Glossar
ZK-STARK
Aktualisiert 12. Juni 2026
ZK-STARK ist ein kryptografisches Beweissystem, das es einer Partei ermöglicht, die Korrektheit einer Berechnung zu beweisen, ohne dabei die zugrundeliegenden Daten offenzulegen. Die Abkürzung steht für Zero-Knowledge Scalable Transparent Argument of Knowledge. Eingeführt wurde das Verfahren 2018 durch Eli Ben-Sasson, Iddo Bentov, Yinon Horesh und Michael Riabzev als konzeptionelle Weiterentwicklung der älteren ZK-SNARKs.
Transparenz statt Trusted Setup
Das namensgebende „T" in STARK steht für Transparent — und markiert den zentralen Unterschied zu ZK-SNARKs. Letztere erfordern eine einmalige Initialisierungsphase, das sogenannte Trusted Setup, bei dem geheime Parameter erzeugt werden. Diese Parameter müssen nach der Erzeugung zuverlässig vernichtet werden; bleiben sie erhalten, könnten gefälschte Beweise erstellt werden. Dieses Problem wird in der Praxis als „toxic waste" bezeichnet. ZK-STARKs umgehen dieses Risiko vollständig: Sie verwenden ausschließlich öffentlich bekannte Zufälligkeit und kollisionsresistente Hash-Funktionen — kein vertrauenswürdiger Dritter ist notwendig.
Ein weiterer struktureller Vorteil ergibt sich aus dieser Designentscheidung: Da ZK-STARKs nicht auf elliptischer Kurven-Kryptografie basieren, gelten sie als post-quanten-sicher. Quantencomputer, die klassische elliptische Kurven angreifen könnten, hätten gegen Hash-basierte Beweise nach aktuellem Forschungsstand keinen vergleichbaren Hebel.
Abwägung: Sicherheit gegen Proof-Größe
ZK-STARKs haben gegenüber ZK-SNARKs einen praktischen Nachteil: Die erzeugten Beweise sind deutlich größer. Während SNARK-Beweise oft nur wenige hundert Byte umfassen, können STARK-Beweise in den Kilobyte-Bereich wachsen. Das erhöht den Speicher- und Übertragungsaufwand und wirkt sich auf die Verifikationskosten aus — ein relevanter Faktor, wenn Beweise auf einer Blockchain gespeichert werden, wo jedes Byte Platz kostet.
In der Praxis sind ZK-STARKs vor allem im Bereich der ZK-Rollups relevant, also Layer-2-Skalierungslösungen, die Transaktionen gebündelt außerhalb der Hauptkette verarbeiten und nur einen kompakten Gültigkeitsbeweis on-chain einreichen. StarkWare baut mit StarkEx und StarkNet seine gesamte Skalierungsinfrastruktur auf STARK-Beweisen auf. Damit lassen sich erhebliche Mengen an Rechenarbeit von der Hauptkette auslagern, ohne die Sicherheitsgarantien des Basisprotokolls aufzugeben.
ZK-STARKs stehen damit für einen klar definierten Kompromiss: mehr Transparenz und bessere Langzeitsicherheit auf Kosten größerer Beweisdateien — eine Abwägung, die je nach Einsatzszenario unterschiedlich zu gewichten ist.