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BitMEX delistet 11 Perpetual-Swap-Kontrakte am 2. September 2026 – Börse stellt Betrieb ein

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 19. August 2026

BitMEX delistet 11 Perpetual-Swap-Kontrakte am 2. September 2026 – Börse stellt Betrieb ein

Die Krypto-Derivatebörse BitMEX wird am 2. September 2026 um 12:00 UTC elf Perpetual-Swap-Kontrakte — also unbefristete Terminkontrakte auf Kryptowährungen — final abrechnen und aus dem Handel nehmen, wie die Börse in ihrem Blog mitteilt. Hintergrund ist die angekündigte Schließung des gesamten Handelsbetriebs. Offene Positionen werden dabei automatisch zum Settlement-Preis abgerechnet — Nutzer müssen nichts unternehmen, sollten ihre Guthaben danach aber im Blick behalten.

Elf Kontrakte, zwei Zeitpunkte: So läuft die Abwicklung ab

Laut der Ankündigung auf dem BitMEX-Blog (BitMEX) sind folgende elf Kontrakte betroffen: SOLUSDT, SOLUSD, XRPUSD, XRPUSDT, HYPEUSDT, BNBUSDT, BNBUSD, LINKUSD, SUIUSDT, NEARUSDT sowie XAUTUSDT — ein Kontrakt, der sich nicht auf eine Kryptowährung, sondern auf einen tokenisierten Goldpreis bezieht.

Der Ablauf teilt sich in zwei Schritte: Ab 04:00 UTC am 2. September (T start) wird keine neue Funding Rate — die regelmäßige Ausgleichszahlung zwischen Käufern und Verkäufern eines Perpetuals — mehr berechnet. Die zuletzt festgestellte Rate (F0) wird jedoch beim abschließenden Settlement noch einmal angewendet. Um 12:00 UTC (T settle) werden dann alle offenen Positionen zum dann gültigen Marktpreis abgerechnet, sämtliche offenen Orders automatisch storniert und der Handel endgültig eingestellt.

Die Abrechnung selbst ist gebührenfrei. Gewinne und Verluste fließen je nach Kontrakttyp dem Bitcoin-Guthaben (XBT-marginierte Kontrakte) oder dem Tether-Guthaben (USDT-marginierte Kontrakte) der Nutzer zu.

Was das BitMEX-Ende für Trader mit offenen Positionen konkret bedeutet

Das automatische Settlement ist für betroffene Nutzer bequem — aber ein Detail sollte niemand übersehen: Wer am 2. September noch eine offene Position hält, wird zwar ohne Gebühren abgerechnet, aber die zuletzt berechnete Funding Rate (die sogenannte F0) wird beim Settlement um 12:00 UTC noch ein letztes Mal angewendet. Neue Funding-Kosten fallen ab 04:00 UTC zwar nicht mehr an, doch die finale Rate zum Abrechnungszeitpunkt bleibt wirksam — wer Positionen mit hohem Hebel hält, sollte das einkalkulieren.

Nach dem Settlement landen die Guthaben automatisch auf dem jeweiligen BitMEX-Konto: Bitcoin bei XBT-marginierten Kontrakten, Tether (USDT) bei den USDT-Varianten. Da die Börse ihren Betrieb insgesamt erst am 23. September 2026 einstellt, bleibt genug Zeit, die Guthaben geordnet abzuziehen. Dennoch gilt: Je früher die Auszahlung auf eine eigene Wallet erfolgt, desto weniger hängt man von einer Plattform ab, die sich im Abwicklungsmodus befindet.

Der breitere Lerneffekt ist wichtiger als dieser konkrete Fall: Zentralisierte Derivatebörsen können jederzeit schließen — regulatorischer Druck, strategische Neuausrichtungen oder wirtschaftliche Schieflagen können das beschleunigen. Wer Positionen auf solchen Plattformen hält, trägt immer auch ein Gegenparteirisiko, das unabhängig vom Kurs der gehandelten Coins existiert. Das ist eine Abwägung, die jeder Trader bewusst treffen sollte.

Wenn eine Krypto-Börse schließt: Was mit offenen Positionen passiert

Perpetual Swaps laufen theoretisch unbegrenzt weiter — was sie am Laufen hält, ist die sogenannte Funding Rate: eine regelmäßige Gebühr, die zwischen Käufern und Verkäufern fließt und dafür sorgt, dass der Kontraktpreis nah am tatsächlichen Marktpreis bleibt. Stellt eine Börse den Betrieb ein, muss dieser Mechanismus geordnet zum Stillstand kommen.

In einem solchen Fall greift das sogenannte Final Settlement — die erzwungene Schlussabrechnung. Die Börse legt einen letzten Referenzpreis fest, bewertet alle offenen Positionen nach diesem Kurs und bucht Gewinne oder Verluste automatisch auf die Nutzerkonten. Bei XBT-marginierten Kontrakten — also solchen, die in Bitcoin hinterlegt sind — erfolgt die Gutschrift in Bitcoin; bei USDT-marginierten Kontrakten in Tether.

Der entscheidende Unterschied zur normalen Handelsaussetzung: Nutzer können den Ausstiegszeitpunkt nicht mehr selbst wählen. Der Schlusskurs wird von der Börse bestimmt.

Häufige Fragen

Muss ich meine offene Position vor dem 2. September manuell schließen?

Nein. Laut BitMEX werden alle noch offenen Positionen zum Settlement-Zeitpunkt — 12:00 UTC am 2. September 2026 — automatisch abgerechnet. Gleichzeitig werden alle offenen Orders storniert. Wer möchte, kann seine Position vorher eigenständig schließen; eine Pflicht dazu besteht nicht. Für die automatische Abrechnung selbst fallen laut Börsenangabe keine Gebühren an.

In welcher Währung bekomme ich meine Abrechnung gutgeschrieben?

Das hängt vom jeweiligen Kontrakttyp ab. Bei XBT-marginierten Kontrakten — also solchen, die in Bitcoin abgesichert sind — werden Gewinne und Verluste dem Bitcoin-Guthaben gutgeschrieben. Bei USDT-marginierten Kontrakten erfolgt die Gutschrift in Tether (USDT). BitMEX gibt an, dass die Abrechnung dem jeweiligen Kontoguthaben zugebucht wird; über den weiteren Verbleib der Mittel macht die Primärquelle keine Aussage.

Quellen