Glossar
Opcode
Aktualisiert 12. Juni 2026
Opcode – kurz für Operation Code – ist eine numerisch codierte Anweisung, die einer Maschine oder einer virtuellen Ausführungsumgebung exakt eine klar begrenzte Operation vorschreibt. Das Konzept stammt aus der klassischen Computertechnik: In CPUs bezeichnet der Opcode den Teil eines Maschinenbefehls, der die auszuführende Operation identifiziert – etwa Addition, Speicherzugriff oder Registervergleich. Alle Opcodes eines Systems bilden zusammen dessen Instruction Set (Befehlssatz).
Opcodes in Bitcoin Script
Bitcoin verwendet eine eigene Skriptsprache namens Script, deren atomare Bausteine Opcodes sind. Jeder Opcode besitzt einen festen hexadezimalen Wert und erfüllt genau eine Funktion. OP_CHECKSIG (Hex-Wert 0xAC) etwa prüft, ob eine digitale Signatur zum angegebenen Public Key passt. OP_DUP dupliziert den obersten Stapeleintrag, OP_HASH160 wendet SHA-256 und anschließend RIPEMD-160 auf ihn an.
Transaction Scripts entstehen, indem Opcodes mit Daten – Public Keys, Signaturen, Adressen – kombiniert werden. Das weitverbreitetste Muster, P2PKH (Pay-to-Public-Key-Hash), besteht aus vier Opcodes: OP_DUP, OP_HASH160, OP_EQUALVERIFY und OP_CHECKSIG. Dieses Skript legt fest, unter welchen Bedingungen eine Transaktion als gültig gilt – die Bitcoin-Knoten führen es aus und entscheiden anhand des Ergebnisses.
Bitcoin Script ist bewusst nicht Turing-vollständig: Bestimmte Opcodes wie OP_CAT oder OP_CODESEPARATOR sind deaktiviert, um Angriffsflächen zu minimieren. Diskussionen über die Reaktivierung einzelner Opcodes – etwa OP_CAT im Rahmen von Covenant-Vorschlägen – sind fester Bestandteil der Bitcoin-Protokollentwicklung.
Opcodes in der Ethereum Virtual Machine
In Ethereum übernimmt die Ethereum Virtual Machine (EVM) die Rolle der Ausführungsumgebung. Smart Contracts werden in Hochsprachen wie Solidity geschrieben und beim Deployment zu EVM-Bytecode kompiliert – einer Folge von Opcodes. Die EVM liest diese Sequenz Schritt für Schritt und führt jeden Opcode aus: PUSH1 legt einen Ein-Byte-Wert auf den Stack, ADD addiert die beiden obersten Einträge, SSTORE schreibt einen Wert in den Contract-Speicher.
Entscheidend für Ethereum-Entwickler: Jeder Opcode hat einen festgelegten Gas-Preis. Speicherzugriffe (SSTORE) kosten deutlich mehr Gas als reine Rechenoperationen (ADD), weil sie den globalen Zustand des Netzwerks verändern. Die Gesamtheit der Opcode-Kosten bestimmt das Gas-Limit einer Transaktion.
Einordnung
Opcodes sind keine Besonderheit der Blockchain-Welt, aber ihre dortige Rolle ist zentral: Sie übersetzen abstrakte Regeln – „diese Coins dürfen nur mit gültiger Mehrfachsignatur bewegt werden" – in maschinenlesbare, deterministisch ausführbare Befehle. Wer verstehen will, wie Blockchain-Protokolle tatsächlich funktionieren, kommt an Opcodes nicht vorbei.