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Bitcoin Suisse verlagert bis zu 60 Schweizer Stellen nach Bratislava und Vietnam

Von KryptoRatgeber · veröffentlicht 14. September 2026

Bitcoin Suisse verlagert bis zu 60 Schweizer Stellen nach Bratislava und Vietnam

Bitcoin Suisse, einer der bekanntesten Krypto-Dienstleister aus dem Schweizer Kanton Zug, plant laut übereinstimmenden Berichten von Cointelegraph und Decrypt, bis zu 60 seiner rund 120 Schweizer Stellen ins Ausland zu verlagern – nach Bratislava in der Slowakei und nach Vietnam. Der Schritt ist offen kostenmotiviert: Bestimmte Back-Office- und Verwaltungsaufgaben lassen sich andernorts deutlich günstiger erledigen. Für deutsche Nutzer von Krypto-Verwahrungsdiensten ist das ein konkretes Beispiel dafür, wie selbst etablierte Branchengrößen ihr Geschäft zunehmend international aufstellen.

Bratislava und Vietnam statt Zug: Welche Jobs wegfallen und warum

Laut übereinstimmenden Berichten von Bitcoin Suisse to shift up to half of Swiss jobs abroad (Cointelegraph) und Bitcoin Suisse to Cut Half of Swiss Jobs (Decrypt) trifft es vor allem Back-Office- und Verwaltungsfunktionen – also jene Bereiche, die nicht zwingend am Hauptsitz in Zug angesiedelt sein müssen. Diese Tätigkeiten sollen nach Bratislava in der Slowakei sowie an einen neuen Standort in Vietnam ausgelagert werden.

Die betroffenen Mitarbeitenden erfuhren davon laut Decrypt an einem Freitagmorgen in einem sogenannten Town-Hall-Meeting – einem unternehmensweiten Informationstreffen. Wie viele Stellen genau gestrichen werden, soll nach einer zehntägigen Konsultationsphase feststehen; die ersten Entlassungen sollen noch in diesem Jahr wirksam werden.

CEO Andrej Majcen betonte gegenüber der Schweizer Finanzpublikation Finews ausdrücklich, der Schritt habe nichts mit einer Schwäche am Kryptomarkt zu tun. Im Gegenteil: Bitcoin Suisse verfolge den Aufbau eines globalen Geschäfts für vermögende Privatpersonen, Family Offices und institutionelle Investoren. Der Hauptsitz in Zug bleibt bestehen, der Unternehmensname wird nicht geändert.

Wenn das „Crypto Valley" ins Ausland auslagert: Was der Schritt wirklich bedeutet

Bitcoin Suisse positioniert sich mit dieser Restrukturierung nicht als schrumpfendes Unternehmen, sondern als eines, das sein Gewicht neu verteilt. Das ist ein wichtiger Unterschied. Kostensenkung im Back-Office soll offenbar Kapital freisetzen, das andernorts gebraucht wird: für Lizenzen, neue Märkte, anspruchsvollere Kundschaft.

Die Lizenzstrategie ist dabei aufschlussreich. Mit einer MiCAR-Lizenz — dem einheitlichen EU-Regelwerk für Kryptowerte — in Liechtenstein kann Bitcoin Suisse grenzüberschreitend innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums tätig sein, ohne für jeden Mitgliedstaat eine eigene Zulassung zu benötigen. Die Schweiz selbst fällt nicht darunter; Zug als Hauptsitz bleibt also bewusst außerhalb des EU-Rahmens. Parallel dazu sicherte sich das Unternehmen Zulassungen in Bermuda und Abu Dhabi — ein Zeichen, dass man gezielt unterschiedliche Regulierungsräume erschließen will.

Für deutsche Nutzer von Krypto-Verwahrungsdiensten stellt sich dabei eine praktische Frage: Ändert sich etwas, wenn Teile der Verwaltung ins Ausland wandern? Solange das regulatorische Fundament — Lizenzen, Aufsichtspflichten, Kundenschutz — unverändert bleibt, ist eine Verlagerung von Back-Office-Funktionen für Endkunden in der Regel nicht spürbar. Entscheidend ist, welche Aufsichtsbehörde zuständig bleibt und nach welchem Recht Verträge gelten.

Was der Fall zeigt: Internationalität ist für Krypto-Firmen längst kein Wachstumsmerkmal mehr, sondern operative Normalität — auch für solche mit „Suisse" im Namen.

Was Bitcoin Suisse tut – und warum Lizenzen dabei eine Schlüsselrolle spielen

Bitcoin Suisse wurde 2013 in Zug gegründet, im Herzen des sogenannten Crypto Valley – einer Region, die sich früh als europäischer Krypto-Standort etabliert hat. Das Unternehmen richtet sich heute vor allem an vermögende Privatpersonen, Family Offices und institutionelle Investoren und bietet unter anderem Krypto-Trading, Krypto-Verwahrung (Custody) sowie Staking an – also das Einsetzen von Kryptowährungen, um Netzwerke zu unterstützen und dafür Erträge zu erhalten.

Für ein Unternehmen mit solchen Ambitionen sind regulatorische Zulassungen entscheidend. Bitcoin Suisse hat in diesem Jahr Lizenzen in Liechtenstein und Bermuda erworben; die Nahost-Tochter erhielt zuletzt die vollständige Zulassung in Abu Dhabi. Die Liechtenstein-Lizenz fällt unter MiCAR – das neue EU-weite Regelwerk für Krypto-Dienstleister –, da Liechtenstein zum Europäischen Wirtschaftsraum gehört. Die Schweiz selbst ist kein EU-Mitglied und fällt nicht unter dieses Regelwerk. Wer also europaweit tätig sein will, braucht einen Standort innerhalb des EWR.

Quellen