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BitGo Bank & Trust erweitert Lido-ETH-Staking auf berechtigte US-Kunden

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 07. Oktober 2026

BitGo Bank & Trust erweitert Lido-ETH-Staking auf berechtigte US-Kunden

Seit dem 7. Oktober 2026 können berechtigte US-Kunden von BitGo Bank & Trust ihre Ether — die Kryptowährung des Ethereum-Netzwerks — über das Lido-Protokoll staken und die daraus entstehenden Tokens direkt im gewohnten BitGo-Konto verwahren, wie Lido in einem Blogbeitrag mitteilt. Damit öffnet die US-amerikanische Depotbank, die digitale Vermögenswerte treuhänderisch verwahrt, einen Dienst für den US-Markt, der für europäische und asiatische Kunden bereits seit Juli 2025 verfügbar ist. Für institutionelle Anleger weltweit ist das ein Signal: Ethereum-Staking rückt zunehmend in regulierte Verwahrungsstrukturen ein.

ETH staken, ohne die sichere Verwahrung zu verlassen

Im Kern der Integration steht ein einfaches Prinzip: Berechtigte Kunden staken ihr ETH über die BitGo-Plattform und erhalten dafür stETH — einen sogenannten Liquid-Staking-Token, der die gestakten Ether repräsentiert und gleichzeitig laufend Staking-Erträge ansammelt. Dieses stETH bleibt anschließend direkt im BitGo-Konto verwahrt. Wer das stETH wieder in ETH zurücktauschen möchte, kann auch das über dieselbe Plattform erledigen — ohne einen externen Dienst einschalten zu müssen.

Laut dem Blogbeitrag der Lido Ecosystem Foundation (Lido) betont Kean Gilbert, Head of Institutional Relations der Lido Ecosystem Foundation, dass US-Kunden, die ETH bei BitGo Bank & Trust halten, nun Unterstützung für Lido-Staking erhalten. Nathan Stump, Managing Director bei BitGo, ergänzt, institutionelle Kunden wollten ihre digitalen Assets einsetzen, ohne dabei unnötige operative Komplexität einzuführen.

Wichtig: Das Angebot richtet sich ausdrücklich nur an berechtigte US-Kunden — nicht pauschal an alle Nutzer der Plattform. Welche Voraussetzungen dafür genau gelten, lässt die Ankündigung offen.

Was diese Bankintegration für institutionelle Anleger wirklich bedeutet — und was nicht

Die eigentliche Neuigkeit liegt weniger im Staking selbst als in der Verpackung: BitGo Bank & Trust ist keine gewöhnliche Krypto-Plattform, sondern eine national regulierte Trustbank, beaufsichtigt vom Office of the Comptroller of the Currency (OCC) — der US-Bankenaufsicht. Dass ausgerechnet ein solches Institut Liquid Staking — also Staking mit sofort handelbaren Gegentoken — in sein Produktangebot aufnimmt, zeigt, wie weit sich der institutionelle Markt vom reinen Verwahren digitaler Vermögenswerte entfernt hat.

Für institutionelle Anleger in Deutschland und Europa lohnt ein nüchterner Blick auf das, was diese Integration nicht ist: kein offener Zugang für Privatanleger, kein Selbstverwahr, und kein Zugang ohne Prüfung der Anspruchsberechtigung. Das Modell ist custodial — die Tokens liegen bei BitGo, nicht in einer eigenen Wallet. Wer eigene Schlüsselkontrolle bevorzugt, ist hier falsch.

Steuerlich ist stETH in Deutschland ein eigenes Thema: Die Frage, ob aus dem Liquid-Staking-Token ein steuerpflichtiges Tauschgeschäft entsteht, ist noch nicht abschließend geklärt. Anleger sollten diese Frage mit einem spezialisierten Steuerberater prüfen, bevor sie ähnliche Produkte nutzen.

Was die Integration vor allem illustriert: Regulierte Krypto-Verwahrung und DeFi-Protokolle — also dezentrale Finanzdienste ohne zentrale Vermittler — wachsen langsam zusammen, ohne dass eines das andere vollständig ersetzt. Das Ergebnis sind Hybridmodelle, die Compliance-Anforderungen großer Institutionen mit den Renditemöglichkeiten des Staking verbinden.

Wenn ETH „arbeiten" geht — was Staking und Liquid Staking bedeuten

Wer Ether hält, kann diese nicht einfach auf einem Konto liegen lassen — er kann sie auch aktiv zur Absicherung des Ethereum-Netzwerks einsetzen. Diesen Vorgang nennt man Staking: Vereinfacht gesagt, werden ETH als eine Art Pfand hinterlegt, das die Verlässlichkeit des Netzwerks garantiert. Als Gegenleistung erhalten Staker regelmäßige Erträge.

Das Problem für Institutionen: Gestaktes ETH ist normalerweise gebunden und kann nicht sofort weiterverwendet werden. Genau hier setzt Liquid Staking an. Das Lido-Protokoll stellt beim Staken einen Liquid Staking Token aus — in diesem Fall stETH —, der den gestakten Betrag repräsentiert und handelbar bleibt, während das Original weiterhin Erträge erwirtschaftet.

Für regulierte Institutionen kommt eine weitere Schicht hinzu: die Verwahrung. Depotbanken wie BitGo Bank & Trust sind verpflichtet, Kundenvermögen in kontrollierter, rechtssicherer Infrastruktur zu halten. Genau diese Kombination — Liquid Staking plus regulierte Verwahrung — ist der Kern dessen, was hier umgesetzt wird.

Quellen