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CoinCover und KPK kooperieren für sichere Treasury-Verwaltung auf dYdX

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 15. September 2026

CoinCover und KPK kooperieren für sichere Treasury-Verwaltung auf dYdX

Wer verwaltet eigentlich das Vermögen einer dezentralen Börse — und was passiert, wenn der Zugang zum Wallet verloren geht? Das Unternehmen CoinCover hat laut eigener Mitteilung vom 9. September 2026 eine Partnerschaft mit KPK geschlossen, einem nicht-verwahrenden Onchain-Asset-Manager, der unter anderem die Schatzkammer der dezentralen Handelsplattform dYdX betreut. Für institutionelle Krypto-Anleger und DAO-Treasurer ist der Fall relevant, weil er zeigt, wie gefährlich Sicherheitslücken entstehen können, wenn gängige Schutzlösungen auf bestimmten Blockchain-Netzwerken schlicht nicht verfügbar sind.

Warum ein Standard-Sicherheitsnetz hier nicht funktioniert — und wie das neue Setup es ersetzt

Das Grundproblem liegt in der Architektur von dYdX: Die Plattform läuft nicht auf dem weit verbreiteten Ethereum-Standard (EVM-kompatibel), weshalb gängige Multisig-Lösungen wie Safe — quasi das Standardschloss für Krypto-Schatzkammern institutioneller Akteure — dort nicht einsetzbar sind. KPK griff deshalb auf Fordefi zurück, ein sogenanntes MPC-Wallet — ein Wallet, dessen privater Schlüssel rechnerisch auf mehrere Parteien aufgeteilt wird, sodass keine einzelne Person allein Zugriff hat. Der Nachteil: Mehr Zentralisierung beim Wallet-Management als bei klassischen Multisig-Setups.

Genau hier setzt CoinCover Recover for Institutions an, wie das Unternehmen im Blogbeitrag (Coincover) beschreibt: Das Tool ergänzt das bestehende Fordefi-Setup um einen strukturierten Wiederherstellungspfad — ohne die Schlüsselkontrolle zu verändern. Technisch werden die Daten mit einem CoinCover-ausgestellten Schlüssel verschlüsselt, dieser Schlüssel anschließend gesplittet, jeder Teilschlüssel mit AES-256 versiegelt und über mehrere geografische Regionen verteilt gespeichert. Kein einzelner Akteur kann den Schlüssel allein rekonstruieren.

KPK verwaltet laut eigenen Angaben seit 2020 mehr als acht Milliarden US-Dollar onchain — bei über 16.000 Transaktionen und bislang null verlorenen Mitteln.

Wenn der Sicherheitsstandard fehlt: Was der dYdX-Fall für institutionelle DeFi-Nutzer bedeutet

Der Fall beleuchtet ein strukturelles Problem, das in der öffentlichen Debatte selten so klar hervortritt: Sicherheitsstandards im institutionellen Krypto-Umfeld sind nicht universell übertragbar — sie hängen stark davon ab, welche Blockchain-Infrastruktur ein Projekt nutzt.

Das bekannteste Absicherungswerkzeug für Protokoll-Schatzkammern ist die sogenannte Multisig-Wallet — ein gemeinsames Wallet, das mehrere Unterschriften erfordert, bevor Gelder bewegt werden können. Solche Lösungen sind auf Ethereum-kompatiblen Netzwerken weit verbreitet. dYdX läuft jedoch auf einer eigenen Blockchain-Architektur, die mit diesem Standard nicht kompatibel ist. Das Ergebnis: KPK wich auf ein MPC-Wallet aus — eine Technologie, bei der der private Schlüssel nie vollständig an einem Ort existiert, sondern die beteiligten Parteien gemeinsam kryptografische Berechnungen durchführen, ohne den Gesamtschlüssel jemals zusammenzusetzen. Das ist technisch robust, schafft aber ein anderes Risiko: Fällt eine der beteiligten Parteien aus oder verliert den Zugang, fehlt ein klar geregelter Wiederherstellungsweg.

Genau diese Lücke adressiert CoinCover — nicht durch Übernahme der Schlüsselkontrolle, sondern durch einen definierten Governance-Prozess für den Notfall. Das ist ein wichtiger Unterschied: Recovery-Infrastruktur soll im Normalfall unsichtbar sein, aber im Ernstfall nachweisbar funktionieren.

Für deutsche institutionelle Akteure, die DeFi-Mandate erwägen, unterstreicht das eine oft unterschätzte Due-Diligence-Frage: Welche Notfallprozesse existieren — und sind sie unabhängig vom eingesetzten Wallet-Anbieter dokumentiert und prüfbar?

Wenn die Standard-Absicherung nicht verfügbar ist: das strukturelle Problem hinter der Partnerschaft

Wer Gelder einer Protokoll-Schatzkammer — also des gemeinsamen Vermögenstopfs einer dezentralen Organisation — verwaltet, greift in der Regel auf sogenannte Multisig-Wallets zurück. Dabei müssen mehrere unabhängige Parteien eine Transaktion gemeinsam genehmigen, ähnlich wie ein Banktresor mit zwei Schlüsseln, die nur zusammen öffnen. Der verbreitetste Standard heißt Safe (früher Gnosis Safe) und läuft auf dem EVM — dem Ethereum Virtual Machine-System, das viele Blockchains gemeinsam nutzen.

dYdX funktioniert jedoch auf einer eigenen Blockchain-Architektur, die mit dem EVM nicht kompatibel ist. Safe steht dort schlicht nicht zur Verfügung. Als Ausweg nutzt KPK ein MPC-Wallet des Anbieters Fordefi — eine Technologie, bei der kryptografische Schlüssel auf mehrere Parteien aufgeteilt werden, ohne dass ein einzelner vollständigen Zugriff hat. Diese Lösung bringt jedoch eigene Risiken bei der Wiederherstellung mit sich, wenn etwas schiefläuft — genau dort setzt die Partnerschaft mit CoinCover an.

Häufige Fragen

Verliert CoinCover durch die Partnerschaft Kontrolle über die Wallet-Schlüssel?

Nein. Laut CoinCover ändert sich durch die Integration nichts an der bestehenden Schlüsselkontrolle: KPK behält die volle Kontrolle über das Fordefi-MPC-Wallet. CoinCover ergänzt das Setup lediglich um einen strukturierten Wiederherstellungspfad für den Notfall. Der schützende Schlüssel ist dabei aufgeteilt — kein einzelner Akteur, auch nicht CoinCover selbst, kann ihn allein rekonstruieren.

Was bedeutet MPC-Wallet — und warum ist es hier relevant?

Ein MPC-Wallet — kurz für Multi-Party Computation — verteilt die Kontrolle über einen Schlüssel auf mehrere Parteien, ohne dass eine einzige Person jemals den vollständigen Schlüssel besitzt. Auf dYdX kommt dieses Verfahren zum Einsatz, weil die Plattform nicht mit dem Ethereum-Standard (EVM) kompatibel ist und klassische Multisig-Lösungen wie Safe dort nicht verfügbar sind.

Quellen