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BlackRock lanciert zwei tokenisierte Geldmarktfonds als Stablecoin-Reserve-Assets
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 03. August 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph hat BlackRock am 3. August 2026 zwei neue tokenisierte Geldmarktprodukte gestartet — also traditionelle Geldmarktfonds, deren Anteile als digitale Token auf einer Blockchain geführt werden. Beide Produkte sind darauf ausgelegt, als anerkannte Reserveanlagen für Stablecoin-Emittenten in den USA zu dienen, die seit der Verabschiedung des GENIUS Act einem klaren regulatorischen Rahmen unterliegen. Für Anleger und Beobachter in Deutschland zeigt dieser Schritt des weltgrößten Vermögensverwalters, wie rasch klassische Finanzprodukte auf Blockchain-Infrastruktur wandern.
Zwei Produkte, zwei Anbieter, ein Ziel: Stablecoin-Reserven auf der Blockchain
Die beiden neuen Fonds unterscheiden sich in Struktur und technischer Umsetzung deutlich voneinander. Beim BlackRock Select Treasury Based Liquidity Fund OnChain Shares (kurz: BSTBL) handelt es sich laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Cointelegraph nicht um einen komplett neuen Fonds, sondern um eine tokenisierte Anteilsklasse eines bereits bestehenden BlackRock-Geldmarktfonds — abgewickelt auf Ethereum, mit BNY als Transfer-Agent und Tokenisierungsanbieter.
Das zweite Produkt, der BlackRock Daily Reinvestment Stablecoin Reserve Vehicle (BRSRV), ist dagegen ein von Grund auf neu geschaffener Fonds für institutionelle Investoren. Er läuft auf mehreren Blockchains gleichzeitig, reinvestiert Erträge täglich automatisch und nutzt Securitize als Transfer-Agent, wie Cointelegraph berichtet. Beide Fonds sollen als zulässige Reserveanlagen für lizenzierte US-Stablecoin-Emittenten gelten — eine Kategorie, die der GENIUS Act erst definiert hat. BlackRock hatte die Produkte bereits im Mai 2026 bei der US-Börsenaufsicht SEC angemeldet; der August-Launch ist also kein überraschender Vorstoß, sondern der bereits geplante nächste Schritt.
Wenn der größte Vermögensverwalter der Welt Blockchain ernst nimmt — was das bedeutet
Der entscheidende Kontext: BlackRock verwaltet laut eigenen Angaben bereits rund 60 Milliarden US-Dollar an Reserven für Circle, den Emittenten des USDC-Stablecoins — das entspricht etwa einem Viertel des gesamten Stablecoin-Marktes. Die neuen Fonds sind also kein Versuchsballon, sondern die formale Produkthülle für ein Geschäft, das längst in erheblichem Umfang existiert.
Interessant ist die regulatorische Logik dahinter: Der GENIUS Act — das US-Gesetz, das Anforderungen an die Reserven von Zahlungs-Stablecoins festlegt — schafft gewissermaßen eine Nachfrage, die BlackRock nun mit maßgeschneiderten Produkten bedient. Beide Fonds sind explizit so konstruiert, dass sie als zulässige Reserveanlagen unter diesem Rahmen gelten. Das ist ein Muster aus der klassischen Finanzwelt: Regulierung und Produktentwicklung greifen ineinander.
Was diese Entwicklung nicht bedeutet: Es handelt sich um Produkte für institutionelle Investoren — also Banken, Fonds oder Stablecoin-Emittenten — nicht um ein Angebot für Privatanleger. Wer kein institutioneller Marktteilnehmer ist, kann diese Fonds nicht zeichnen.
Für den breiteren Markt tokenisierter realer Vermögenswerte — also digitaler Abbilder von traditionellen Finanzprodukten auf der Blockchain — ist relevant, dass BlackRocks bestehendes tokenisiertes Produkt BUIDL bereits rund 2,5 Milliarden US-Dollar verwaltet und als Sicherheit in Kryptomärkten eingesetzt wird. Die Infrastruktur wächst — getragen von regulatorischen Anforderungen, nicht primär von spekulativem Interesse.
Warum Stablecoin-Emittenten sichere Reserven brauchen
Ein Stablecoin — eine Kryptowährung, die ihren Wert an einen stabilen Referenzwert wie den US-Dollar koppelt — muss genau diese Stabilität durch Rücklagen absichern. Vereinfacht gesagt: Wer einen Dollar-Stablecoin ausgibt, braucht dafür echte Dollar-Werte im Hintergrund.
Bisher flossen diese Reserven vor allem in kurzfristige US-Staatsanleihen oder klassische Geldmarktfonds — Instrumente, die als besonders sicher und liquide gelten. Das Problem: Herkömmliche Fondsanteile existieren nur auf Papier oder in zentralen Datenbanken, nicht auf einer Blockchain. Für Stablecoin-Emittenten ist das umständlich, weil sie ihre Reserven nicht direkt und automatisiert in ihre digitalen Prozesse einbinden können.
Genau hier setzen tokenisierte Fonds an: Ihre Anteile sind als programmierbare Token auf einer Blockchain registriert — überprüfbar, übertragbar und direkt mit Smart Contracts nutzbar. Der GENIUS Act, der im Juli 2025 in den USA in Kraft trat, hat erstmals klar definiert, welche Anlageformen als Stablecoin-Reserven zugelassen sind — und damit den Markt für genau solche Produkte regulatorisch geöffnet.
Häufige Fragen
Was ist eigentlich ein tokenisierter Geldmarktfonds?
Ein Geldmarktfonds investiert in kurzlaufende, sehr sichere Wertpapiere — etwa kurzfristige Staatsanleihen — und gilt als besonders stabile Anlageform. "Tokenisiert" bedeutet: Die Fondsanteile werden nicht mehr nur im klassischen Depotbuch eingetragen, sondern als digitale Token auf einer Blockchain verwaltet. Das ermöglicht schnellere Übertragungen und eine breitere technische Nutzbarkeit — etwa als Sicherheit in Kryptomärkten.
Warum brauchen Stablecoin-Emittenten überhaupt anerkannte Reserveanlagen?
Ein Stablecoin — eine digitale Währung mit festem Kursziel, meist zum US-Dollar — muss durch reale Werte gedeckt sein, damit Nutzer ihm vertrauen. Der US-amerikanische GENIUS Act, der im Juli 2025 in Kraft trat, schreibt gesetzlich vor, welche Anlagen als zulässige Deckung gelten. Geldmarktfonds, die dieser Anforderung entsprechen, sind demnach gefragte Bausteine für Stablecoin-Emittenten.
Können Privatanleger in diese Fonds investieren?
Nein — laut den Berichten richtet sich das neue Produkt BRSRV ausdrücklich an institutionelle Investoren. Für Privatpersonen sind diese Fonds nicht zugänglich.