KryptoRatgeber

Glossar

OHLC

Aktualisiert 12. Juni 2026

OHLC ist ein Datensatz aus vier Preispunkten – Open (Eröffnung), High (Höchstkurs), Low (Tiefstkurs) und Close (Schlusskurs) –, der die Kursbewegung eines Handelspaares innerhalb einer definierten Zeiteinheit vollständig beschreibt.

Aufbau eines OHLC-Balkens

In einem OHLC-Chart, auch Bar-Chart genannt, repräsentiert jeder Balken genau eine Zeitperiode – etwa eine Stunde, einen Tag oder eine Woche. Die vertikale Linie zeigt die gesamte Preisspanne zwischen High und Low. Zwei horizontale Ticks ergänzen den Balken: der linke markiert den Eröffnungskurs, der rechte den Schlusskurs. Ein einziger Balken liefert damit auf kleinstem Raum vier unabhängige Informationen: den Startpunkt des Marktes in dieser Periode, die Extrempunkte nach oben und unten sowie den Endpunkt.

Gegenüber dem einfacheren HLC-Format (ohne Eröffnungskurs) hat OHLC einen praktischen Vorteil: Der Open-Kurs gibt Auskunft darüber, wie der Markt in eine Periode gestartet ist. Bei traditionellen Aktienmärkten ermöglicht das die Erkennung von Overnight-Gaps – also Kurslücken zwischen dem gestrigen Schluss und dem heutigen Eröffnungskurs. Kryptomärkte handeln zwar 24/7 und kennen solche Overnight-Gaps nicht, dennoch bleibt der Eröffnungspreis relevant: Er bildet die Basis für die Analyse der initialen Marktstimmung innerhalb jeder Kerze oder jeden Balkens.

OHLC in der technischen Analyse

OHLC-Daten sind die Grundlage nahezu aller charttechnischen Methoden. Aus den vier Werten lassen sich Trends, Unterstützungs- und Widerstandszonen sowie potenzielle Umkehrmuster ableiten. Candlestick-Charts – das bekanntere visuelle Pendant zu OHLC-Balken – basieren auf identischen Rohdaten, stellen Open und Close jedoch als gefüllten Körper dar, was viele Leser intuitiver finden.

Ein konkretes Beispiel: Schließt der Close eines Stundenbalkens deutlich unter dem Open, deutet das auf Verkaufsdruck in dieser Stunde hin. Liegt der Close hingegen knapp unter dem High, haben Käufer die Periode dominiert. Solche Beobachtungen liefern Kontext – sie sind aber kein Handelssignal. Chartmuster und technische Indikatoren, die auf OHLC-Daten aufbauen, können scheitern und ersetzen keine eigenständige Risikoabwägung.

OHLC-Daten sind zudem die Eingangsgrößen für zahlreiche weiterführende Analysewerkzeuge, darunter das Handelsvolumen-Profil oder Volatilitätskennzahlen wie die Implizite Volatilität.

Verwandte Begriffe