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Bitwise entlässt 14 % der Belegschaft – Crypto-Abschwung trifft ETF-Anbieter
Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 12. August 2026

Laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt hat der US-amerikanische Krypto-Vermögensverwalter Bitwise Asset Management rund 14 Prozent seiner Belegschaft entlassen — ein direktes Opfer des anhaltenden Abschwungs an den Kryptomärkten im Jahr 2026. Für deutsche Anleger, die über regulierte Krypto-Produkte ins Thema eingestiegen sind, zeigt dieser Schritt: Auch etablierte Anbieter von Krypto-Indexfonds und ETFs bleiben nicht unberührt, wenn die Märkte über Monate unter Druck stehen.
Von 180 auf 155: Wie tief der Einschnitt wirklich geht
Konkret schrumpfte die Belegschaft von rund 180 auf etwa 155 Mitarbeitende — das entspricht laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt rund 25 Stellen. CEO Hunter Horsley bestätigte die Entlassungen gegenüber Bloomberg und setzte sie zugleich in einen ungewöhnlichen Rahmen: Die verbliebene Mannschaft sei dennoch die größte in der achtjährigen Unternehmensgeschichte — ein Hinweis darauf, wie stark Bitwise in den vergangenen Jahren gewachsen war.
Laut Decrypt verwaltet Bitwise nach eigenen Angaben rund 9 Milliarden US-Dollar in Kundengeldern, verteilt auf mehr als 70 Anlageprodukte. Dazu gehört ein sogenannter Spot-Bitcoin-ETF — ein börsengehandelter Fonds, der den Bitcoin-Preis direkt abbildet — mit einem verwalteten Volumen von etwa 2,3 Milliarden US-Dollar.
Spürbar unter Druck steht daneben der Bitwise 10 Crypto Index Fund (Ticker: BITW), ein Indexfonds, der die zehn größten Kryptowährungen nach Marktgröße abbildet — darunter Bitcoin und Ether. Laut Cointelegraph haben dessen Anteile seit Januar mehr als 30 Prozent an Wert verloren. Zuletzt hatte Bitwise im Februar noch expandiert und das Unternehmen Chorus One übernommen, um sein Staking-Angebot — also die verzinsliche Hinterlegung von Kryptowährungen — auszubauen.
Regulierte Produkte, echte Unternehmensrisiken — was Anleger oft unterschätzen
Wer in einen Krypto-ETF investiert, kauft ein reguliertes Finanzprodukt — und verbindet damit oft das Gefühl, auf der sicheren Seite zu stehen. Was dabei leicht in den Hintergrund tritt: Die Regulierung schützt das Produkt, nicht das Unternehmen dahinter. Gerät ein Anbieter dauerhaft unter wirtschaftlichen Druck, kann er schrumpfen, fusionieren oder im Extremfall vom Markt verschwinden — auch wenn der zugrundeliegende Bitcoin davon unberührt bleibt.
Genau das illustriert der Fall Bitwise. Das Unternehmen ist kein Startup mehr, sondern ein etablierter Verwalter mit rund neun Milliarden US-Dollar in Kundengeldern. Und dennoch: Monate schwacher Märkte hinterlassen Spuren in der Bilanz — und damit beim Personal. Gleichzeitig ist der Abschwung kein Todesurteil: CEO Hunter Horsley betonte, die verbleibende Belegschaft sei die größte in der achtjährigen Unternehmensgeschichte. Bitwise schrumpft nicht auf Null, es justiert.
Für die Einschätzung des Gesamtmarkts lohnt ein Blick auf die Kräfteverhältnisse: Der US-Spot-Bitcoin-ETF-Markt wird von einem einzelnen Anbieter dominiert — BlackRock hält nach Angaben von Decrypt rund 47 Milliarden von insgesamt 77,5 Milliarden US-Dollar in diesen Produkten. Bitwise kommt dabei auf etwas unter drei Prozent Marktanteil. Das ist kein Drama, aber es zeigt: Im ETF-Geschäft entscheidet Skalierung über Wettbewerbsfähigkeit — und kleinere Anbieter spüren einen Abschwung früher und deutlicher als die Schwergewichte.
Bitwise, ETFs und Indexfonds – was steckt hinter diesen Produkten?
Bitwise ist kein klassischer Broker, sondern ein Anbieter von strukturierten Anlageprodukten – darunter Krypto-ETFs (börsengehandelte Fonds, die Kryptowährungen abbilden) und Indexfonds. Der Unterschied ist wichtig: Ein Indexfonds wie der BITW bildet die zehn größten Kryptowährungen gleichzeitig ab, ähnlich wie ein DAX-Fonds nicht eine einzelne Aktie, sondern einen ganzen Korb abbildet. Ein Spot-ETF hingegen hält direkt die zugrunde liegende Kryptowährung – zum Beispiel echte Bitcoin.
Für Anleger bedeutet das: Wer in solche Produkte investiert, setzt nicht nur auf den Kursanstieg einer Währung, sondern trägt auch das Unternehmensrisiko des jeweiligen Anbieters. Sinken die Kurse dauerhaft, schrumpfen die verwalteten Vermögen – und damit die Einnahmen, mit denen ein Anbieter wie Bitwise seinen Betrieb finanziert. Entlassungen sind dann eine betriebswirtschaftliche Konsequenz, keine Ausnahme.
Häufige Fragen
Bedeutet das, dass Bitwise in ernsthaften Schwierigkeiten steckt?
Nicht zwingend. CEO Hunter Horsley betonte bei der Bestätigung der Entlassungen, dass die verbliebenen rund 155 Mitarbeitenden trotzdem die größte Belegschaft in der achtjährigen Unternehmensgeschichte darstellen. Bitwise verwaltet nach eigenen Angaben weiterhin rund 9 Milliarden US-Dollar über mehr als 70 Produkte. Die Stellenstreichungen erscheinen als Reaktion auf gesunkene Einnahmen im Abschwung — nicht als Zeichen eines bevorstehenden Zusammenbruchs.
Warum spüren ETF-Anbieter einen Kursrückgang überhaupt so stark?
Anbieter von Indexfonds und ETFs — also Fonds, die automatisch einen Marktindex nachbilden — verdienen typischerweise eine jährliche Gebühr, die als Prozentsatz des verwalteten Vermögens berechnet wird. Sinken die Kurse der enthaltenen Kryptowährungen über Monate, schrumpft das verwaltete Vermögen — und damit auch die Einnahmen des Anbieters. Ein anhaltender Abschwung trifft also nicht nur Anleger, sondern auch die Geschäftsmodelle der Produktanbieter selbst.