Glossar
Trendlinie
Aktualisiert 12. Juni 2026
Trendlinie ist ein Werkzeug der technischen Analyse, bei dem eine gerade Linie durch aufeinanderfolgende Extrempunkte eines Kurscharts gezogen wird, um die Richtung und Intensität eines Markttrends sichtbar zu machen.
Konstruktion und Typen
Die Art der Trendlinie richtet sich nach der Trendrichtung. In einem Aufwärtstrend verbindet die Linie aufeinanderfolgende Tiefpunkte – sie fungiert als Unterstützungslinie, an der der Kurs wiederholt nach oben abprallt. In einem Abwärtstrend werden dagegen aufeinanderfolgende Hochpunkte verbunden; die Linie wirkt dann als Widerstandslinie, die weiteres Ansteigen des Kurses bremst. In seitwärts gerichteten Märkten verlaufen beide Begrenzungen annähernd waagerecht und bilden zusammen einen Kanal.
Für eine valide Trendlinie werden mindestens zwei Berührungspunkte benötigt; erst ein dritter Test gilt in der Praxis als erste Bestätigung der Aussagekraft. Je öfter der Kurs an der Linie abprallt, ohne sie zu durchbrechen, desto stärker wird ihr analytisches Gewicht eingeschätzt. Umgekehrt gilt: Eine sehr steile Trendlinie deutet auf einen intensiven, aber oft kurzlebigen Impuls hin – flachere Trendlinien stehen häufig für nachhaltigere, gleichmäßigere Bewegungen.
Trendbruch und Einordnung
Ein Bruch der Trendlinie – also ein Kursschluss jenseits der eingezeichneten Linie – wird von Markttechnikern häufig als Hinweis auf eine mögliche Trendumkehr oder zumindest eine Abschwächung des bisherigen Trends interpretiert. In der Praxis wird dieses Signal allerdings selten isoliert betrachtet: Gleitende Durchschnitte, der RSI oder der MACD werden ergänzend herangezogen, um Fehlsignale zu reduzieren.
Trendlinien sind zudem subjektiv. Zwei Analysten können aus denselben Kursdaten unterschiedliche Linien ableiten, je nachdem, welche Hoch- oder Tiefpunkte sie als relevant erachten. Neue Kursverläufe können zudem eine Anpassung bestehender Trendlinien erforderlich machen.
Wichtiger Hinweis: Die Beschreibung von Trendlinien dient ausschließlich dem Verständnis dieses Analysewerkzeugs. Eine Trendlinie ist kein Handelssignal und keine Kursvorhersage. Wie alle Methoden der Chartanalyse kann sie scheitern – Trendbrüche können sich als Fehlausbrüche erweisen, und vergangene Kursmuster lassen keine zuverlässigen Rückschlüsse auf künftige Entwicklungen zu.