Glossar
Pruned Node
Aktualisiert 12. Juni 2026
Pruned Node ist ein vollständig validierender Netzwerkknoten, der alle Konsensregeln einer Blockchain lückenlos prüft, aber ältere Blöcke nach der Verifikation lokal löscht, um Speicherplatz zu sparen.
Funktionsweise
Beim ersten Start lädt ein Pruned Node die gesamte Blockchain herunter und verarbeitet jeden Block von Anfang an – identisch zu einem klassischen Full Node. Der Unterschied liegt im Anschluss daran: Sobald die Verifikation abgeschlossen ist, verwirft der Knoten Blöcke, die älter als ein konfigurierbarer Schwellenwert sind. Was dauerhaft erhalten bleibt, ist der aktuelle UTXO-Satz (Unspent Transaction Outputs) – also die Gesamtheit aller noch nicht ausgegebenen Transaktionsausgaben – sowie die jüngsten Blöcke.
Bei Bitcoin Core wird das Pruning über den Parameter prune in der Konfigurationsdatei bitcoin.conf aktiviert. Der kleinstmögliche Wert liegt bei 550 MB für den verbleibenden Datensatz; statt mehrerer hundert Gigabyte, die eine vollständige Blockchain belegt, genügen so wenige Gigabyte.
Abgrenzung: Pruned Node vs. Full Node
Ein klassischer Full Node speichert die gesamte Transaktionshistorie und kann anderen Knoten fehlende Blöcke zur Verfügung stellen. Ein Pruned Node kann das nicht: Er relayiert aktuelle Transaktionen und Blöcke, scheidet aber als Quelle für historische Blockchain-Daten aus. Das Netzwerk ist darauf angewiesen, dass genügend Full Nodes diese archivarische Funktion übernehmen.
Sicherheit ist jedoch kein Unterscheidungsmerkmal. Beide Knotentypen prüfen vollständig, ob Transaktionen und Blöcke die Konsensregeln einhalten. Ein Pruned Node lässt sich deshalb nicht mit einem Light Client oder SPV-Node (Simplified Payment Verification) gleichsetzen, der Transaktionen gar nicht selbst verifiziert, sondern auf Angaben anderer Knoten vertraut.
Einordnung
Das Pruning-Konzept ist nicht auf Bitcoin beschränkt. Nahezu alle Blockchains, deren Datengröße kontinuierlich wächst, sehen sich demselben Problem gegenüber und bieten vergleichbare Mechanismen an.
Für Einzelpersonen, die ihre eigenen Transaktionen ohne Vertrauen in Dritte validieren wollen, ohne umfangreiche Hardware bereitzustellen, stellt ein Pruned Node einen praktischen Kompromiss dar: volle Eigenverantwortung bei der Regelprüfung, reduzierter Speicherbedarf. Wer darüber hinaus das Netzwerk durch die Bereitstellung historischer Daten aktiv stärken möchte, kommt um einen ungeprunten Full Node nicht herum.