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Deribit listet HYPE-Optionen und Futures mit USDC-Settlement
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 26. Juni 2026

Die Krypto-Derivatebörse Deribit hat ihr Angebot zum 23. Juni 2026 um HYPE-Derivate erweitert: Laut HYPE Options on Deribit (Deribit Insights) stehen ab sofort Perpetual Futures, datierte Futures und Optionen auf den Token zur Verfügung — alle in USDC abgerechnet. Für deutsche Anleger, die HYPE halten, bedeutet das konkret: Sie können ihre Positionen erstmals auf Deribit mit strukturierten Absicherungs- und Einkommensstrategien kombinieren, ohne den Token verkaufen zu müssen.
Drei Produkte, ein Settlement: So ist das HYPE-Angebot aufgebaut
Das Derivate-Trio besteht aus einem Perpetual Future — einem Kontrakt ohne Ablaufdatum —, datierten Futures mit festen Verfallsterminen sowie klassischen Optionskontrakten. Alle drei Produkte werden in USDC abgerechnet, dem an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin. Wer USDC auf Deribit hält, erhält laut HYPE Options on Deribit (Deribit Insights) monatliche USDC-Rewards.
Für die Optionskontrakte gilt ein Kontraktmultiplikator von 10: Ein einzelner Kontrakt entspricht also einem Nominalwert von 10 HYPE — kein unwichtiges Detail beim Positionsaufbau. Die Kontrakte folgen dem Format HYPE_USDC-Verfallsdatum-Strikepreis-Optionstyp; eine Call-Option mit Strike 100 USD und Verfall am 25. Dezember 2026 hieße beispielsweise HYPE_USDC-25DEC26-100-C.
Alle HYPE-Derivate sind laut Deribit Insights in das Portfolio-Margin-System der Börse eingebunden, das nach Angaben des Unternehmens den Kapitaleinsatz durch gemeinsame Bewertung mehrerer Positionen reduzieren kann. Den HYPE-Spot-Handel — also den direkten Kauf und Verkauf des Tokens — plant Deribit für die kommenden Monate. Erst dann soll HYPE auch als Sicherheit im sogenannten Cross-Collateral-System hinterlegt werden können, was Strategien wie Covered Calls kapitaleffizienter machen würde.
Optionen als Werkzeug — aber kein Freifahrtschein für risikolose Erträge
Die Einführung eines vollständigen Derivate-Angebots für HYPE ist mehr als ein weiterer Listungs-Meilenstein. Optionen — im Unterschied zu Futures — erlauben es Haltern, ihr Risikoprofil gezielt zu formen: Wer eine Put-Option kauft, zahlt eine Prämie dafür, sich gegen fallende Kurse abzusichern, behält aber die volle Aufwärtschance seiner Spot-Position. Das ist strukturell etwas anderes als ein Stop-Loss oder ein einfacher Verkauf.
Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei die Covered-Call-Strategie, die Deribit Insights als Einkommensquelle beschreibt. Das Prinzip klingt verlockend: HYPE halten, eine Call-Option verkaufen, Prämie kassieren. Doch diese Prämie ist kein risikofreier Ertrag. Steigt HYPE stark, ist die Aufwärtsbeteiligung gedeckelt — der Gewinn oberhalb des vereinbarten Ausübungspreises gehört dem Käufer der Option, nicht dem Halter. Wer das nicht einkalkuliert, verkauft im Ergebnis seinen Kursgewinn zu einem vorab festgelegten Preis.
Für deutsche Anleger kommt ein buchhalterischer Aspekt hinzu: Das Settlement erfolgt in USDC, einem US-Dollar-gebundenen Stablecoin — nicht in Euro. Gewinne aus Derivaten unterliegen in Deutschland grundsätzlich der Einkommensteuerpflicht; die Währung des Settlements kann dabei die steuerliche Erfassung verkomplizieren. Eine individuelle Beratung durch einen auf Krypto spezialisierten Steuerberater bleibt unumgänglich.
Schließlich gilt: Optionsstrategien mit mehreren Beinen — etwa ein Butterfly oder ein Straddle — setzen ein solides Grundverständnis von impliziter Volatilität voraus. Wer dieses Handwerkszeug nicht beherrscht, riskiert, Verluste zu verstärken statt zu begrenzen.
Was Optionen und Futures für HYPE-Halter bedeuten
Wer HYPE bisher nur kaufen und halten konnte, bekommt mit Derivaten ein erweitertes Werkzeugkasten. Ein Perpetual Future — ein Terminkontrakt ohne Laufzeitende — erlaubt es, auf steigende oder fallende Kurse zu setzen, ohne den Token selbst kaufen oder verkaufen zu müssen. Datierte Futures funktionieren ähnlich, laufen aber zu einem festen Datum aus.
Optionen gehen einen Schritt weiter: Sie geben das Recht, aber nicht die Pflicht, einen Token zu einem vereinbarten Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Eine Put-Option etwa wirkt wie eine Versicherung — sie begrenzt den Verlust, wenn der Kurs fällt, während die Spot-Position im Depot bleibt.
Alle HYPE-Derivate auf Deribit werden in USDC — einem an den US-Dollar gebundenen Stablecoin — abgerechnet. Das ist für die Buchführung relevant: Gewinne und Verluste fallen in USDC an, nicht in HYPE selbst.
Häufige Fragen
Was bedeutet USDC-Settlement konkret – bekomme ich HYPE oder Dollar ausgezahlt?
Weder HYPE noch US-Dollar: Gewinne und Verluste aus HYPE-Derivaten auf Deribit werden ausschließlich in USDC — einem an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin — ausgezahlt. Ein Kontrakt, der "im Geld" ausläuft, liefert also USDC auf das Konto, keine HYPE-Token. Das ist buchhalterisch und steuerlich ein relevanter Unterschied, der bei der Dokumentation berücksichtigt werden sollte.
Wie groß ist eigentlich ein einziger HYPE-Optionskontrakt?
Ein Kontrakt entspricht nicht einem, sondern zehn HYPE. Der sogenannte Kontraktmultiplikator beträgt 10 — das ist die Mindesteinheit beim Optionshandel. Wer also fünf Kontrakte kauft, sichert oder bewirtschaftet eine Position von 50 HYPE. Bei Perpetual Futures und datierten Futures liegt die Mindestordersize dagegen bei 0,1 HYPE, was deutlich kleinteiliger ist.
Kann ich HYPE direkt auf Deribit kaufen oder verkaufen?
Noch nicht. Der Spot-Handel — also der direkte Kauf und Verkauf von HYPE gegen USDC — ist zum Zeitpunkt des Artikel-Stands noch nicht verfügbar. Deribit teilt mit, dass er in den nächsten Monaten folgen soll. Erst dann kann HYPE auch als Sicherheit hinterlegt werden.