Glossar
zkSync
Aktualisiert 12. Juni 2026
zkSync ist ein Layer-2-Skalierungsprotokoll für Ethereum, das Transaktionen gebündelt außerhalb der Hauptkette verarbeitet und deren Gültigkeit mithilfe von Zero-Knowledge-Beweisen auf dem Ethereum-Mainnet absichert. Entwickelt wird es vom Berliner Unternehmen Matter Labs unter der Führung von CEO und Mitgründer Alex Gluchowski.
Funktionsweise: ZK-Rollups im Kern
Das tragende Prinzip ist der sogenannte ZK-Rollup. Dabei werden viele einzelne Transaktionen off-chain gebündelt und gemeinsam verarbeitet. Anschließend übermittelt das Protokoll lediglich einen einzigen kryptografischen Gültigkeitsbeweis – einen Zero-Knowledge Proof – an das Ethereum-Mainnet. Dieser Beweis bestätigt mathematisch, dass alle gebündelten Transaktionen regelkonform waren, ohne deren vollständigen Inhalt preiszugeben. Ethereum selbst prüft nur diesen kompakten Nachweis, nicht jede einzelne Transaktion. Das Ergebnis: deutlich niedrigere Gebühren und nahezu sofortiger Abschluss (Finality) im Vergleich zu einer direkten On-Chain-Transaktion.
Ein praktisches Beispiel: Wer auf Ethereum einen ERC-20-Token überweist, zahlt Gasgebühren für genau diese eine Transaktion. Über zkSync hingegen wird dieselbe Überweisung gemeinsam mit hunderten anderen Transaktionen verarbeitet – die Kosten für den Ethereum-Beweis verteilen sich auf alle Beteiligten.
zkSync Era: die aktuelle Produktionsversion
Die heutige Hauptversion trägt den Namen zkSync Era. Matter Labs benannte das zunächst als zkSync 2.0 bekannte Netz im Februar 2023 um. zkSync Era ist EVM-kompatibel, unterstützt also Ethereum-kompatible Smart Contracts und ermöglicht es Entwicklern, bestehende dezentrale Anwendungen mit überschaubarem Anpassungsaufwand auf das Protokoll zu portieren. Diese Kompatibilität unterscheidet Era von älteren ZK-Rollup-Ansätzen, die auf einfache Token-Transfers beschränkt waren.
Das Protokoll verfügt zudem über ein natives Governance Token namens ZK, das dezentrale Entscheidungsprozesse über die Protokollentwicklung ermöglichen soll – ein Modell, das in der Branche als On-Chain-Governance bekannt ist.
Einordnung und Abgrenzung
zkSync gehört zu einer Gruppe von Projekten, die das Blockchain-Trilemma – die Spannung zwischen Skalierbarkeit, Sicherheit und Dezentralisierung – auf der Skalierbarkeitsebene adressieren. Im Unterschied zu Optimistic Rollups (etwa Optimism oder Arbitrum) verzichtet zkSync auf eine Wartefrist für Einsprüche, da die Gültigkeit jeder Batch mathematisch bewiesen wird, nicht lediglich angenommen. Dadurch ist die Finality strukturell schneller, der Entwicklungsaufwand für korrekte ZK-Schaltkreise ist allerdings technisch anspruchsvoller.