Glossar
Smart Money Concepts (SMC)
Aktualisiert 12. Juni 2026
Smart Money Concepts (SMC) ist ein preisaktionsbasiertes Analyse-Framework, das darauf abzielt, die Handelsspuren institutioneller Marktteilnehmer – Banken, Hedgefonds, Market Maker – auf dem Chart sichtbar zu machen und als Orientierungsrahmen für eigene Handelsentscheidungen zu nutzen.
Ursprung und Grundannahme
Das Konzept wurde von Michael J. Huddleston, bekannt unter dem Pseudonym „Inner Circle Trader" (ICT), in den 2000er Jahren entwickelt und gewann ab etwa 2010 durch Online-Foren und frei zugängliche Lehrvideos eine breite Anhängerschaft. Die Grundannahme von SMC lautet: Institutionen bewegen so großes Kapital, dass ihr Handeln unweigerlich Muster im Kursverlauf hinterlässt – sogenannte „Fußabdrücke". Retail-Trader, die diese Muster erkennen, könnten sich frühzeitig auf der richtigen Seite des Marktes positionieren. Konzeptionell lehnt sich SMC an die ältere Wyckoff-Methode an, die Akkumulations- und Distributionsphasen großer Akteure als treibende Kraft hinter Kursbewegungen beschreibt.
Die drei Kernelemente
SMC verzichtet bewusst auf klassische Indikatoren wie gleitende Durchschnitte oder RSI und arbeitet stattdessen mit drei zentralen Strukturelementen:
- Order Blocks (OB): Preiszonen, in denen Institutionen mutmaßlich große Kauf- oder Verkaufsorders platziert haben. Sie werden oft durch starke, volumenschwere Kerzen markiert, nach denen der Kurs sich deutlich in eine Richtung bewegt hat.
- Liquidity Zones: Bereiche, in denen sich eine hohe Konzentration von Stop-Loss-Orders anderer Marktteilnehmer vermuten lässt – zum Beispiel unterhalb markanter Tiefpunkte. SMC geht davon aus, dass Institutionen Kurse gezielt in diese Zonen treiben, um dort Liquidität abzuschöpfen.
- Fair Value Gaps (FVG): Entstehen, wenn drei aufeinanderfolgende Kerzen eine Preislücke erzeugen, die auf eine Marktineffizienz hindeutet. Die Annahme ist, dass der Kurs solche Lücken häufig wieder schließt.
Einordnung und kritische Perspektive
SMC positioniert sich als Alternative zur klassischen Technischen Analyse, teilt mit ihr jedoch ein grundlegendes Problem: Chartmuster sind keine Naturgesetze. Ob ein vermeintlicher Order Block tatsächlich institutionelles Handeln widerspiegelt oder eine zufällige Preisbewegung darstellt, lässt sich im Nachhinein nicht eindeutig belegen. Empirische Belege für die überlegene Prognosekraft von SMC gegenüber anderen Methoden fehlen weitgehend. Dieser Glossar-Eintrag beschreibt ein Analysekonzept – er stellt kein Handelssignal dar. Chartmuster und -strukturen können scheitern; vergangene Preisverläufe sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Entwicklungen.