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Figment bringt institutionelles Ethereum-Staking nach Japan – Partnerschaft mit Curvegrid

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 16. Juni 2026

Figment bringt institutionelles Ethereum-Staking nach Japan – Partnerschaft mit Curvegrid

Der Staking-Anbieter Figment hat nach eigenen Angaben eine Partnerschaft mit dem Tokioter Infrastrukturunternehmen Curvegrid geschlossen, um institutionelles Ethereum-Staking für Finanzinstitute in Japan zugänglich zu machen. Damit baut Figment seine seit April 2025 bestehende Japan-Präsenz gezielt aus. Das Modell — bei dem große Institutionen ihre Ether einsetzen, ohne die direkte Kontrolle über ihre Vermögenswerte aufzugeben — gewinnt auch in Europa an Bedeutung und ist damit für deutsche Anleger und Finanzinstitute ein relevantes Referenzbeispiel.

Schritt für Schritt: Wie Figment den japanischen Markt erschließt

Figment gründete im April 2025 die Tochtergesellschaft Figment Japan G.K. und holte Manabu Iijima als Head of Japan an Bord, um das operative Geschäft vor Ort aufzubauen. Im September 2025 folgte der Beitritt zur Japan Cryptoasset Business Association (JCBA), einem Branchenverband für Krypto-Unternehmen in Japan. Die Partnerschaft mit Curvegrid ist damit kein spontaner Schritt, sondern der vorläufige Höhepunkt einer strukturierten Markterschließung.

Laut Expanding Access to Institutional Staking Infrastructure in Japan (Figment) wählte Curvegrid Figment wegen dreier konkreter Faktoren: der Fähigkeit, viele Validatoren — also die Rechenknoten, die Transaktionen auf Ethereum bestätigen und absichern — gleichzeitig zu betreiben, einer auf Compliance ausgerichteten Infrastruktur sowie einem nachgewiesenen Track Record mit institutionellen Kunden. Das gemeinsame Angebot soll japanischen Finanzinstituten einen strukturierten Weg von der ersten Evaluierung bis zur tatsächlichen Live-Bereitstellung bieten.

Figment gibt an, Stand 15. Juni 2026 rund 6,3 % des gesamten gestakten ETH zu verwalten und bezeichnet sich als weltgrößten nicht-verwahrenden Ethereum-Staking-Anbieter — also einen Anbieter, bei dem Kunden die Kontrolle über ihre Vermögenswerte behalten. Insgesamt betreut das Unternehmen nach eigenen Angaben über 1.500 institutionelle Kunden, darunter Asset Manager, Börsen und Verwahrer.

Japan als Testlabor: Was das Modell für Europas Finanzbranche bedeutet

Japan ist kein Zufall als erster Expansionsmarkt. Das Land hat in den vergangenen Jahren einen der strukturiertesten regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte in Asien aufgebaut — mit klaren Lizenzpflichten für Krypto-Dienstleister und wachsendem Interesse etablierter Finanzinstitute. Genau diese Kombination aus Rechtssicherheit und institutioneller Nachfrage macht Japan zum Vorboten einer Entwicklung, die sich auch in Europa abzeichnet.

Für deutsche Leser lohnt sich ein Blick auf das zugrundeliegende Modell: Beim sogenannten nicht-verwahrenden Staking — also dem Einsatz eigener Ether ohne Übergabe an einen Dritten — behält die Institution die volle Kontrolle über ihre Vermögenswerte. Der Dienstleister betreibt lediglich die technische Infrastruktur. Das ist ein wichtiger Unterschied zu Modellen, bei denen Kunden ihren Ether einem Anbieter übertragen müssen.

Kritisch zu beachten: Alle Aussagen zu Marktanteilen, Kundenzahlen und Infrastrukturqualität stammen von Figment selbst — einer eigeninteressierten Quelle. Unabhängige Überprüfungen dieser Angaben liegen nicht vor. Auch sagt die Partnerschaft nichts darüber aus, wie schnell japanische Finanzinstitute tatsächlich in den Markt eintreten werden.

In Deutschland und der EU fehlt bislang ein vergleichbar klares regulatorisches Signal speziell für institutionelles Staking — die MiCA-Verordnung regelt Staking nur am Rande. Das Tokioter Modell könnte dennoch als Blaupause dienen, falls europäische Aufsichtsbehörden ähnliche Strukturen für konforme Betriebsmodelle einfordern.

Was Institutionen meinen, wenn sie von „Staking ohne Kontrollverlust" sprechen

Beim Staking sperren Inhaber von Ether — der Kryptowährung des Ethereum-Netzwerks — ihre Token, um das Netzwerk zu sichern, und erhalten dafür Belohnungen. Das klingt einfach, hat für Institutionen aber einen entscheidenden Haken: Wer seine Vermögenswerte einem Dritten übergibt, verliert die direkte Kontrolle darüber.

Genau hier setzt das nicht-verwahrende Modell an. Non-Custodial Staking bedeutet: Die Institution behält jederzeit die volle Verfügungsgewalt über ihre Token — sie delegiert lediglich den technischen Betrieb des Validators an einen Dienstleister. Ein Validator ist dabei vereinfacht gesagt ein Computer, der im Auftrag des Token-Inhabers Transaktionen im Netzwerk bestätigt.

Für Banken und Asset Manager ist dieser Unterschied regulatorisch und haftungsrechtlich wesentlich. Kein Vermögensübertrag, keine fremde Verwahrung — die eigenen Compliance-Abteilungen kommen damit deutlich besser zurecht als mit klassischen Staking-Pools, bei denen Token tatsächlich den Besitzer wechseln.

Häufige Fragen

Was bedeutet "nicht-verwahrend" beim institutionellen Staking?

Beim nicht-verwahrenden Staking — auch Non-Custodial Staking genannt — bleibt die Institution jederzeit Eigentümerin ihrer Vermögenswerte. Der Staking-Anbieter betreibt zwar die technische Infrastruktur und die sogenannten Validatoren (Computer, die Transaktionen im Netzwerk bestätigen), hat aber keinen Zugriff auf die Coins selbst. Die Kontrolle bleibt beim Kunden — ein wichtiger Aspekt für regulierte Finanzinstitute.

Warum braucht Figment für Japan einen lokalen Partner?

Regulierte Märkte wie Japan verlangen oft, dass ausländische Anbieter mit lokal verankerten Unternehmen zusammenarbeiten, die das regulatorische Umfeld kennen. Laut Figment bringt Curvegrid genau diese Kenntnis der japanischen Infrastruktur mit. Figment selbst hat mit der Gründung von Figment Japan G.K. im April 2025 und dem Beitritt zur Japan Cryptoasset Business Association im September 2025 parallel eigene Wurzeln im Markt gelegt.

Quellen