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Hashi Testnet gestartet: Bitcoin-Finanzinfrastruktur auf Sui geht in die Testphase
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 22. Juli 2026

Die Sui Foundation hat das Testnet für Hashi — ein Protokoll, das Bitcoin als echtes Sicherungsmittel für Kredit- und Finanzanwendungen auf der Blockchain nutzbar machen soll — offiziell für live erklärt. Damit können Entwickler, Institutionen und Infrastrukturanbieter erstmals Bitcoin-besicherte Finanzprodukte unter realen Bedingungen erproben, bevor das Mainnet startet. Für deutsche Marktteilnehmer ist das Projekt unter anderem deshalb bemerkenswert, weil bekannte Verwahrungsanbieter wie BitGo und Ledger von Anfang an eingebunden sind.
Guardian Layer, 2-of-2-Multisig und 25 Partner: So ist Hashi aufgebaut
Das technische Herzstück des Testnets ist laut Hashi Testnet is Live (Sui Foundation Blog) der Guardian Layer — eine protokollinterne Sicherheitsarchitektur, die Bitcoin-Sicherheiten (sogenannte UTXOs, also einzelne Bitcoin-Guthaben auf der Blockchain) mit einem 2-of-2-Multisig schützt. Das bedeutet: Jede Transaktion braucht zwei unabhängige Unterschriften gleichzeitig — eine von den Hashi-Validatoren per MPC-Verfahren (einem Verfahren, bei dem mehrere Parteien gemeinsam eine Signatur erzeugen, ohne den privaten Schlüssel je vollständig preiszugeben) und eine vom Guardian. Kein einzelner Akteur kann allein auf die Sicherheiten zugreifen.
Zu den über 25 Launch-Partnern gehören Verwahrer wie BitGo und Ledger, Liquiditätsanbieter wie Cumberland und Bullish sowie DeFi-Protokolle — also dezentrale Finanzanwendungen ohne Mittelsmann — wie Suilend, Bluefin und Scallop. Wave Digital Assets LLC, ein bei der US-Börsenaufsicht SEC registrierter Anlageberater, hat sich zudem für drei Jahre verpflichtet, Bitcoin-renditentragende Anleihen auf Basis von Hashi zu tokenisieren. Developer-Dokumentation und ein Integrationsleitfaden sind ab sofort unter sui.io/hashi abrufbar.
Was das Testnet verspricht — und was es noch nicht liefert
Hashi adressiert ein echtes strukturelles Problem: Bitcoin ist das größte Kryptovermögen der Welt, aber in der dezentralen Finanzwelt bisher kaum nativ einsetzbar. Wer Bitcoin als Sicherheit hinterlegen wollte, musste es bislang in sogenannte Wrapped Token umwandeln — vereinfacht gesagt eine Art Quittung auf einer anderen Blockchain, die mit eigenen Risiken verbunden ist. Hashi soll diesen Umweg überflüssig machen.
Dennoch ist Vorsicht geboten, bevor man das Projekt überschätzt. Der Testnet-Start ist eine Entwicklerphase, kein fertiges Produkt. Wann das Mainnet kommt, lässt die Sui Foundation offen. Die Partnerschaftsliste liest sich beeindruckend, stammt aber aus einer eigeninteressierten Quelle — unabhängige Bestätigungen stehen aus.
Besonders für deutsche und europäische Nutzer gilt: Die steuerliche Einschätzung der US-Kanzlei Fenwick, wonach die Einzahlungs- und Rücknahmemechaniken keine steuerpflichtigen Vorgänge darstellen sollen, bezieht sich ausschließlich auf US-amerikanisches Steuerrecht. Ob dieselbe Einschätzung nach deutschem Einkommensteuerrecht oder europäischen Regelungen gilt, ist damit nicht gesagt — und wurde im Blogbeitrag nicht behauptet.
Der ebenfalls neu eingeführte Guardian Layer — ein protokollinternes Sicherheitsmerkmal, das jede Bitcoin-Sicherheit durch zwei unabhängige Signaturen absichert — ist kein externer Prüfer, sondern Teil der Hashi-eigenen Architektur. Ob er sich in der Praxis bewährt, wird der Testnet-Betrieb zeigen müssen. Das ist genau der Sinn einer Testphase.
Warum Bitcoin bisher kaum in der Krypto-Finanzwelt genutzt wird
Bitcoin ist zwar die wertvollste Kryptowährung, spielt in der sogenannten dezentralen Finanzwelt — also Finanzanwendungen, die ohne Banken oder Broker direkt auf der Blockchain laufen — bislang eine erstaunlich kleine Rolle. Der Grund: Bitcoin läuft auf seiner eigenen Blockchain und lässt sich nicht ohne Weiteres in andere Systeme einbinden. Wer Bitcoin bisher als Sicherheit hinterlegen wollte, musste es in sogenannte "Wrapped Token" umwandeln — vereinfacht gesagt digitale Stellvertreter auf einer anderen Blockchain, die zusätzliche Risiken und Abhängigkeiten von Dritten mitbringen.
Genau hier setzt Hashi an: Das Protokoll soll Bitcoin nativ, also ohne solche Umwege, als Kollateral nutzbar machen. Bevor ein solches System echtes Geld verwaltet, durchläuft es typischerweise eine Testnet-Phase — eine Probeumgebung, in der Entwickler Fehler finden können, ohne dass reale Vermögenswerte gefährdet sind.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Testnet und Mainnet?
Ein Testnet ist eine vollwertige, aber vom echten Netz getrennte Testumgebung. Transaktionen dort haben keinen echten Geldwert — das Ziel ist es, Fehler zu finden, bevor das System mit echten Vermögenswerten in Betrieb geht. Erst wenn das Mainnet live geht, sind reale Bitcoin als Sicherungsmittel betroffen. Wann genau das bei Hashi der Fall sein wird, nennt die Sui Foundation bislang nicht.
Was bedeutet das 2-of-2-Multisig für die Sicherheit der Bitcoin-Sicherheiten?
Bei einem Multisig-Wallet braucht es mehrere Unterschriften, um auf Mittel zuzugreifen — ähnlich einem Bankschließfach mit zwei Schlüsseln. Hashi verlangt laut Sui Foundation Blog zwei unabhängige Signaturen: eine vom Hashi-Validator-Netzwerk und eine vom sogenannten Guardian. Beide müssen zustimmen, bevor Bitcoin-Sicherheiten bewegt werden können — kein einzelner Akteur kann allein handeln.
Gilt die steuerliche Einschätzung auch für Deutschland?
Nein. Die zitierte Analyse der Kanzlei Fenwick bezieht sich ausschließlich auf das US-amerikanische Steuerrecht. Für deutsche Anleger und Institutionen gelten eigene Regelungen, die davon abweichen können. Eine eigene steuerrechtliche Prüfung durch einen deutschen Fachberater bleibt unerlässlich.