Glossar
Zeiteinheit (Timeframe)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Zeiteinheit (Timeframe) ist in der Chartanalyse die Zeitspanne, die ein einzelner Datenpunkt – üblicherweise eine Kerze (Candlestick) oder ein Balken – auf dem Kursdiagramm repräsentiert. Sie legt fest, wie viel Marktgeschehen in eine einzige Darstellungseinheit komprimiert wird, und bestimmt damit maßgeblich, welche Preisbewegungen sichtbar sind und welche im Rauschen verschwinden.
Gängige Timeframes und ihre Einordnung
Die Standardabstufungen reichen von sehr kurzen Intervallen bis zu langen Perioden: M1 (1 Minute), M5, M15, M30, H1 (1 Stunde), H4 (4 Stunden), D1 (Tages-Chart), W1 (Wochen-Chart) und der Monats-Chart. Ein M1-Chart zeigt jede Minute einen neuen Datenpunkt; jede Kerze enthält Eröffnungs-, Hoch-, Tief- und Schlusskurs dieses 60-Sekunden-Fensters. Ein D1-Chart fasst dagegen den gesamten Handelstag in einer einzigen Kerze zusammen.
Kleinere Timeframes bilden kurzfristige Volatilität detailliert ab und werden häufig im Scalping eingesetzt, wo Positionen innerhalb von Minuten geöffnet und geschlossen werden. Größere Timeframes glätten das Preisrauschen und erlauben es, übergeordnete Trendstrukturen zu erkennen – relevant für Swing- oder Positionstrader, die Positionen über Tage oder Wochen halten.
Besonderheit im Krypto-Markt
Im Gegensatz zu regulierten Aktienmärkten läuft der Kryptowährungsmarkt durchgehend, sieben Tage die Woche, rund um die Uhr. Es gibt keinen Börsenschluss, der einen Tages-Chart künstlich begrenzt, und keine Eröffnungslücken durch Übernacht-Ereignisse im klassischen Sinne. Das macht die Timeframe-Auswahl flexibler, erhöht aber gleichzeitig die Datendichte: Ein H4-Chart für Bitcoin enthält täglich sechs neue Kerzen, ohne Unterbrechung.
Multi-Timeframe-Analyse (MTF)
Eine verbreitete Methode in der technischen Analyse ist die Multi-Timeframe-Analyse: Dabei wird ein übergeordneter Timeframe (z. B. D1 oder H4) zur Bestimmung der Trendrichtung herangezogen, während ein kleinerer Timeframe (z. B. H1 oder M15) zur Präzisierung eines möglichen Einstiegspunkts dient. Wichtig zu verstehen: Derselbe Markt kann auf verschiedenen Timeframes gleichzeitig gegensätzliche Signale zeigen – ein aufwärts gerichteter Wochenchart und ein abwärts gerichteter Stundenchart schließen sich nicht aus.
Hinweis: Die Darstellung auf einem bestimmten Timeframe ist ein analytisches Werkzeug, kein Handelssignal. Chartmuster und Indikatoren können auf jedem Timeframe versagen. Die Wahl des Timeframes beeinflusst, was man sieht – nicht, was der Markt tut.