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Schwerster Kurseinbruch für Bitcoin-Firmen-Vorzugsaktien: STRC und SATA brechen ein – CEO macht Leverage-Liquidationen verantwortlich
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 19. Juni 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt erlebten zwei börsennotierte Vorzugsaktien — STRC von Strategy und SATA von Strive — am 19. Juni 2026 den schlimmsten Handelstag ihrer Geschichte: Beide Papiere stürzten teils deutlich unter ihren Nennwert von je 100 USD, STRC auf ein Tagestief von rund 82,50 USD, SATA auf knapp 92,88 USD. Strive-Chef Matt Cole machte keine Verschlechterung der Kreditwürdigkeit dafür verantwortlich, sondern sogenannte Leverage-Liquidationen — Zwangsverkäufe überhebelt investierter Marktteilnehmer, die eine sich selbst verstärkende Abwärtsspirale auslösten.
Kurse unter Nennwert, Volumen explodiert: Was am 19. Juni hinter den Kulissen passierte
STRC schloss laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt bei rund 88,59 USD, SATA bei 97,71 USD — beide blieben damit unter dem angestrebten Nennwert von 100 USD. Der Druck kam nicht aus dem Nichts: Anleger, die diese Vorzugsaktien auf Hebel (Leverage) — also mit geliehenem Geld — gekauft hatten, erhielten sogenannte Margin Calls, also Aufforderungen ihrer Broker, Sicherheiten nachzuschießen. Wer das nicht konnte oder wollte, wurde zwangsliquidiert. Die Verkaufswellen verstärkten sich gegenseitig — eine klassische Liquidationskaskade.
Die Ausmaße spiegeln sich im Handelsvolumen: Strive-Chefrisikochef Jeff Walton meldete für SATA den zweitgrößten Handelstag überhaupt mit 153 Mio. USD Umsatz; STRC verzeichnete mit 941 Mio. USD sogar seinen viertgrößten. Zeitgleich verlor die Muttergesellschaft Strategy (Ticker MSTR) weitere 3,46 % und notierte bei 112,53 USD — im Monatsverlauf bereits mehr als 32 % im Minus. Strive-Aktie (ASST) gab 3,8 % auf 14,85 USD nach.
Hohe Rendite, verstecktes Risiko: Was dieser Absturz über gehebelte Krypto-Produkte verrät
Der entscheidende Punkt, den Cole betont, ist kein Wortklauberei: Ein Kredit-Ereignis würde bedeuten, dass Strategy oder Strive ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können — das wäre eine ernste Warnung. Ein Liquidationskaskade-Ereignis hingegen bedeutet, dass Investoren mit geliehenen Mitteln ihre Positionen nicht mehr halten konnten und zwangsweise verkaufen mussten. Das Unternehmen selbst bleibt zahlungsfähig; der Kurseinbruch war ein Marktstruktur-Problem, kein Fundamentalproblem.
Für deutsche Anleger steckt darin eine grundsätzliche Lektion: Wer in Produkte investiert, die zweistellige Renditen versprechen — STRC und SATA sind als Vorzugsaktien mit festen Dividenden strukturiert —, kauft nicht nur die Ausschüttung, sondern auch das Umfeld, in dem andere mit Hebel (Leverage) spekulieren. Wenn diese Spekulanten in Schieflage geraten, trifft es den Kurs auch dann, wenn das zugrunde liegende Unternehmen solide dasteht.
Cole selbst zog den Vergleich zu historischen Hedge-Fonds-Krisen bei gehebelten US-Staatsanleihen — Märkte, die eigentlich als „sicher" galten und dennoch kurzzeitig kollabiert sind, weil zu viele mit Fremdkapital darauf gewettet hatten.
Ein weiterer Faktor: Da der US-Markt am Folgetag wegen des Feiertags Juneteenth geschlossen war, fehlte zunächst die Möglichkeit zur Korrektur oder Beruhigung durch weitere Handelssitzungen. Solche kalendarischen Zufälligkeiten können Verwerfungen kurzfristig verstärken — ein Detail, das in Nachberichten oft untergeht.
Warum Vorzugsaktien mit Bitcoin-Bezug besonders anfällig für Zwangsverkäufe sind
STRC und SATA sind keine klassischen Aktien, sondern Vorzugsaktien — eine Zwischenform zwischen Anleihe und Aktie. Sie versprechen feste Ausschüttungen und haben einen festgelegten Nennwert (hier je 100 USD), ähnlich wie eine Unternehmensanleihe. Genau deshalb gelten sie vielen als vergleichsweise sicher — und genau deshalb ist der Einbruch so bemerkenswert.
Das Problem entsteht, wenn Anleger solche Papiere auf Hebel (Leverage) kaufen: Sie leihen sich Geld, um mehr zu investieren als sie eigentlich haben. Fällt der Kurs dann auch nur leicht, reicht die hinterlegte Sicherheit nicht mehr aus — der Broker erzwingt den Verkauf. Das löst weitere Kursverluste aus, die wiederum neue Zwangsverkäufe nach sich ziehen: eine klassische Liquidationskaskade.
STRC und SATA sind dabei besonders exponiert, weil sie zweistellige Renditen versprechen — was viele Anleger dazu verleitet, zusätzliche Risiken durch Hebelfinanzierung einzugehen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem Kredit-Ereignis und einer Leverage-Liquidation?
Ein Kredit-Ereignis bedeutet, dass ein Schuldner seine Zahlungen nicht mehr leisten kann — das wäre ein ernstes Warnsignal. Eine Leverage-Liquidation hingegen entsteht, wenn Anleger auf Pump (also mit geliehenem Geld) investiert haben und bei fallenden Kursen automatisch zwangsverkauft werden. Der Kurs bricht ein, nicht weil das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt, sondern weil viele Verkäufe gleichzeitig den Markt überwältigen. Strive-CEO Cole betonte genau diesen Unterschied.
Warum können Vorzugsaktien unter ihren Nennwert fallen?
Vorzugsaktien haben zwar einen festgelegten Nennwert — hier 100 USD —, werden aber an der Börse frei gehandelt. Ihr Marktpreis kann jederzeit darüber oder darunter liegen, abhängig von Angebot und Nachfrage. Bei Massenverkäufen durch Zwangsliquidationen kann der Preis kurzfristig weit unter den Nennwert rutschen, selbst wenn die Substanz des Unternehmens unverändert bleibt.