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Jack Mallers verlässt Twenty One Capital: Tethers Bitcoin-Fusionspläne gescheitert

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 21. Juli 2026

Jack Mallers verlässt Twenty One Capital: Tethers Bitcoin-Fusionspläne gescheitert

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt ist Jack Mallers am 20. Juli 2026 als Chef von Twenty One Capital zurückgetreten – und damit auch Tethers ambitionierter Plan gescheitert, drei Bitcoin-Unternehmen unter einem börsennotierten Dach zu vereinen. Mallers kehrt zu seinem Zahlungsdienst Strike zurück, das nun vollständig eigenständig bleibt. Für deutsche Anleger, die Bitcoin-nahe Aktien im Blick haben, ist das eine Erinnerung daran, wie schnell große Unternehmenspläne im Krypto-Bereich kippen können.

Drei wurden zwei – und dann keins: Was von Tethers Fusionsplan übrig bleibt

Die ursprüngliche Idee war ehrgeizig: Tether wollte laut Decrypt erstmals im April 2026 auf der Bitcoin Conference drei Unternehmen zusammenführen – Twenty One Capital als Bitcoin-Schatzkammer (ein Unternehmen, das Bitcoin als zentrales Bilanzkapital hält), Mallers' Zahlungsdienst Strike sowie den Mining-Spezialisten Elektron Energy. Das Ziel: alle drei unter dem Dach eines einzigen börsennotierten Konzerns bündeln.

Dieser Plan ist nun in seiner ursprünglichen Form vom Tisch. Strike bleibt vollständig eigenständig, und die Drei-Wege-Fusion wurde offiziell aufgegeben, wie CoinDesk und Decrypt übereinstimmend berichten.

Twenty One Capital selbst existiert weiter und hält laut Decrypt unverändert rund 43.514 Bitcoin – zum Zeitpunkt der Berichterstattung mehr als vier Milliarden US-Dollar wert, was Rang zwei unter börsennotierten Unternehmen nach Bitcoin-Beständen bedeutet. Als neuen CEO ernannte das Unternehmen Raphael Zagury, Gründer von Elektron Energy und früherer Führungskraft bei Deutsche Bank, Merrill Lynch und Goldman Sachs. Am Dienstag fielen die XXI-Aktien laut Decrypt um knapp 18 %; die Aktie hatte zuvor bereits ein deutliches Tief gegenüber ihrem 52-Wochen-Hoch von 31,51 USD erreicht. Eine mögliche Zwei-Wege-Transaktion zwischen Twenty One Capital und Elektron Energy wird laut beiden Redaktionen noch sondiert – eine Einigung gibt es bislang nicht.

Wenn der Kurs-Aufschlag zum Risiko wird: Was das Fusionsplatzen für Bitcoin-Aktien bedeutet

Twenty One Capital existiert weiter, hält weiterhin über 43.000 Bitcoin und ist an der New Yorker Börse gelistet. Das Scheitern der Fusion ist also kein Unternehmensuntergang – aber es legt offen, wie viel des Kurswerts eines solchen Unternehmens auf Erwartungen beruht, nicht auf dem Bitcoin-Bestand allein.

Das ist der entscheidende Unterschied zu einem direkten Bitcoin-Investment. Wer Aktien eines Bitcoin-Treasury-Unternehmens kauft, zahlt oft einen Aufpreis gegenüber dem rechnerischen Bitcoin-Wert je Aktie – der sogenannte „NAV-Aufschlag" (NAV steht für Net Asset Value, also den Nettoinventarwert des gehaltenen Bitcoins). Dieser Aufschlag speist sich aus Wachstumsfantasien: mehr Bitcoin, neue Geschäftsfelder, Synergien durch Fusionen. Fällt der Plan weg, fällt häufig auch der Aufschlag – das erklärt, warum XXI-Aktien am Tag der Berichterstattung um knapp 18 Prozent einbrachen, obwohl der Bitcoin-Bestand unverändert blieb.

Für deutsche Anleger kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Solche Aktien sind meist in US-Dollar notiert und unterliegen dem Währungsrisiko. Kursgewinne können durch einen schwachen Dollar beim Umtausch in Euro teilweise aufgezehrt werden.

Offen bleibt, ob eine mögliche Zwei-Wege-Transaktion zwischen Twenty One Capital und Elektron Energy die ursprüngliche Vision zumindest teilweise retten kann. Laut den vorliegenden Berichten stecken diese Gespräche aber noch ganz am Anfang – belastbare Schlüsse lassen sich daraus nicht ziehen.

Bitcoin-Aktien als Umweg: Was hinter dem Konzept "Bitcoin-Treasury" steckt

Twenty One Capital ist kein klassisches Tech-Unternehmen, das nebenbei in Bitcoin investiert – es wurde von Anfang an als sogenanntes Bitcoin-Treasury-Unternehmen konzipiert: Der einzige Geschäftszweck besteht darin, möglichst viele Bitcoin zu halten und diesen Bestand über die Börse zugänglich zu machen. Anleger können so indirekt in Bitcoin investieren, ohne selbst eine Krypto-Wallet einrichten zu müssen.

An die Börse kam Twenty One Capital im Dezember 2025 nicht über einen klassischen Börsengang, sondern über einen SPAC – eine Börsenhülle, die bereits gelistet ist und ein privates Unternehmen durch Fusion aufnimmt.

Tether, der Herausgeber des weit verbreiteten Dollar-Stablecoins USDT, wollte rund um Twenty One Capital eine noch größere Plattform bauen: Bitcoin kaufen, verwahren, damit bezahlen und es gleichzeitig schürfen – alles unter einem Dach, ein Vollsortiment-Anbieter für die Bitcoin-Wirtschaft. Dieses Konzept ist nun in seiner ursprünglichen Form vom Tisch.

Häufige Fragen

Was passiert jetzt mit Twenty One Capital?

Twenty One Capital existiert weiter und bleibt börsennotiert. Das Unternehmen hält weiterhin einen großen Bitcoin-Bestand und hat mit Raphael Zagury einen neuen CEO. Die ursprünglich geplante Drei-Wege-Fusion mit Strike und Elektron Energy wurde zwar aufgegeben, doch Twenty One und Elektron Energy führen laut übereinstimmenden Berichten noch frühe Gespräche über eine mögliche gemeinsame Transaktion – ohne dass bisher etwas beschlossen wäre.

Was ist ein Bitcoin-Treasury-Unternehmen?

Ein Bitcoin-Treasury-Unternehmen ist eine börsennotierte Firma, deren Hauptgeschäft darin besteht, Bitcoin in großen Mengen zu halten – ähnlich einem Fonds, der über die Börse handelbar ist. Anleger können so indirekt an der Bitcoin-Preisentwicklung teilhaben, ohne selbst Kryptowährung zu verwahren. Allerdings trägt der Aktienkurs zusätzlich unternehmensspezifische Risiken, wie der Kursrückgang von XXI nach Bekanntwerden des Fusionsendes zeigt.

Quellen