KryptoRatgeber

Glossar

Take-Profit

Aktualisiert 12. Juni 2026

Take-Profit (kurz: TP) ist eine Limit-Order, die eine offene Position automatisch schließt, sobald der Kurs eines Assets ein vorab definiertes Zielpreisniveau erreicht – und so unrealisierte Gewinne in realisierte Gewinne umwandelt.

Funktionsweise

Beim Eröffnen einer Long-Position legt der Händler neben dem Einstiegspreis auch einen Zielkurs fest, zu dem die Position aufgelöst werden soll. Erreicht der Marktpreis dieses Niveau, wird die hinterlegte Limit-Order ausgeführt, die Position geschlossen und der Gewinn realisiert. Bis zu diesem Moment existieren Gewinne nur auf dem Papier – als sogenanntes Unrealized P&L. Erst der Verkauf macht daraus Realized P&L: Kapital, das tatsächlich verfügbar ist und reinvestiert, abgezogen oder in Stablecoins umgeschichtet werden kann.

Ein einfaches Beispiel zur Veranschaulichung: Wer eine Kryptowährung zu einem bestimmten Kurs kauft und einen Take-Profit 20 Prozent darüber platziert, erhält bei Erreichen dieses Levels automatisch eine Verkaufsorder – unabhängig davon, ob der Händler den Markt in diesem Moment aktiv beobachtet.

Einbettung in das Risikomanagement

Take-Profit-Orders werden in der Regel zusammen mit Stop-Loss-Orders gesetzt. Beide Orders definieren gemeinsam das Risk-Reward-Verhältnis eines Trades: der Stop-Loss begrenzt den maximalen Verlust nach unten, der Take-Profit fixiert das angestrebte Gewinnziel nach oben. Die Platzierung des TP-Levels orientiert sich häufig an technischen Analysewerkzeugen – etwa an charttechnischen Widerstandszonen, historischen Kursmarken oder dem Handelsvolumen-Profil.

Ein wesentlicher praktischer Vorteil: Da der Ausstiegspunkt bereits bei Positionseröffnung festgelegt ist, reduziert die Order emotionale Entscheidungen unter Marktdruck. Kein ständiges Monitoring, kein nachträgliches Verschieben des Ziels in der Hoffnung auf noch höhere Kurse – ein Verhaltensmuster, das Gewinne systematisch gefährdet.

Wichtiger Hinweis: Die Erläuterung dieser Order-Art dient ausschließlich der Begriffsbildung. Konkrete Kursziele, Signale oder Handlungsempfehlungen lassen sich daraus nicht ableiten. Technische Analysemuster und Indikatoren können jederzeit versagen; vergangene Kursmuster sind kein verlässlicher Indikator für künftige Entwicklungen.


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