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Bitmine kauft ETH im Wert von 136 Mio. Dollar und platziert Vorzugsaktien für 274 Mio. Dollar

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 16. Juni 2026

Bitmine kauft ETH im Wert von 136 Mio. Dollar und platziert Vorzugsaktien für 274 Mio. Dollar

Das börsennotierte US-Unternehmen BitMine Immersion Technologies hat vergangene Woche seinen Ethereum-Bestand erneut deutlich ausgebaut — und gleichzeitig frisches Kapital über ein klassisches Börsenwerkzeug eingesammelt, das deutschen Anlegern eher aus der Bankenwelt bekannt ist: eine festverzinsliche Vorzugsaktie. Laut übereinstimmenden Berichten von CoinDesk und Decrypt gilt BitMine damit inzwischen als größtes Ethereum-Treasury-Unternehmen weltweit — eine Strategie, die zeigt, wie weit die Verzahnung von Kryptomärkten und traditionellem Kapitalmarkt bereits fortgeschritten ist.

76.881 ETH, 274 Millionen Dollar Vorzugskapital — so funktioniert BitMines Finanzierungsmaschine

Laut übereinstimmenden Berichten von Bitmine adds another $136 million of ether (CoinDesk) und Tom Lee's Bitmine buys $139 million in Ethereum (Decrypt) erwarb BitMine in der vergangenen Woche genau 76.881 ETH. Der leicht abweichende Dollarwert — 136 Millionen bei CoinDesk, 139 Millionen bei Decrypt — erklärt sich durch den sich verändernden ETH-Kurs zwischen den Veröffentlichungszeitpunkten, nicht durch unterschiedliche Token-Mengen.

Finanziert wird die Strategie über einen neu aufgelegten 9,50-prozentigen Series-A-Perpetual-Preferred-Stock — eine Vorzugsaktie ohne festes Laufzeitende, die wöchentliche Bardividenden ausschüttet. Über diese Platzierung nahm BitMine rund 274 Millionen US-Dollar ein. Die Vorzugsaktie soll ab Dienstag unter dem Ticker BMNP an der New York Stock Exchange handelbar sein; die Stammaktie läuft weiterhin unter BMNR.

Die Erlöse sind laut Decrypt für weitere ETH-Käufe, den Aufbau von Infrastruktur sowie mögliche Rückkäufe der Stammaktie vorgesehen. BitMines Gesamtbestand beläuft sich damit auf mehr als 5,62 Millionen ETH.

Krypto-Treasury mit Dividendenversprechen: ein cleveres Modell — mit echten Risiken

BitMines Ansatz folgt der Blaupause, die Michael Saylors Strategy für Bitcoin etabliert hat: Ein börsennotiertes Unternehmen sammelt über klassische Kapitalmarktinstrumente Geld ein und steckt es in eine Kryptowährung. Das Neue hier ist die Finanzierungsquelle — eine Vorzugsaktie mit festem Jahreszins von 9,50 Prozent. Wer diese Aktie kauft, bekommt wöchentliche Bardividenden, hat aber keinen direkten ETH-Besitz.

Das klingt zunächst solide. Doch der Mechanismus trägt ein strukturelles Risiko: Die Dividendenzahlungen sollen aus projizierten Staking-Erlösen — also Zinsen, die BitMine dafür erhält, dass es ETH ins Netzwerk einbringt — finanziert werden. Diese Erlöse sind Schätzungen, keine Garantien. Staking-Renditen schwanken, und sie hängen direkt vom ETH-Kurs ab. Bricht der Kurs ein, sinken auch die Erträge in Dollar — während die Dividendenverpflichtung in Dollar feststeht.

Genau das macht die Angabe der unrealisierten Verluste so aufschlussreich: Laut Decrypt liegt die gesamte ETH-Position trotz zuletzt gestiegener Kurse noch immer rund neun Milliarden Dollar im Minus gegenüber dem durchschnittlichen Einstandspreis. Das Unternehmen wächst also schnell — aber auf einem teuer erkauften Fundament.

Für Beobachter ist das Modell dennoch interessant, weil es zeigt, wie institutionelle Akteure Krypto-Strategien mit etablierten Börsenmechanismen verbinden: BitMine verkauft im Grunde strukturierten Zugang zu ETH-Staking-Erträgen — verpackt als reguliertes Wertpapier an der NYSE.

Das Playbook dahinter: Krypto-Schatzmeister trifft Kapitalmarkt

Das Modell, das BitMine verfolgt, ist nicht neu — es wurde von Michael Saylors Unternehmen Strategy für Bitcoin populär gemacht. Die Idee: Ein börsennotiertes Unternehmen sammelt über Aktien- oder Anleiheemissionen Kapital ein und kauft damit eine Kryptowährung, die es langfristig hält. Statt klassischer Unternehmenstätigkeit ist die Krypto-Position selbst das Kerngeschäft.

Staking — das Einsetzen von Kryptowährungen zur Absicherung eines Blockchain-Netzwerks gegen eine Verzinsung — liefert dabei laufende Erträge. BitMine nutzt diese Einnahmen gezielt, um die Dividenden aus der Vorzugsaktie zu finanzieren. Das Unternehmen nennt als konkretes Ziel, rund fünf Prozent des gesamten im Umlauf befindlichen Ethereum-Angebots zu halten — und die daraus entstehenden Staking-Erträge langfristig als verlässliche Cashflow-Quelle zu etablieren.

Vorzugsaktien — Wertpapiere mit festem Dividendenanspruch, die Stammaktionäre im Insolvenzfall nachrangig behandeln — sind klassische Kapitalmarktinstrumente. Ihr Einsatz zur Finanzierung einer Krypto-Treasury-Strategie ist jedoch ungewöhnlich und verbindet zwei Welten, die bislang kaum miteinander verzahnt waren.

Häufige Fragen

Was ist eine Vorzugsaktie — und was unterscheidet sie von einer normalen Aktie?

Eine Vorzugsaktie — englisch „Preferred Stock" — ist eine Aktie mit festem Dividendenanspruch, ähnlich einem Anleihe-Kupon. Inhaber erhalten ihre Ausschüttung vorrangig vor gewöhnlichen Aktionären, haben dafür aber in der Regel kein Stimmrecht. BitMines Vorzugsaktie (Ticker: BMNP) zahlt jährlich 9,50 % und ist unbefristet — läuft also ohne festes Rückzahlungsdatum.

Was bedeutet „Staking" bei Ethereum, und woher kommt das Dividendengeld?

Staking bezeichnet das Einsetzen von Kryptowährung, um ein Blockchain-Netzwerk abzusichern — und dafür Belohnungen zu erhalten, vergleichbar mit Zinsen auf einem Sparkonto. BitMine setzt einen Großteil seiner ETH-Bestände über sein eigenes Validator-Netzwerk MAVAN ein und erwartet daraus jährliche Erträge, die laut Tom Lee die Dividendenzahlungen an BMNP-Inhaber decken sollen. Diese Erträge sind jedoch Prognosen, keine Garantien.

Trägt BitMine ein Kursrisiko auf seine ETH-Bestände?

Ja. Wer Kryptowährungen hält, ist deren Kursschwankungen ausgesetzt — unabhängig davon, ob Dividenden fließen. Laut Decrypt weisen BitMines ETH-Bestände derzeit nicht realisierte Verluste von fast 9 Milliarden US-Dollar aus, weil der Einstandspreis über dem aktuellen Marktpreis liegt.

Quellen