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Intesa Sanpaolo reduziert Bitcoin-ETF-Position um 94 % und verdreifacht Ethereum-ETF-Anteil im zweiten Quartal 2026

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 04. August 2026

Intesa Sanpaolo reduziert Bitcoin-ETF-Position um 94 % und verdreifacht Ethereum-ETF-Anteil im zweiten Quartal 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hat die italienische Großbank Intesa Sanpaolo im zweiten Quartal 2026 ihre Anteile am iShares Bitcoin Trust ETF um rund 94 Prozent abgebaut und gleichzeitig ihre Position in einem Ethereum-ETF verdreifacht. Der Schritt fiel in ein Quartal, in dem Bitcoin rund 14 Prozent und Ether rund 25 Prozent an Wert verloren. Für deutsche Anleger zeigt der Fall, wie eine der größten europäischen Banken regulierte Krypto-Fonds aktiv als Steuerungsinstrument einsetzt — und nicht einfach passiv hält.

Von 646.000 auf 40.000 Aktien: So verschob Intesa ihr Krypto-Portfolio im Frühjahr

Den größten Einschnitt verzeichnete der iShares Bitcoin Trust ETF (IBIT) — ein börsengehandelter Fonds, der den Bitcoin-Kurs direkt abbildet: Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk schrumpfte die Intesa-Position hier von 646.809 auf 40.723 Aktien — zum Stichtag 30. Juni 2026 entsprach das noch einem Wert von rund 1,36 Millionen US-Dollar.

Auf der anderen Seite baute die Bank ihre Beteiligung am iShares Staked Ethereum Trust ETF (ETHB) kräftig aus: von 116.200 auf 349.600 Aktien, was zum selben Stichtag rund 7,1 Millionen US-Dollar entsprach — mehr als das Doppelte des Vorquartalswerts. Wie Cointelegraph berichtet, war die größte kryptobezogene Einzelposition der Bank aber weder IBIT noch ETHB, sondern der ARK 21Shares Bitcoin ETF (ARKB) mit rund 3,47 Millionen Aktien im Wert von 67,6 Millionen US-Dollar — leicht rückläufig um etwa 4 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Unverändert hielt Intesa ihre Anteile am Grayscale XRP Trust (712.319 Aktien), während die Position in BitGo Holdings (BTGO) laut beiden Quellen nahezu verdoppelt wurde auf rund 323.000 Aktien.

Wenn eine Bank umschichtet: Was der Zug von IBIT zu ETHB wirklich bedeutet — und was nicht

Der Blick auf die Zahlen allein kann täuschen. Die drastische IBIT-Kürzung klingt wie ein Rückzug aus Bitcoin — doch Intesa Sanpaolo hat gleichzeitig ihre ARKB-Position, den ARK 21Shares Bitcoin ETF, nur marginal um rund vier Prozent reduziert. Mit einem Wert von 67,6 Millionen US-Dollar war das ihre mit Abstand größte kryptobezogene Einzelposition. Der Abbau bei IBIT war also eher eine Feinsteuerung innerhalb der Bitcoin-Allokation als ein grundsätzlicher Kurswechsel weg von Bitcoin.

Interessanter ist die Verschiebung Richtung Ethereum. Die Verdreifachung des ETHB-Anteils ausgerechnet in einem Quartal, in dem Ether 25 Prozent verlor, deutet auf eine bewusste Gegenläufigkeit hin — antizyklisch einzukaufen ist klassisches institutionelles Portfoliomanagement, keine Besonderheit der Kryptowelt.

Für deutsche Anleger lohnt sich ein weiterer Gedanke: Was Intesa Sanpaolo hier tut, ist über einen regulierten Krypto-ETF zugänglich — ohne Wallets, ohne Verwahrungsrisiko, mit klarer steuerlicher Einordnung als Wertpapier. Genau das macht ETF-Strukturen für Banken attraktiv. Das bedeutet aber auch: Das Kursrisiko der zugrundeliegenden Kryptowährungen bleibt vollständig erhalten. Ein ETF auf Ethereum schützt nicht vor einem fallenden Ether-Kurs — er macht ihn nur einfacher handelbar.

Was die Beweggründe hinter den konkreten Entscheidungen waren, bleibt offen. Intesa hat sich dazu öffentlich nicht geäußert.

Wie Banken über ETFs in Krypto investieren — ohne Coins direkt zu halten

Wer als Bank Bitcoin oder Ether kaufen will, steht vor einem praktischen Problem: direkte Krypto-Bestände erfordern Verwahrinfrastruktur, regulatorische Sondergenehmigungen und erhöhten Compliance-Aufwand. Ein Krypto-ETF — ein börsengehandelter Fonds, der den Kurs einer Kryptowährung abbildet — löst dieses Problem elegant: Die Bank kauft schlicht Fondsanteile über die gewohnte Wertpapier-Infrastruktur, so wie sie Aktien oder Anleihen handelt.

In den USA wurden solche Spot-ETFs auf Bitcoin und Ether erst 2024 von der Börsenaufsicht zugelassen. Seither können auch traditionelle Finanzinstitute reguliert und transparent in diese Anlageklasse einsteigen — und ihre Positionen quartalsweise über sogenannte 13F-Einreichungen bei der US-Aufsichtsbehörde offenlegen. Genau diese Pflichtmeldungen sind die Grundlage der nun bekannt gewordenen Portfolioverschiebungen von Intesa Sanpaolo.

Häufige Fragen

Was ist ein Spot-ETF auf Bitcoin oder Ether — und warum nutzen Banken ihn?

Ein Krypto-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der den Preis einer Kryptowährung abbildet, ohne dass der Anleger selbst digitale Coins kaufen oder verwahren muss. Für Banken wie Intesa Sanpaolo ist das praktisch: Sie können über regulierte Finanzprodukte an der Kursentwicklung teilhaben, ohne eigene Krypto-Infrastruktur aufbauen zu müssen — vergleichbar damit, Gold-Preisbewegungen über einen Fonds zu spielen, statt Barren im Tresor zu lagern.

Warum kann eine Bank gleichzeitig Bitcoin-ETFs abbauen und Ethereum-ETFs aufstocken?

Das sind zwei separate Anlageentscheidungen. Eine Bank kann ein Produkt reduzieren — zum Beispiel wegen interner Risikovorgaben oder Markteinschätzungen — und gleichzeitig ein anderes aufstocken. Beides geschieht im selben Portfolio, spiegelt aber unterschiedliche Einschätzungen zu einzelnen Positionen wider. Aus den Berichten geht nicht hervor, welche konkreten Beweggründe hinter den jeweiligen Entscheidungen standen.

Quellen