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Bitcoin-Miner HIVE sichert 220-Millionen-Dollar-KI-Infrastrukturvertrag mit Bell Canada und Cohere

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 18. Juni 2026

Bitcoin-Miner HIVE sichert 220-Millionen-Dollar-KI-Infrastrukturvertrag mit Bell Canada und Cohere

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hat der Bitcoin-Miner HIVE Digital Technologies über seine KI-Tochter BUZZ HPC einen dreijährigen GPU-Cloud-Vertrag im Wert von rund 220 Millionen US-Dollar mit Bell AI Fabric — dem KI-Infrastrukturdienst von Bell Canada — für das KI-Unternehmen Cohere unterzeichnet. Der Deal ist ein deutliches Signal dafür, dass ehemalige Krypto-Mining-Firmen ihr Geschäftsmodell grundlegend umbauen: weg vom reinen Bitcoin-Schürfen, hin zum Betrieb von KI-Rechenzentren. Für Krypto-Interessierte in Deutschland ist das relevant, weil dieser Wandel sowohl die Struktur des Bitcoin-Netzwerks als auch die Frage berührt, was Mining-Unternehmen heute eigentlich noch sind.

2.304 Nvidia-Chips, drei Jahre Laufzeit: So ist der Deal strukturiert

Im Zentrum des Vertrags stehen laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph genau 2.304 Nvidia Grace Blackwell GPUs — das sind spezialisierte Grafikprozessoren, die besonders für das Training und den Betrieb großer KI-Modelle ausgelegt sind. Diese Hardware soll im Bell-Canada-Rechenzentrum in Merritt, British Columbia, installiert werden und dort die KI-Modelle von Cohere für Unternehmens- und Regierungskunden betreiben.

Die Inbetriebnahme ist für Ende 2026 bis Anfang 2027 geplant. Ab dann soll der Vertrag jährlich rund 70 Millionen US-Dollar an wiederkehrenden Einnahmen beisteuern — was HIVEs gesamtes Umsatzziel im Hochleistungsrechnen auf über 100 Millionen US-Dollar pro Jahr heben würde.

Finanziert wird die Infrastruktur aus einer Wandelanleihe — einem Schuldtitel, der später in Aktien umgetauscht werden kann — über 115 Millionen US-Dollar, die HIVE bereits im April 2026 abgeschlossen hatte. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel am Donnerstag um rund 10 Prozent zu.

Wenn ein Mining-Konzern zur KI-Fabrik wird — was das für Bitcoin bedeutet

Der Wandel, den HIVE gerade vollzieht, ist kein Einzelfall — er folgt einer Logik, die viele ehemalige Krypto-Miner antreibt: Die teuren Rechenzentren, die Stromverträge, das Kühlsystem — all das lässt sich auch für KI-Workloads nutzen. Bitcoin-Mining selbst läuft heute auf hochspezialisierten Chips, sogenannten ASICs (Schaltkreise, die ausschließlich für eine einzige Rechenaufgabe gebaut werden), nicht auf den Grafikprozessoren, die KI-Training und Inferenz antreiben. Die Infrastruktur der Gebäude und Netzanschlüsse ist jedoch übertragbar — und genau dort setzt HIVE an.

Für das Bitcoin-Netzwerk bedeutet das: Jeder große Miner, der seine Prioritäten verschiebt, entzieht dem Netzwerk potenziell Hashrate — also die gesammelte Rechenleistung, die das Netzwerk absichert. Einzelne Akteure machen dabei keinen dramatischen Unterschied, aber der Trend ist strukturell und sollte beobachtet werden.

Interessant ist der geopolitische Rahmen: Kanada investiert bewusst in eine eigene, national kontrollierte KI-Infrastruktur — und gibt damit früheren Krypto-Minern eine neue Rolle als staatlich relevante Infrastrukturbetreiber. Das ist ein Geschäftsmodell, das in dieser Form in Europa noch kaum existiert, aber Vorbildcharakter haben könnte.

Was der Deal nicht bedeutet: HIVE gibt Bitcoin nicht auf. Der gesunkene Bitcoin-Bestand zeigt aber, dass das Unternehmen Krypto-Assets aktiv als Finanzierungsmasse einsetzt — nicht mehr als strategischen Kernbesitz. </s>

Wenn Rechenpower mehr kann als Bitcoin schürfen

Wer versteht, wie Bitcoin Mining funktioniert, erkennt sofort, warum dieser Schritt möglich ist: Mining-Unternehmen betreiben im Kern große Mengen spezialisierter Hardware, die rund um die Uhr Rechenaufgaben löst. Bisher galten diese Maschinen fast ausschließlich für das Schürfen von Bitcoin — also das Bestätigen von Transaktionen und das Erzeugen neuer Coins im Wettbewerb mit anderen Teilnehmern weltweit.

Die Hashrate — ein Maß dafür, wie viel Rechenleistung ein Miner ins Bitcoin-Netzwerk einbringt — ist dabei der wichtigste Erfolgsfaktor. Je mehr Kapazität ein Unternehmen hat, desto mehr Bitcoin kann es potenziell verdienen.

Moderne GPUs (Grafikprozessoren), wie sie für KI-Aufgaben benötigt werden, lassen sich jedoch flexibler einsetzen als reine Bitcoin-Mining-Chips. Das gibt Unternehmen wie HIVE die Möglichkeit, dieselbe Infrastruktur-Kompetenz — Strom, Kühlung, Rechenzentrumsbetrieb — für einen völlig anderen Markt zu nutzen.

Häufige Fragen

Was ist BUZZ HPC – und warum betreibt ein Bitcoin-Miner eine KI-Tochter?

BUZZ HPC ist die auf Hochleistungsrechnen spezialisierte Tochtergesellschaft von HIVE Digital Technologies. Der Hintergrund: Mining-Unternehmen betreiben bereits riesige Rechenzentren mit leistungsstarker Hardware – eine Infrastruktur, die sich mit Anpassungen auch für KI-Workloads nutzen lässt. HIVE hat diesen Schritt konsequent vollzogen und bietet über BUZZ HPC GPU-Rechenkapazität als Cloud-Dienst an, statt sie ausschließlich zum Bitcoin-Schürfen einzusetzen.

Was bedeutet „wiederkehrende Einnahmen" (ARR) in diesem Zusammenhang?

ARR steht für „Annual Recurring Revenue" – also Einnahmen, die ein Unternehmen Jahr für Jahr planbar aus laufenden Verträgen erzielt, ähnlich einem Abo-Modell. Laut den Berichten soll der Bell-Cohere-Vertrag nach Inbetriebnahme rund 70 Millionen US-Dollar ARR jährlich beisteuern. Das unterscheidet sich grundlegend vom Mining, dessen Erträge stark von schwankenden Bitcoin-Kursen und der sogenannten Hashrate — der Rechenleistung im Netzwerk — abhängen.

Quellen