Glossar
Take-Profit-Order
Aktualisiert 12. Juni 2026
Eine Take-Profit-Order (kurz: TP-Order) ist ein vorab platzierter Handelsauftrag, der eine offene Position automatisch schließt, sobald der Marktpreis ein definiertes Gewinnziel erreicht – ohne dass der Trader manuell eingreifen muss.
Funktionsweise
Bei einer Long-Position (Kauf) liegt der Zielkurs oberhalb des Einstiegspreises; bei einer Short-Position (Leerverkauf oder gehebelter Wette auf fallende Kurse) entsprechend darunter. Erreicht der Marktpreis genau dieses Niveau, wird die Order ausgelöst. Je nach Handelsplattform wandelt sich die TP-Order dabei in eine Market-Order – Ausführung zum nächsten verfügbaren Preis – oder in eine Limit-Order um, die nur zum festgelegten Kurs oder besser ausgeführt wird. Die Unterscheidung ist relevant: In stark bewegten Märkten kann eine Market-Order vom Zielkurs abweichen (Slippage), während eine Limit-Order das Ausführungsrisiko trägt, wenn der Kurs den Zielpreis nur kurz berührt.
Beispiel: Ein Trader kauft eine Kryptowährung zum Kurs von 100 und setzt eine TP-Order bei 130. Klettert der Preis auf 130, wird die Position automatisch geschlossen und der Gewinn von 30 (vor Gebühren) realisiert – unabhängig davon, ob der Trader gerade am Bildschirm sitzt oder nicht.
Zusammenspiel mit Stop-Loss und Emotionsreduktion
In der Praxis wird die TP-Order fast immer zusammen mit einer Stop-Loss-Order eingesetzt: Die Stop-Loss-Order begrenzt den maximalen Verlust nach unten, die TP-Order sichert den angestrebten Gewinn nach oben. Dieses Tandem definiert das sogenannte Chance-Risiko-Verhältnis eines Trades, bevor er eröffnet wird.
Ein wesentlicher Vorteil liegt in der Emotionsdisziplin: Schnell bewegende Märkte – wie sie im Kryptohandel häufig auftreten – verleiten dazu, profitable Positionen zu lange offen zu halten, in der Hoffnung auf noch höhere Kurse. Die TP-Order automatisiert die Gewinnmitnahme und entzieht diesen Impuls dem spontanen Urteil. Andererseits schließt sie die Position auch dann, wenn sich der Trend anschließend weiter in die gewünschte Richtung bewegt – der Trader verzichtet bewusst auf darüber hinausgehende Gewinne zugunsten von Planbarkeit.
TP-Orders stehen in allen gängigen Handelssegmenten zur Verfügung: Aktien, Forex, Krypto-Spots und Derivate. Sie sind kein Handelssignal und kein Garant für Gewinne. Kursmuster und technische Niveaus, auf denen Zielkurse oft basieren, können jederzeit scheitern.