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Spread (Geld-Brief-Spanne)

Aktualisiert 12. Juni 2026

Spread (Geld-Brief-Spanne) ist die Differenz zwischen dem niedrigsten Preis, zu dem ein Verkäufer ein Asset abgeben will (Ask/Briefkurs), und dem höchsten Preis, den ein Käufer dafür zu zahlen bereit ist (Bid/Geldkurs). Diese Spanne entsteht überall dort, wo Angebot und Nachfrage in einem Orderbuch aufeinandertreffen – an zentralisierten Kryptobörsen ebenso wie an traditionellen Wertpapiermärkten.

Wie der Spread als versteckter Kostenfaktor wirkt

Wer eine Kryptowährung kauft, zahlt den Ask-Preis; wer verkauft, erhält den Bid-Preis. Zwischen diesen beiden Werten liegt der Spread – und genau dort entsteht eine implizite Transaktionskosten, die nicht separat auf einer Abrechnung auftaucht. Ein einfaches Beispiel: Liegt der Bid bei 99,50 € und der Ask bei 100,50 €, beträgt der Spread 1,00 €. Wer zum Ask kauft und sofort wieder zum Bid verkauft, realisiert diesen Verlust, ohne dass sich der Marktpreis auch nur minimal bewegt hat. Ein gekauftes Asset muss zunächst den Spread überwinden, bevor ein Trade überhaupt in die Gewinnzone gelangen kann.

Einige Plattformen verzichten auf explizite Handelsgebühren und kalkulieren ihre Marge stattdessen vollständig über den Spread in den Kauf- oder Verkaufspreis ein. Das Ergebnis für den Nutzer ist dasselbe – Kosten entstehen –, sie sind jedoch weniger sichtbar als eine ausgewiesene Kommission.

Spread als Liquiditätsindikator

Die Breite des Spreads spiegelt direkt die Liquidität eines Marktes wider. Bei hochgehandelten, liquiden Kryptowährungen ist der Spread häufig minimal, teils nur ein Bruchteil eines Prozents. Bei illiquiden oder wenig bekannten Token kann er dagegen erheblich anwachsen und einen spürbaren Anteil des Handelswerts ausmachen. Ein enger Spread signalisiert, dass viele Marktteilnehmer aktiv Kauf- und Verkaufsgebote stellen; ein weiter Spread deutet auf dünnes Orderbuch und geringere Markttiefe hin.

Market Maker spielen dabei eine zentrale Rolle: Sie stellen kontinuierlich Liquidität bereit, indem sie gleichzeitig Bid- und Ask-Gebote platzieren, und verdienen die Spanne zwischen beiden Seiten als Vergütung für dieses Risiko.

Hinweis: Der Spread ist ein Kostenmerkmal und Liquiditätsmerkmal – kein Handelssignal. Schlussfolgerungen über künftige Kursentwicklungen lassen sich daraus nicht ableiten; wie alle Marktindikatoren kann auch die Analyse des Spreads zu Fehleinschätzungen führen.

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