Glossar
Polygon
Aktualisiert 12. Juni 2026
Polygon ist eine Blockchain-Plattform, die als Layer-2- bzw. Sidechain-Lösung parallel zur Ethereum-Blockchain betrieben wird und das Ziel verfolgt, ein Multi-Chain-System mit vollständiger Ethereum-Kompatibilität aufzubauen.
Entstehung und technische Grundlagen
Das Projekt wurde 2017 unter dem Namen Matic Network gegründet und später in Polygon umbenannt. Der native Token der Plattform heißt POL – ursprünglich als MATIC bekannt – und ist technisch ein ERC-20-Token, läuft also auf dem Ethereum-Standard. Als Konsensmechanismus setzt Polygon auf Proof of Stake: Validatoren hinterlegen POL als Sicherheitsleistung und bestätigen Transaktionen, was den Energieverbrauch gegenüber dem früheren Proof-of-Work-Modell Ethereums erheblich reduziert.
Funktionsweise: Skalierung durch Bündelung
Das Kernproblem, das Polygon adressiert, ist das Blockchain-Trilemma: Ethereum bietet hohe Sicherheit und Dezentralisierung, stößt aber bei hohem Transaktionsaufkommen an Kapazitätsgrenzen, was zu langen Wartezeiten und steigenden Gebühren führt. Polygon löst dies, indem es Transaktionen auf einer eigenen Sidechain bündelt und verarbeitet, bevor die zusammengefassten Ergebnisse auf der Ethereum-Hauptkette abgerechnet werden. Für Nutzer bedeutet das konkret: Eine DeFi-Anwendung, die auf Polygon läuft, kann in kürzester Zeit hunderte Transaktionen zu einem Bruchteil der Kosten abwickeln, die auf Ethereum direkt anfallen würden.
Darüber hinaus unterstützt Polygon Cross-Chain-Interoperabilität: Assets lassen sich über sogenannte Bridges zwischen Ethereum, Polygon und anderen kompatiblen Netzwerken übertragen. Das macht die Plattform für Anwendungsfelder wie dezentrale Finanzdienste (DeFi), NFT-Marktplätze und Payment-Lösungen relevant, die auf hohen Durchsatz und niedrige Transaktionsgebühren angewiesen sind.
Einordnung und Abgrenzung
Polygon ist nicht mit Ethereum gleichzusetzen, sondern ergänzt es als separate, aber eng verbundene Infrastrukturschicht. Während Ethereum die Sicherheit und Endgültigkeit der Transaktionen garantiert, übernimmt Polygon die Vorverarbeitung und Entlastung. Dieser Ansatz unterscheidet sich von sogenannten Rollups, die Berechnungen ebenfalls auslagern, die Transaktionsdaten aber vollständig auf Ethereum veröffentlichen. Polygon als Sidechain führt eine eigene Konsensrunde durch, was mehr Flexibilität, aber auch eine andere Sicherheitsstruktur mit sich bringt.
Für Nutzer, die mit Polygon-basierten Anwendungen interagieren, ist ein kompatibler Wallet erforderlich, der das Netzwerk unterstützt – gängige Non-Custodial Wallets erlauben in der Regel das manuelle Hinzufügen des Polygon-Netzwerks.