KryptoRatgeber

Glossar

ZK-SNARK

Aktualisiert 12. Juni 2026

ZK-SNARK ist ein kryptografisches Beweisverfahren, mit dem eine Partei nachweisen kann, dass sie eine bestimmte Information besitzt oder eine Berechnung korrekt durchgeführt hat – ohne dabei die zugrunde liegenden Daten preiszugeben und ohne Rückfragen zwischen Beweisführer und Prüfer.

Was steckt im Akronym?

Die vier Bestandteile des Namens beschreiben exakt, was das Verfahren leistet:

  • Zero-Knowledge – Es werden keinerlei Informationen über den eigentlichen Inhalt (den sogenannten Witness) offenbart.
  • Succinct – Der erzeugte Beweis ist kurz und lässt sich in Millisekunden verifizieren, unabhängig davon, wie aufwändig die zugrundeliegende Berechnung war.
  • Non-Interactive – Es findet kein Hin-und-Her zwischen Prüfer und Beweisführer statt; der Beweis wird einmalig erstellt und kann danach von beliebig vielen Parteien geprüft werden.
  • Argument of Knowledge – Der Beweisführer muss tatsächlich im Besitz der behaupteten Information sein; reines Raten schlägt fehl.

Ein ZK-SNARK-Protokoll setzt sich aus drei Algorithmen zusammen: Setup (Gen) erzeugt einen sogenannten Common Reference String (CRS), der als gemeinsame, vertrauenswürdige Grundlage für alle nachfolgenden Beweise dient. Proving erstellt den eigentlichen Beweis, Verification prüft ihn effizient.

Trusted Setup: Stärke und Schwachstelle zugleich

Der CRS entsteht in einem einmaligen Setup-Prozess, der auf geheimen Parametern basiert – im Fachjargon als „toxic waste" bezeichnet. Werden diese Parameter nach dem Setup nicht vollständig vernichtet, könnte jemand gefälschte Beweise erzeugen, ohne entdeckt zu werden. Dies ist der strukturelle Unterschied zu ZK-STARKs, die ohne vertrauenswürdiges Setup auskommen, dafür aber größere Beweise produzieren.

Die erste großflächige Blockchain-Anwendung von ZK-SNARKs war Zcash, das das Verfahren 2016 einführte, um Transaktionen so abzuwickeln, dass Absender, Empfänger und Betrag für Außenstehende nicht einsehbar sind. Das Netzwerk bewies damit, dass Zero-Knowledge-Kryptografie in der Praxis auf einer öffentlichen Blockchain funktioniert.

Vorsicht bei der Begriffsverwechslung

In der Alltagssprache werden ZK-SNARKs häufig mit „Zero-Knowledge Rollups" gleichgesetzt. Das ist ungenau: Viele sogenannte ZK-Rollups nutzen ausschließlich die Succinct-Eigenschaft – also kurze, schnell prüfbare Beweise über den Zustand einer Chain – ohne echte Zero-Knowledge-Eigenschaft. Zero-Knowledge und Succinctness sind technisch voneinander trennbare Konzepte, auch wenn sie im selben Protokoll auftreten können.

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