KryptoRatgeber

Glossar

Unlock Schedule (Freischaltungsplan)

Aktualisiert 12. Juni 2026

Unlock Schedule (Freischaltungsplan) ist ein vertraglich festgelegter Zeitplan, der regelt, wann und in welchem Umfang gesperrte Token an ihre Empfänger freigegeben werden und damit in die zirkulierende Angebotsmenge eines Projekts eingehen.

Funktionsweise und Struktur

Die Ausführung eines Unlock Schedules erfolgt typischerweise vollautomatisch über Smart Contracts – ohne manuellen Eingriff und für jeden on-chain nachvollziehbar. Damit ist der Freischaltungsprozess weder von der Verfügbarkeit eines Dritten noch von dessen Wohlwollen abhängig.

In der Praxis haben sich drei Grundstrukturen etabliert:

  • Cliff + Linear Vesting: Die häufigste Form. Nach einer initialen Sperrfrist (dem „Cliff", z. B. zwölf Monate) werden Token schrittweise und gleichmäßig über einen definierten Zeitraum freigegeben – etwa monatlich über weitere 24 Monate.
  • Reine Cliff-Freigabe: Alle gesperrten Token werden zu einem einzigen Stichtag auf einmal freigeschaltet. Diese Struktur konzentriert den potenziellen Verkaufsdruck auf einen einzigen Moment.
  • Kontinuierliches lineares Vesting: Token fließen ohne vorherige Sperrfrist kontinuierlich und gleichmäßig an die Empfänger – ohne nennenswerte Einzelereignisse.

Typische Empfänger gesperrter Token sind Teammitglieder, Early-Stage-Investoren (Venture Capital), Berater sowie Ökosystem- und Treasury-Reserven. Die gestaffelte Freigabe soll verhindern, dass Insider ihre Token unmittelbar nach dem Launch in großen Mengen verkaufen.

Bedeutung für die Angebotsseite

Jedes Unlock-Ereignis erhöht die Circulating Supply – die tatsächlich im Umlauf befindliche Tokenmenge. Treffen neu freigeschaltete Token auf begrenzte Nachfrage, kann das rechnerische Kursdilution und faktischen Verkaufsdruck erzeugen. Bevorstehende große Unlock-Ereignisse gelten deshalb als Risikoindikator, den informierte Marktteilnehmer im Blick behalten.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: Werden 20 % des Gesamtangebots eines Projekts nach einem zwölfmonatigen Cliff auf einmal freigegeben, verdoppelt sich unter Umständen die zirkulierende Menge schlagartig – sofern bislang nur ein kleiner Teil der Token im Umlauf war.

Transparente Unlock Schedules sind zugleich ein Vertrauenssignal: Projekte, die ihre Freigabepläne offen dokumentieren und on-chain absichern, demonstrieren Verbindlichkeit gegenüber der Community. Spezialisierte Tracking-Plattformen veröffentlichen bevorstehende Unlock-Ereignisse öffentlich und machen sie vergleichbar.

Hinweis: Die Kenntnis eines Unlock Schedules ist kein Handelssignal. Kursreaktionen auf Unlock-Ereignisse sind unvorhersehbar – Muster und Indikatoren können scheitern. Dieser Eintrag dient ausschließlich der Wissensvermittlung und stellt keine Anlageberatung dar.

Verwandte Begriffe