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Glossar

Lower Low (LL)

Aktualisiert 12. Juni 2026

Lower Low (LL) ist ein Begriff aus der technischen Analyse und bezeichnet einen Preispunkt, an dem ein Vermögenswert unter das tiefste Niveau des vorherigen Preiszyklus fällt – also ein neues Tief markiert, das tiefer liegt als das zuletzt registrierte Tief.

Funktionsweise und Einordnung

Ein Lower Low entsteht nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel aufeinanderfolgender Preisbewegungen. Fällt der Preis eines Kryptowerts in einer Abwärtsbewegung auf ein Niveau, das unterhalb des letzten lokalen Tiefs liegt, spricht die technische Analyse von einem bestätigten LL. Entscheidend ist dabei der Vergleich zweier aufeinanderfolgender Tiefpunkte: Liegt der neue Tiefpunkt unterhalb des vorangegangenen, ist das Muster erfüllt.

Das klassische Abwärtstrend-Muster kombiniert Lower Lows mit sogenannten Lower Highs (LH): Auch die Zwischenerholungen erreichen dabei jeweils niedrigere Hochpunkte als die vorangegangenen. Die Abfolge LL + LH gilt in der technischen Analyse als bearishe Marktstruktur – sie zeigt, dass weder Käufer noch Verkäufer das Gleichgewicht halten, sondern der Verkaufsdruck sukzessive überwiegt.

Das Gegenstück bildet die bullishe Marktstruktur aus Higher Highs (HH) und Higher Lows (HL), die einen intakten Aufwärtstrend beschreibt.

Bedeutung und Grenzen

Das LL-Muster wird häufig als Hinweis auf nachlassende Nachfrage und wachsenden Verkaufsdruck interpretiert. Technisch orientierte Marktteilnehmer nutzen es, um die übergeordnete Trendrichtung einzuschätzen – etwa um offene Long-Positionen kritisch zu überprüfen oder Short-Setups nach eigener Analyse zu evaluieren.

Ein konkretes Beispiel: Hat ein Token sein letztes Tief bei 100 Euro markiert und fällt anschließend auf 85 Euro, bevor eine Gegenbewegung einsetzt, die das vorherige Hoch nicht mehr erreicht, liegt sowohl ein Lower Low als auch ein Lower High vor – die bearishe Marktstruktur ist damit technisch bestätigt.

Wichtig: Das Auftreten eines Lower Lows ist kein Handelssignal und keine Kursprognose. Muster der technischen Analyse können scheitern – besonders in seitwärtslaufenden oder ungewöhnlich volatilen Märkten, etwa rund um makroökonomische Ereignisse, verlieren LL-Formationen deutlich an Aussagekraft. Jede Interpretation bleibt eine probabilistische Einschätzung, keine Gewissheit.

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