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Galaxy Digital pledgt bis zu 5 Mio. USD für Bitcoins Quantensicherheit

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 23. Juli 2026

Galaxy Digital pledgt bis zu 5 Mio. USD für Bitcoins Quantensicherheit

Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt hat das US-amerikanische Krypto-Unternehmen Galaxy Digital eine eigene Initiative gestartet, um Bitcoins Verschlüsselung fit für das Zeitalter der Quantencomputer zu machen — und stellt dafür bis zu 5 Millionen USD in Entwickler-Fördermitteln bereit. Im Kern geht es um eine Bedrohung, die heute noch abstrakt klingt, aber konkrete Konsequenzen haben könnte: Leistungsfähige Quantencomputer könnten künftig die kryptografischen Verfahren knacken, auf denen Bitcoin-Wallets beruhen. Für jeden, der Bitcoin selbst verwahrt oder langfristig hält, könnte das früher als erwartet zur echten Frage werden.

Grants, ein Beratungsgremium und ein enger Zeitplan: So ist die Initiative aufgebaut

Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt trägt die Initiative den Namen Bitcoin Quantum Readiness Initiative. Die Fördermittel sollen konkret für quantenresistente Upgrade-Vorschläge, neue Signaturverfahren, Werkzeuge zur Wallet-Migration sowie formale Sicherheitsaudits eingesetzt werden. Grant-Bewerbungen sollen unmittelbar nach dem Launch möglich sein.

Flankiert wird das Programm von einem neu gegründeten Quantum Advisory Council. Dem Gremium gehören als Gründungsmitglieder an: Barry Sanders von der Universität Calgary, Damien Bérubé — ein MIT Sea Grant Knauss Fellow, ein spezialisiertes Fellowship-Programm an der Schnittstelle von Wissenschaft und Bundespolitik — sowie Eran Tromer von der Boston University.

Zur Dringlichkeit: Laut Cointelegraph könnten rund 30 % des gesamten Bitcoin-Angebots gefährdet sein, sobald leistungsfähige Quantencomputer existieren — ein Teil davon wegen bestimmter Adresstypen, ein weiterer wegen gängiger Praktiken beim Umgang mit öffentlichen Schlüsseln. Die Quantensicherheitsfirma Project Eleven schätzt laut Decrypt die exponierten Bitcoin-Adressen auf rund 6,9 Millionen BTC und hält einen kryptografisch relevanten Quantencomputer bis 2033, möglicherweise schon 2030, für wahrscheinlich.

Was die Initiative wirklich bedeutet — und was sie noch nicht löst

Galaxy Digitals Vorstoß ist ein Signal, kein Schutzschild. Bis zu 5 Millionen USD in Entwickler-Grants können Forschung anstoßen und Upgrade-Vorschläge reifen lassen — doch bis eine quantenresistente Lösung tatsächlich im Bitcoin-Protokoll verankert ist, braucht es jahrelangen Konsens der weltweiten Entwickler-Community. Bitcoin ändert sich nicht per Unternehmens-Beschluss, sondern nur, wenn ein breiter Teil der Betreiber und Nutzer mitzieht. Das ist kein Manko, sondern Absicht — es schützt das Netzwerk vor übereilten Änderungen.

Für deutsche Nutzer, die Bitcoin selbst verwahren, ist die konkrete Faustregel heute schon relevant: Wer eine Bitcoin-Adresse nur einmal verwendet und den zugehörigen öffentlichen Schlüssel nie öffentlich preisgibt, ist deutlich besser aufgestellt als jemand, der dieselbe Adresse immer wieder nutzt. Letztere Praxis legt den öffentlichen Schlüssel offen — genau den Teil, den ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer eines Tages angreifen könnte.

Der Zeithorizont bleibt unsicher. Ob ein kryptografisch bedrohlicher Quantencomputer 2030, 2033 oder erst deutlich später entsteht, ist unter Experten umstritten. Auch die US-Regierung reagiert: Laut Decrypt hat Präsident Trump Verordnungen unterzeichnet, die Bundesbehörden bis Ende 2031 zur Migration auf quantenresistente Verfahren verpflichten. Dass nun auch privatwirtschaftliche Akteure wie Galaxy Digital Ressourcen in das Thema lenken, erhöht den Druck auf die Bitcoin-Entwickler-Community — erzwingt aber keine Lösung.

Warum Quantencomputer Bitcoins Sicherheitsfundament bedrohen könnten

Bitcoin schützt Guthaben durch Public-Key-Kryptografie — ein Verfahren, bei dem jede Wallet einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel besitzt. Der öffentliche Schlüssel ist für alle sichtbar; den privaten kennt nur der Besitzer. Die Sicherheit beruht darauf, dass es rechnerisch praktisch unmöglich ist, aus dem öffentlichen den privaten Schlüssel zu berechnen — für klassische Computer jedenfalls.

Quantencomputer arbeiten nach anderen Prinzipien und könnten diese Rechenaufgabe eines Tages in annehmbarer Zeit lösen. Wann genau, ist offen: Laut Decrypt schätzt die Quantensicherheitsfirma Project Eleven, dass ein dazu ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2033, möglicherweise bereits 2030 existieren könnte.

Besonders gefährdet wären Adressen, deren öffentlicher Schlüssel bereits öffentlich sichtbar ist — etwa weil von ihnen schon einmal eine Transaktion ausging. Wer Bitcoin langfristig selbst verwahrt, sollte diesen Unterschied kennen: Er bestimmt, wie dringend eine künftige Wallet-Migration werden könnte.

Häufige Fragen

Warum könnte ein Quantencomputer Bitcoin-Wallets gefährden?

Bitcoin-Wallets beruhen auf Public-Key-Kryptografie — einem Verfahren, bei dem ein öffentlicher Schlüssel zum Empfangen und ein geheimer privater Schlüssel zum Ausgeben von Bitcoin dient. Die Sicherheit hängt davon ab, dass es praktisch unmöglich ist, aus dem öffentlichen den privaten Schlüssel zu berechnen. Leistungsfähige Quantencomputer könnten genau das eines Tages können — und damit Zugriff auf fremde Wallets erlangen.

Wann könnte diese Bedrohung real werden?

Laut Decrypt schätzt die Quantensicherheitsfirma Project Eleven, dass ein kryptografisch relevanter Quantencomputer mit hoher Wahrscheinlichkeit bis 2033 existieren könnte — möglicherweise bereits ab 2030. Das klingt weit entfernt, aber Upgrades an Bitcoin erfordern breiten Konsens der Entwickler-Community und nehmen erfahrungsgemäß Jahre in Anspruch. Früh anzufangen ist deshalb kein Luxus, sondern Notwendigkeit.

Welche Bitcoin-Bestände wären besonders gefährdet?

Nicht alle Adressen sind gleich exponiert. Wer seine Empfangsadresse mehrfach verwendet oder seinen öffentlichen Schlüssel bereits auf der Blockchain offengelegt hat, ist angreifbarer. Laut Cointelegraph — unter Verweis auf Glassnode-Daten — könnten rund 30 % des gesamten Bitcoin-Angebots betroffen sein, wenn kryptografisch relevante Quantencomputer entstehen.

Quellen