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Las-Vegas-Unternehmer wegen 24-Millionen-Dollar-Krypto-Ponzi-Schema verurteilt – bis zu 280 Jahre Haft möglich
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 25. August 2026

Ein Bundesgericht in Las Vegas hat den Unternehmer Brent C. Kovar nach neuntägigem Prozess in 15 Anklagepunkten schuldig gesprochen — darunter Überweisungsbetrug, Postbetrug und Geldwäsche —, wie Cointelegraph und Decrypt übereinstimmend berichten. Kovar hatte mit seiner Firma Profit Connect mindestens 400 Anleger um insgesamt 24 Millionen US-Dollar geprellt, indem er vorgab, mithilfe von KI und einem Supercomputer Kryptowährungen zu schürfen. Die Urteilsverkündung ist für den 30. November angesetzt; das gesetzliche Strafmaximum liegt bei 280 Jahren.
KI-Supercomputer als Köder: So funktionierte Kovars Betrugsmasche
Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt betrieb Kovar von Ende 2017 bis Juli 2021 die Firma Profit Connect. Das Versprechen: Eine eigens entwickelte KI-Software auf einem Supercomputer würde automatisch Kryptowährungen schürfen — also neue Coins durch Rechenleistung erzeugen — und so stabile Jahresrenditen von 15 bis 30 Prozent erwirtschaften. Zusätzlich sicherte Kovar laut beiden Medien eine vollständige Rückzahlungsgarantie zu und behauptete, die Einlagen seien durch die US-Einlagensicherung FDIC abgesichert — eine Institution, die tatsächlich keine Krypto-Investments versichert.
Das Geld der rund 400 Anleger floss laut den Berichten jedoch nicht in echtes Mining oder Krypto-Trading. Stattdessen verwendete Kovar die Mittel demnach für den laufenden Firmenbetrieb, Geschenke an Mitarbeiter und den Kauf eines Eigenheims — sowie dafür, frühere Investoren mit dem Geld neuer Anleger auszuzahlen und so den Anschein echter Erträge zu wahren.
Wie Decrypt berichtet, hatte die US-Börsenaufsicht SEC das Unternehmen bereits im Juli 2021 per einstweiliger Verfügung gestoppt und die Vermögenswerte eingefroren — damals schätzte die Behörde den Schaden auf bis zu 12 Millionen Dollar. Die nun im Strafverfahren festgestellte Schadenssumme liegt mit 24 Millionen Dollar doppelt so hoch. An den Ermittlungen waren laut beiden Quellen das FBI, der IRS sowie die Ermittlungsbehörde der FDIC beteiligt.
KI, Supercomputer, Staatsgarantie — ein Rezept, das immer wieder funktioniert
Der Fall Profit Connect ist kein Einzelfall — er ist ein Lehrbuch. Brent Kovar hat drei Zutaten kombiniert, die Betrüger seit Jahren verlässlich einsetzen: ein technisches Buzzword (KI), eine klingende Infrastruktur (Supercomputer-Mining) und eine scheinbar staatliche Absicherung (FDIC-Versicherung). Jede dieser Behauptungen war frei erfunden. Zusammen wirkten sie auf Außenstehende wie ein solides, modernes Finanzprodukt.
Besonders aufschlussreich ist das Versprechen fester Jahresrenditen von 15 bis 30 Prozent — kombiniert mit einer 100-prozentigen Rückzahlungsgarantie. Das klingt verlockend, ist aber das klarste Warnzeichen überhaupt: Seriöse Investments können keine Garantierenditen bieten, weil Märkte unvorhersehbar sind. Wer das dennoch verspricht, betreibt entweder ein Schneeballsystem — bei dem frühe Anleger mit dem Geld späterer Anleger ausgezahlt werden — oder er lügt schlicht.
Für deutsche Anleger gilt: Die FDIC ist die amerikanische Einlagensicherung für Bankkonten — sie schützt grundsätzlich keine Investitionen und erst recht keine Krypto-Anlagen. Vergleichbare Irreführungen mit deutschen Institutionen wie der Einlagensicherung oder BaFin-Regulierung als falsches Gütesiegel sind hierzulande ebenfalls bekannte Betrugsmaschen.
Laut Decrypt ist Investmentbetrug inzwischen die größte Einzelkategorie von Kryptokriminalität beim FBI — ein Hinweis darauf, dass der Profit-Connect-Fall kein Ausreißer ist, sondern ein System. Die strafrechtliche Aufarbeitung, die hier fast fünf Jahre nach dem Stopp durch die SEC erfolgte, zeigt zudem: Justizbehörden arbeiten langsam, aber sie arbeiten.
Garantierte Renditen und KI-Versprechen: So funktioniert das Betrugsschema
Ein Ponzi-Schema funktioniert nach einem einfachen, aber verheerenden Prinzip: Neue Anlegergelder werden genutzt, um frühere Investoren auszuzahlen — scheinbar als Rendite. Solange genug Neugeld fließt, wirkt das System stabil. Bricht der Zufluss ein, kollabiert es. Genau das ist das Grundmuster hinter Profit Connect.
Wer wissen möchte, wie Krypto-Mining tatsächlich funktioniert, merkt schnell: Echtes Mining erfordert erhebliche Rechenkapazität, hohe Stromkosten und schwankende Erträge. Garantierte Jahresrenditen von 15 bis 30 Prozent — wie Kovar sie versprach — sind damit strukturell unvereinbar. Hinzu kam die behauptete FDIC-Absicherung: Die amerikanische Einlagensicherung schützt Bankguthaben bis zu einem bestimmten Betrag, gilt aber ausdrücklich nicht für Krypto-Investitionen.
Das Zusammenspiel aus technisch klingenden Buzzwords, unrealistischen Renditezusagen und falschen Sicherheitsversprechen ist kein Zufall — es ist die klassische Bauanleitung für Anlagebetrug, der auch technisch weniger versierte Menschen gezielt ansprechen soll.
Häufige Fragen
Was bedeutet das Strafmaximum von 280 Jahren konkret?
Die 280 Jahre ergeben sich rein rechnerisch aus der Summe aller gesetzlichen Höchststrafen für die 15 einzelnen Anklagepunkte. In der US-amerikanischen Bundesjustiz legt der Richter die tatsächliche Strafe jedoch anhand föderaler Strafzumessungsrichtlinien fest — also Vorgaben auf Bundesebene, die Faktoren wie Schadenssumme, Vorstrafen und Tatumstände berücksichtigen. Wie hoch das Urteil am 30. November ausfällt, ist offen.
Warum ist die behauptete FDIC-Versicherung ein besonders klares Warnsignal?
Die FDIC ist die US-amerikanische Einlagensicherung für Bankeinlagen — vergleichbar mit der deutschen Einlagensicherung. Sie schützt ausschließlich klassische Bankguthaben, niemals Krypto-Investments oder Anteile an privaten Unternehmen. Wer behauptet, Anlagegelder seien FDIC-versichert, macht eine sachlich unmögliche Aussage — und signalisiert damit entweder grobe Unwissenheit oder bewusste Täuschung.
Was unterscheidet ein Ponzi-Schema von echtem Investment?
Bei einem Ponzi-Schema fließt kein Geld in echte Anlagen. Stattdessen werden frühere Anleger mit dem Kapital neuer Investoren ausbezahlt — bis das System kollabiert. Im Fall Profit Connect bestätigte die Anklage: Es gab kein echtes Mining, kein KI-Trading. Die versprochenen Erträge waren schlicht Weiterleitungen fremder Einlagen.