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Kraken Prop erweitert Programm: Nasdaq 100 als erstes Nicht-Krypto-Markt rund um die Uhr handelbar

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 20. Juli 2026

Kraken Prop erweitert Programm: Nasdaq 100 als erstes Nicht-Krypto-Markt rund um die Uhr handelbar

Die Krypto-Börse Kraken hat ihr Prop-Trading-Programm — bei dem Händler mit Kapital des Unternehmens statt mit eigenem Geld traden — seit dem 20. Juli 2026 um den Nasdaq 100 erweitert: Der US-Technologieindex ist damit der erste Markt außerhalb von Kryptowährungen, der auf Kraken Prop rund um die Uhr, sieben Tage die Woche gehandelt werden kann. Für deutsche Nutzer ist das vor allem deshalb relevant, weil ein bekannter Name der Krypto-Welt damit in ein Geschäftsfeld vordringt, das bisher klassischen Finanzanbietern vorbehalten war — allerdings unter Bedingungen, die genau gelesen werden wollen.

Wie das Programm konkret funktioniert — und was der Einstieg kostet

Laut Kraken Prop (Kraken) handelt es sich beim Nasdaq-100-Angebot nicht um einen klassischen Futures-Kontrakt mit festen Handelszeiten: Es gibt kein Verfallsdatum, keinen Rollover — also keinen erzwungenen Wechsel in einen neuen Kontrakt — und keine Zwangsschließung am Wochenende.

Bevor Trader mit echtem Unternehmenskapital arbeiten dürfen, müssen sie eine kostenpflichtige Evaluierungsphase bestehen. Diese startet ab 20 US-Dollar; die anschließenden finanzierten Konten sind in drei Stufen gegliedert (Starter, Intermediate, Advanced) und reichen von 5.000 bis 200.000 US-Dollar. Für den Nasdaq 100 gilt ein maximaler Tagesverlust von 3 % und ein Hebel von 2x — das bedeutet, Trader können das Zweifache ihres zugeteilten Kapitals als Positionsgröße einsetzen, maximal aber 100.000 US-Dollar Nominalwert pro Position.

Wer die Evaluierung besteht, behält 80 bis 90 % der erzielten Gewinne. Auszahlungen sollen laut Kraken innerhalb von 24 Stunden auf das Kraken-Wallet möglich sein. Wichtig: Die Evaluierungsgebühren sind nicht rückerstattbar, sobald der Handel begonnen hat — unabhängig davon, ob die Bewertungsphase bestanden wird oder nicht. Betreiber des Dienstes ist Payward Oceanic Ltd.

Reguliert klingt anders: Was der Kleine Stern am Ende der Fußnote bedeutet

Der auffälligste Punkt ist nicht das neue Angebot selbst, sondern sein rechtlicher Rahmen. Kraken als Börse ist reguliert — das Prop-Programm hingegen ausdrücklich nicht. Es wird von Payward Oceanic Ltd betrieben, einer separaten Gesellschaft, die keiner Finanzaufsicht unterliegt. Für deutsche Nutzer bedeutet das konkret: Im Streitfall greift kein Einlagensicherungssystem, keine BaFin-Beschwerdestelle, kein gesetzlicher Anlegerschutz, wie er bei regulierten Brokern Standard ist.

Hinzu kommt die Kostenstruktur. Evaluierungsgebühren — also die Teilnahmegebühren für den Eignungstest — sind nicht rückerstattbar, sobald der erste Trade gesetzt wurde. Wer die Evaluation nicht besteht und einen zweiten Versuch starten will, zahlt erneut. Kraken selbst hält fest, dass die Mehrzahl der Bewerber den ersten Durchgang scheitert. Das ist keine versteckte Warnung, sondern steht auf der Angebotsseite — aber solche Hinweise gehen im Enthusiasmus für ein attraktives Gewinnversprechen leicht unter.

Das Breitere Bild ist trotzdem interessant: Krypto-Plattformen erschließen sich systematisch traditionelle Assetklassen — Aktien, Indizes, jetzt rund um die Uhr. Das verändert den Wettbewerb mit klassischen Brokern. Ob das langfristig zum Vorteil der Nutzer ist, hängt davon ab, ob Transparenz und Regulierung mit dem Tempo der Produktentwicklung Schritt halten. Aktuell klafft da noch eine Lücke — und die liegt im Kleingedruckten.

Prop Trading und der Nasdaq 100: Was hinter den Konzepten steckt

Beim Prop Trading — kurz für Proprietary Trading — stellt ein Unternehmen eigenes Kapital zur Verfügung, das externe Händler nach festgelegten Regeln einsetzen dürfen. Im Erfolgsfall teilen beide Seiten die Gewinne; Verluste trägt das Unternehmen bis zu einer definierten Grenze. Wer die eigenen Fähigkeiten zunächst ohne Risiko testen möchte, findet im Paper Trading eine verwandte Übungsform — hier handelt man ebenfalls ohne echtes Eigenkapital, allerdings ohne Gewinnbeteiligung.

Der Nasdaq 100 ist ein US-amerikanischer Aktienindex, der die 100 größten Nicht-Finanz-Unternehmen nach Marktkapitalisierung aus dem breiteren Nasdaq-Composite-Index abbildet. Dazu zählen zwar viele Technologiekonzerne, aber auch Unternehmen aus dem Gesundheits- und Konsumgüterbereich. An regulären Börsen ist der Handel auf feste Handelszeiten beschränkt — die 24/7-Verfügbarkeit auf Kraken Prop basiert auf einem eigenen Preismodell und entspricht keinem klassischen Börsenhandel.

Häufige Fragen

Was passiert mit der Evaluierungsgebühr, wenn ich den Test nicht bestehe?

Die Gebühr ist nicht rückerstattbar, sobald der Handel begonnen hat — unabhängig davon, ob die Evaluierung bestanden wird oder nicht. Kraken Prop weist ausdrücklich darauf hin, dass die meisten Bewerber den ersten Versuch nicht bestehen und kein zukünftiger Erfolg garantiert wird. Wer das Programm ausprobieren möchte, sollte die Gebühr als fixen Kostenpunkt einkalkulieren.

Ist Kraken Prop dasselbe wie der regulierte Krypto-Handel bei Kraken?

Nein. Obwohl der Name Kraken bekannt ist, wird der Prop-Dienst von einer separaten Einheit — Payward Oceanic Ltd — betrieben und ist ausdrücklich als unregulierten Service gekennzeichnet. Das bedeutet: Die Schutzrechte, die Nutzer von einer regulierten Börse erwarten können, gelten hier nicht. Diese Unterscheidung ist entscheidend, bevor man sich mit echtem Geld für eine Evaluierung anmeldet.

Quellen