann laut Eigenaussage nicht auf die Vermögenswerte zugreifen oder sie bewegen. Der Unterschied zur klassischen Seed-Phrase-Wallet liegt im Komfort, nicht in der Kontrolle.
Sind die Erträge aus den DeFi-Earn-Vaults garantiert?
Nein. Die Erträge sind variabel und nicht garantiert — das stellt Kraken ausdrücklich klar. Die Vaults basieren auf dezentralen Protokollen, die Kraken nach eigenen Angaben nicht kontrolliert. Wie bei allen DeFi-Angeboten bestehen Risiken durch Schwankungen im Protokoll, Marktbewegungen und mögliche Fehler im zugrunde liegenden Smart-Contract-Code — also im automatisierten Programmcode, der die Regeln des Protokolls ausführt.