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Glossar

Rezession

Aktualisiert 12. Juni 2026

Rezession ist eine Phase des wirtschaftlichen Abschwungs, in der die Gesamtwirtschaftsleistung eines Landes über einen definierten Zeitraum schrumpft. Als technisches Standardkriterium gilt: Sinkt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen, spricht die Volkswirtschaftslehre von einer Rezession.

Einordnung in den Konjunkturzyklus

Rezessionen sind keine Ausnahmeerscheinung, sondern ein wiederkehrender Bestandteil des Konjunkturzyklus. Dieser durchläuft typischerweise vier Phasen: Aufschwung, Überhitzung, Abschwung (Rezession) und Depression. Die Rezession markiert den Übergang von einer Phase überdurchschnittlichen Wachstums in eine Phase der Kontraktion. Am Ende eines Aufschwungs bauen Unternehmen häufig Überkapazitäten auf, die sich bei sinkender Nachfrage als nicht mehr tragbar erweisen — der Abschwung setzt ein. Neben dieser internen Dynamik können auch externe Schocks wie Energiepreissprünge, geopolitische Krisen oder abrupte Nachfrageeinbrüche eine Rezession auslösen. Strukturwandel — etwa durch technologische Disruption ganzer Branchen — bildet eine dritte, langsamere Ursachenkategorie.

Typische Begleiterscheinungen

Rezessionen äußern sich in einem charakteristischen Bündel wirtschaftlicher Symptome: Die Arbeitslosigkeit steigt, weil Unternehmen Personal abbauen oder Neueinstellungen aussetzen. Sinkende Einkommen und wachsende Unsicherheit bremsen die Verbraucherausgaben zusätzlich — ein selbstverstärkender Effekt. Gleichzeitig geht die Industrieproduktion zurück, Investitionen werden verschoben, und die Kreditvergabe zieht sich häufig zurück. In der Summe sinkt das nominale wie reale BIP über mehrere Quartale.

Abgrenzung zur Depression

Rezession und Depression werden im Sprachgebrauch oft verwechselt, bezeichnen jedoch unterschiedliche Schweregrade. Eine Rezession ist zeitlich begrenzt und in ihrer Tiefe moderat — die Wirtschaft erholt sich nach einigen Quartalen. Eine Depression hingegen ist durch anhaltende, schwere Einbrüche über Jahre sowie einen massiven Rückgang von Produktion, Beschäftigung und Einkommen gekennzeichnet. Die Weltwirtschaftskrise der 1930er-Jahre gilt als historisches Referenzbeispiel für eine Depression; die meisten modernen Abschwungphasen bleiben deutlich darunter.

Für den Kryptomarkt ist die Rezession als makroökonomisches Umfeld relevant, weil sie das Risikoappetit der Marktteilnehmer beeinflusst, Kapitalflüsse in und aus risikobehafteten Anlageklassen lenkt und regulatorische sowie geldpolitische Reaktionen auslösen kann — ohne dass daraus direkte Handlungsableitungen folgen.

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