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Deribit passt Kontraktspezifikationen für 19 Linear-USDC-Perpetuals ab 18. August 2026 an
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 15. August 2026

Ab dem 18. August 2026 gelten auf der Krypto-Derivatebörse Deribit neue Handelsregeln für 19 sogenannte Linear-USDC-Perpetuals — also unbefristete Terminkontrakte, die in der Stablecoin USDC abgerechnet werden. Laut Deribit (Insights) werden dabei drei zentrale Parameter verkleinert: die Mindestpreisschritte, die Kontraktgröße und die Mindestbestellmenge. Wer algorithmische Handelssysteme auf diesen Märkten betreibt, muss seine Software rechtzeitig anpassen — sonst lehnt die Börse ab dem Stichtag neue Orders ab.
Welche Zahlen sich konkret ändern — und warum SOL und XRP eine Ausnahme bilden
Laut Contract Specifications Change for Linear USDC Perpetuals (Deribit Insights) greifen die Anpassungen ab 9:00 Uhr UTC und gelten sowohl für das reguläre Order-Book als auch für sogenannte Block Trades — also außerbörslich ausgehandelte Großaufträge, die über die Plattform abgewickelt werden.
Die auffälligsten Einschnitte: Die Kontraktgröße für ETH schrumpft von 0,001 auf 0,0001 ETH — also auf ein Zehntel. Bei PAXG, einem tokenisierten Goldkontrakt, fällt die Kontraktgröße sogar von 0,01 auf 0,0001 PAXG. DOGE-Kontrakte werden künftig in Einzelschritten von 1 DOGE gehandelt statt bisher 100. Für BTC sinkt der Mindestpreisschritt (Tick Size) von 0,5 auf 0,1 USDC.
Wichtige Ausnahme: Bei SOL-USDC und XRP-USDC bleibt die Tick Size unverändert — dort werden lediglich Kontraktgröße und Mindestbestellmenge reduziert.
Bestehende Positionen bleiben von den Änderungen unberührt. Da sämtliche Korrekturen Verkleinerungen sind, erfüllen bereits im System liegende Orders automatisch auch die neuen Anforderungen. Deribit empfiehlt dennoch ausdrücklich, Handelssysteme vor dem Stichtag zu aktualisieren, da neue Orders nach dem 18. August zwingend den neuen Spezifikationen entsprechen müssen.
Kleinere Schritte, größere Reichweite — aber nur für wen?
Die Logik hinter den Anpassungen ist nachvollziehbar: Wer eine Mindestbestellmenge von 100 DOGE auf 1 DOGE senkt oder die ETH-Kontraktgröße auf ein Zehntel schrumpft, macht den Marktzugang für kleinere Kapitalpositionen realistischer. Bislang mussten Trader bei manchen Paaren vergleichsweise große Positionen eingehen, nur um überhaupt eine Order aufgeben zu können. Kleinere Mindestgrößen können das Hedging — also das Absichern bestehender Positionen — präziser machen, weil die Schrittweite feiner wird.
Für algorithmische Handelssysteme, sogenannte Trading-Bots, ist die Änderung technisch harmlos: Da alle neuen Parameter kleiner sind als die bisherigen, entsprechen bestehende Orders automatisch auch den neuen Regeln. Trotzdem müssen Systeme, die neue Orders generieren, auf die aktualisierten Werte kalibriert sein — eine Fehlanpassung führt ab dem 18. August zu abgelehnten Orders, nicht zu Kursverlusten oder Positionsschließungen.
Ein wichtiger Vorbehalt betrifft die Verfügbarkeit der Plattform selbst: Deribit weist auf seiner Website ausdrücklich darauf hin, dass der Dienst für Nutzer aus den USA und bestimmten anderen Ländern nicht zugänglich ist. Für welche weiteren Länder Einschränkungen gelten, lässt sich der Primärquelle nicht abschließend entnehmen — deutsche Nutzer sollten die jeweils geltenden Nutzungsbedingungen eigenständig prüfen.
Darüber hinaus ändert die technische Anpassung nichts an den grundsätzlichen Risiken des Derivatehandels: Perpetuals sind gehebelte Instrumente, deren Verluste die eingesetzte Sicherheitsleistung übersteigen können.
Unbefristet und in USDC: Was hinter diesen Kontrakten steckt
Perpetual Swaps — also unbefristete Terminkontrakte ohne festes Ablaufdatum — sind das meistgehandelte Instrument an Krypto-Derivatebörsen. Anders als klassische Futures laufen sie einfach weiter, bis ein Trader seine Position schließt. Die USDC-Variante bei Deribit rechnet Gewinne, Verluste und Sicherheitsleistungen in der Dollar-gebundenen Stablecoin USDC ab — kein Umweg über Bitcoin oder Ether, kein Wechselkursrisiko innerhalb des Kontrakts.
Deribit — laut Eigenangabe führende Börse für Krypto-Derivate — bietet solche Linear-USDC-Perpetuals für 19 verschiedene Token an, von Bitcoin über Solana bis hin zu PAXG, einem goldgedeckten Token. Die drei Parameter, die nun verändert werden, bestimmen im Wesentlichen, wie fein und wie klein man handeln darf: Tick Size (kleinster Preisschritt), Contract Size (Menge je Kontrakt) und Minimum Order Size (kleinstmögliche Bestellung). Je kleiner diese Werte, desto feiner lässt sich eine Position steuern — relevant für algorithmische Handelssysteme ebenso wie für Einsteiger mit kleinerem Kapital.
Häufige Fragen
Was passiert mit offenen Positionen und bestehenden Orders nach dem Stichtag?
Laut Deribit (Insights) bleiben bestehende Positionen von den neuen Kontraktspezifikationen vollständig unberührt — wer also bereits in einem betroffenen Markt investiert ist, muss nichts unternehmen. Für bestehende Orders gilt: Da alle Änderungen Verkleinerungen sind, entsprechen sie automatisch auch den neuen, engeren Vorgaben. Neue Orders, die nicht zu den ab dem 18. August 2026 geltenden Parametern passen, werden von der Börse abgelehnt.
Warum verkleinert Deribit Kontraktgröße und Mindestbestellmenge?
Kleinere Mindestgrößen senken die Einstiegshürde: Wer früher mindestens 0,001 ETH pro Kontrakt handeln musste, kann nach der Anpassung mit 0,0001 ETH einsteigen — also einem Zehntel davon. Deribit (Insights) begründet die Maßnahme damit, die Handelbarkeit der betroffenen Paare zu verbessern und mehr Handelsvolumen anzuziehen. Ob das gelingt, hängt letztlich von der Nachfrage der Marktteilnehmer ab.