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Kalshi strebt 40-Milliarden-Dollar-Bewertung an und baut Vorsprung vor Polymarket aus
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 25. Juni 2026

Das US-Unternehmen Kalshi — Betreiber einer staatlich regulierten Börseplattform, auf der Nutzer auf den Ausgang realer Ereignisse wetten können — sucht einer neuen Finanzierungsrunde zu einer Bewertung von rund 40 Milliarden US-Dollar, wie CoinDesk und Cointelegraph übereinstimmend unter Berufung auf die Financial Times berichten. Das wäre fast das Doppelte der 22 Milliarden Dollar, mit denen Kalshi erst im Mai 2026 bewertet wurde. Für deutsche Beobachter ist das ein deutliches Signal, wie groß das Interesse großer Investoren an sogenannten Prediction Markets — also Plattformen, die Finanzmärkte auf Ereignisvorhersagen ausweiten — inzwischen geworden ist.
Fast doppelte Bewertung in weniger als zwei Monaten — die Zahlen hinter der Runde
Die 22-Milliarden-Dollar-Bewertung stammt aus Kalshis Series-F-Runde vom Mai 2026, die von Coatue Management angeführt wurde — mit namhaften Geldgebern wie Andreessen Horowitz, Sequoia Capital, Morgan Stanley und Ark Invest. Jetzt, keine zwei Monate später, peilt Kalshi laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph bereits die nächste Runde an — die Quellen berufen sich dabei auf Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind, nicht auf eine offizielle Unternehmensaussage. Ein Abschluss könnte demnach bereits im dritten Quartal 2026 erfolgen.
Den Bewertungssprung untermauern auch Handelszahlen: Laut Cointelegraph erzielte Kalshi im Mai 2026 ein monatliches Nominalhandelsvolumen — also den Gesamtwert aller platzierten Wetten — von 17,9 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Konkurrent Polymarket kam im selben Zeitraum auf 7,1 Milliarden Dollar. Polymarket wurde zuletzt im April 2026 mit 15 Milliarden Dollar bewertet. Einen Börsengang schließt Kalshi-CEO Tarek Mansour laut CoinDesk für die nahe Zukunft aus — frühestens nach 2027.
Warum institutionelle Investoren plötzlich auf Ereignismärkte setzen
Die rasante Bewertungsverdopplung innerhalb weniger Monate verrät etwas Wichtiges: Hier geht es längst nicht mehr nur um eine clevere Wett-App. Investoren wie Andreessen Horowitz, Sequoia und Morgan Stanley stehen für eine These, nämlich dass Prediction Markets sich zu einem ernsthaften Bestandteil der Finanzinfrastruktur entwickeln könnten — vergleichbar mit dem Aufstieg von Online-Brokern in den Nullerjahren.
Dabei lohnt eine Unterscheidung, die im Hype leicht untergeht: Kalshi ist kein Krypto-Unternehmen, sondern eine federal regulierte US-Börse, die klassischen Finanzregeln unterliegt. Konkurrent Polymarket hingegen baut auf Blockchain-Infrastruktur und kryptobasierten Abrechnungsmechanismen. Beide Modelle kämpfen um dasselbe Publikum, gehen aber grundlegend verschiedene regulatorische Wetten ein. Kalshis Ansatz, den regulierten Weg zu gehen, scheint bei institutionellen Geldgebern gerade deutlich mehr Vertrauen zu wecken — auch wenn dieser Weg teurer und langsamer ist.
Für deutsche Anleger oder Beobachter bleibt ein wichtiger Vorbehalt: Die 40-Milliarden-Bewertung ist keine bestätigte Tatsache, sondern basiert auf Angaben aus dem Umfeld des Unternehmens gegenüber der Financial Times. Solche Zahlen können Verhandlungstaktik sein.
Und selbst wenn die Runde zustande kommt — die rechtliche Lage bleibt ungeklärt. Dass ein US-Bundesstaat wie Kentucky gleich mehrere Prediction-Market-Plattformen wegen unlizenzierter Sportwetten verklagt, zeigt: Zwischen reguliertem Finanzmarkt und illegalem Glücksspiel verläuft in diesem Sektor noch keine scharfe, allseits akzeptierte Grenze. Für europäische Nutzer und Regulierer dürfte diese Frage noch gar nicht ernsthaft auf dem Tisch liegen.
Wetten auf Ereignisse als reguliertes Finanzprodukt — wie Kalshi das möglich macht
Prediction Markets funktionieren im Prinzip wie ein Marktplatz für Meinungen: Wer glaubt, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt — etwa ein bestimmter Wahlausgang oder eine Zinsentscheidung — kauft einen Vertrag, der bei Eintreten des Ereignisses ausgezahlt wird. Solche Verträge nennt man Derivate — Finanzinstrumente, deren Wert sich von einem zugrundeliegenden Ereignis oder Preis ableitet.
Der entscheidende Unterschied zwischen Kalshi und Konkurrent Polymarket liegt in der Infrastruktur: Kalshi ist eine von der US-Aufsichtsbehörde CFTC — der amerikanischen Terminbörsenaufsicht — lizenzierte Börse und arbeitet mit klassischer Finanzinfrastruktur. Polymarket hingegen setzt auf Blockchain-Technologie und kryptobasierte Abrechnungen, ist also im Krypto-Bereich verwurzelt. Für institutionelle Investoren wie Banken oder große Fonds ist Kalshis regulierter Rahmen oft die Voraussetzung für ein Engagement — was den Bewertungsunterschied zwischen den beiden Plattformen teilweise erklärt.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Kalshi von Polymarket?
Kalshi ist eine regulierte US-Börse, die unter Aufsicht der amerikanischen Terminmarkt-Behörde CFTC — der US-Behörde, die unter anderem Futures und Derivate beaufsichtigt — operiert. Polymarket dagegen setzt auf Blockchain-Technologie und kryptobasierte Abwicklung. Beide Plattformen ermöglichen es Nutzern, auf den Ausgang realer Ereignisse zu setzen, unterscheiden sich aber grundlegend in ihrer technischen Infrastruktur und ihrer regulatorischen Einbettung.
Ist die 40-Milliarden-Bewertung bereits offiziell bestätigt?
Nein. Laut den Berichten von CoinDesk und Cointelegraph — die sich auf die Financial Times stützen — basiert die Zahl auf Angaben von Personen, die mit der Sache vertraut sind, nicht auf einer offiziellen Mitteilung von Kalshi. Eine Finanzierungsrunde zu dieser Bewertung könnte laut den Berichten im dritten Quartal 2026 abgeschlossen werden, ist aber zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht vollzogen.