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Coinbase beantragt CFTC-Zulassung für Single-Stock-Perpetual-Futures in den USA
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 18. September 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt hat Coinbase am 18. September 2026 über seine Tochtergesellschaft Coinbase Derivatives bei der US-Aufsichtsbehörde CFTC beantragt, sogenannte Single-Stock-Perpetual-Futures auf US-amerikanische Aktien wie Apple, Tesla oder Nvidia anbieten zu dürfen. Eine Genehmigung liegt noch nicht vor — der Antrag befindet sich im Status „Approval Pending". Für deutschsprachige Anleger ist das Vorhaben dennoch bemerkenswert: Coinbase will ein aus der Kryptowelt bekanntes, hochspekulatives Handelsinstrument erstmals reguliert auf den US-Aktienmarkt übertragen.
50 bis 60 Aktien-Kontrakte, kein Verfallsdatum, kein Aktionärsrecht
Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt plant Coinbase Derivatives zunächst rund 50 bis 60 Kontrakte auf Einzelaktien — darunter Apple, Microsoft, Tesla und Nvidia. Das Besondere an diesen Perpetual Futures — also Terminkontrakten ohne festes Ablaufdatum — ist, dass Händler ihre Positionen theoretisch unbegrenzt halten können, solange sie ausreichend Sicherheitsleistung (sogenannte Margin) hinterlegen und anfallende Haltekosten (Funding) begleichen.
Beiden Medien zufolge sollen die Produkte US-Händlern einen Zugang mit Hebelwirkung rund um die Uhr an fünf Tagen pro Woche ermöglichen — ohne dass die Nutzer die jeweilige Aktie tatsächlich besitzen. Das bedeutet: Keinerlei Stimmrechte, keine Dividenden, kein Miteigentum am Unternehmen.
Bereits am 1. September 2026 hatte Coinbase Derivatives laut Cointelegraph ein separates Formular bei der US-Wertpapieraufsicht SEC eingereicht, um sich als nationale Wertpapierbörse für sogenannte Security Futures zu registrieren. Außerhalb der USA bietet Coinbase vergleichbare Aktien-Perpetuals bereits seit März 2026 an — US-Personen waren bislang ausdrücklich ausgeschlossen. Die genauen Produktspezifikationen, etwa konkrete Hebelgrenzen, hat Coinbase laut Decrypt noch nicht vollständig veröffentlicht.
Krypto-Werkzeug trifft Wall Street — was hinter dem Antrag steckt und was er nicht verspricht
Das Bemerkenswerte an diesem Schritt ist weniger die Technologie als der regulatorische Kontext: Coinbase versucht nicht, ein neues Krypto-Produkt zu launchen, sondern ein aus den digitalen Märkten bekanntes Konstrukt — den Perpetual Swap — in den strengen US-Derivatemarkt zu überführen. Das erfordert CFTC-Genehmigung, SEC-Registrierung und die parallele Koordination zweier Aufsichtsbehörden. Der Antrag selbst ist also ein regulatorischer Kraftakt, kein Selbstläufer.
Für deutschsprachige Anleger gilt zunächst: Diese Produkte wären, selbst bei Zulassung, US-Händlern vorbehalten. Europäische Nutzer sind nicht die Zielgruppe des Antrags. Wer also jetzt plant, über Coinbase auf Tesla-Perpetuals zu setzen, liegt falsch — das Produkt existiert für US-Personen schlicht noch nicht.
Wichtig ist auch, was diese Kontrakte grundsätzlich sind: hochspekulative Hebelinstrumente, die keine Aktie, kein Eigentum und keinen Dividendenanspruch vermitteln. Kurs und Hebel können Verluste schnell über den Einsatz hinaustreiben. Dass Coinbase die genauen Hebelgrenzen laut Decrypt noch nicht veröffentlicht hat, macht eine abschließende Risikobewertung derzeit unmöglich.
Der Antrag zeigt zudem, wie Kryptobörsen ihr Geschäftsmodell systematisch in Richtung klassischer Finanzprodukte erweitern — nicht als Abkehr von Krypto, sondern als Versuch, dieselbe Infrastruktur für breitere Märkte nutzbar zu machen. Ob die CFTC dem folgt, ist offen. Der Ausgang des Verfahrens ist ungewiss.
Perpetual Futures: Ein Instrument aus der Kryptowelt trifft auf klassische Aktien
Wer Kryptomärkte kennt, ist mit Perpetual Futures — auch „Perps" genannt — vertraut: Terminkontrakte ohne Verfallsdatum, bei denen Händler eine Position auf den Kurs eines Vermögenswerts eingehen, ohne diesen jemals zu besitzen. Statt eines festen Ablaufdatums hält ein Mechanismus namens Funding Rate den Kontraktpreis nah am tatsächlichen Marktpreis: Dabei tauschen Long- und Short-Positionen — also Käufer und Verkäufer auf Kredit — je nach Marktlage periodisch Zahlungen untereinander aus. Wer auf der „richtigen" Seite steht, empfängt diesen Betrag; wer auf der anderen steht, zahlt ihn.
Hinzu kommt der Hebel (Leverage): Händler können mit einem Vielfachen ihres eingesetzten Kapitals spekulieren, was potenzielle Gewinne — aber ebenso Verluste — deutlich vergrößert.
Bisher waren solche Instrumente im regulierten US-Markt auf Aktien schlicht nicht verfügbar. Genau diese Lücke will Coinbase nun schließen.
Häufige Fragen
Kann ich diese Produkte jetzt schon handeln?
Nein. Die beantragten Kontrakte befinden sich laut CFTC-Datenbank noch im Status „Approval Pending" — eine Handelsgenehmigung liegt nicht vor. Coinbase bietet vergleichbare Stock-Perpetual-Futures zwar bereits seit März 2026 an, jedoch ausschließlich für Nutzer außerhalb der USA. US-Personen sind bislang ausdrücklich ausgeschlossen, und daran ändert der Antrag vorerst nichts.
Was bedeutet es, einen Perpetual Future auf eine Aktie zu halten — bin ich dann Aktionär?
Nein. Wer einen solchen Kontrakt hält, besitzt die zugrundeliegende Aktie nicht. Es entstehen keinerlei Aktionärsrechte, keine Dividendenansprüche und kein Eigentum am Unternehmen. Ein Perpetual Swap — also ein Terminkontrakt ohne Verfallsdatum — bildet lediglich die Kursentwicklung ab. Händler müssen stattdessen laufend sogenannte Margin- und Funding-Anforderungen erfüllen, um ihre Position offenzuhalten.